Die Weiße Rose (Die Zeit des Nationalsozialismus – »Schwarze Reihe«)
Gegenwartsliteratur EAN 9783596118021

Die Weiße Rose (Die Zeit des Nationalsozialismus – »Schwarze Reihe«)

Hersteller: Fischerverlage  ·  MPN: 496032
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Produktbeschreibung

Die »Weiße Rose« wurde zum Symbol einer Aktion, mit der einige Münchner Studenten zum Widerstand gegen die Diktatur Hitlers aufriefen. Sie bezahlten dafür mit ihrem Leben: im Februar 1943 fielen sie der Gestapo in die Hände. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl waren unter den Hingerichteten. Inge Scholl, die Schwester, erzählt mit Hilfe von geretteten Dokumenten die Vorgeschichte und den Verlauf der Bewegung. Diese Ausgabe enthält außerdem Gerichtsurteile, Pressereaktionen und Augenzeugenberichte.

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 05.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein wunderschönes und historisch bedeutsames Buch, das mich tief in die Geschichte eintauchen lässt. Die Darstellung der 'Weißen Rose' ist sehr eindrucksvoll und die Geschichte ist hervorragend erzählt.
Johann Guenther 24.03.2024 amazon.de
Hinterbrühl, Mittwoch 18. November 2020Schweißgebadet wachte ich in der Nacht auf. Es war eine Hochzeit. Das Brautpaar kannte ich nicht. Eine kleine Gruppe von Freunden in der Kirche und ich war dazu eingeteilt auf der Orgel zu spielen. Das hatte ich noch nie gemacht. Ich getraute mir keine Register zu verstellen, weil ich nicht wusste, wie das dann klingt. Als Untermalung spielte ich dann nur Akkorde. Als dann ein Lied zu begleiten war, hatte ich keine Noten und schlug wie wild auf das Keyboard ein. Dann wachte ich – Gott sei Dank – auf. Ich musste die verschwitzte Tuchent gegen eine dünne Decke tauschen. Um 8 Uhr läutete der Wecker. Mit meinen Wachphasen in der Nacht ist die Schlafnacht für mich zu kurz. Es ist immer nach 23 Uhr. Das ist zu spät. Nach dem Turnen und Frühstücken fuhr ich zur Buchbinderin und holte das Sölkbuch. Es ist sehr schön geworden. Nachher fuhr ich in die SCS und schaute bei Hofer am Nordring vorbei. In einer Wachphase ist mir heute Nacht eingefallen, dass dieser Hofer, we3nn die SCS fast alle Geschäfte geschlossen hat, wenig besucht sein müsse. Und so war es auch. Der Parkplatz leer. Außer mir nur eine Frau als Kundin. Es sah gespenstig aus. An der Kassa musste man sich bemerkbar machen, dann kam eine junge Frau aus einem Büro und kassierte. Anschließend zog sie sich wieder zurück. Ich hatte Angst, dass Lorli schimpfen würde, aber sie freute sich auch über das was ich eingekauft hatte. Ich hatte mir ja eine Einkaufsliste gemacht. Zum Verladen habe ich am Morgen heimlich eine Kiste und eine Flaschentragtasche in den Kofferraum gelegt. Die Aktion hatte funktioniert und brachte auch Lob ein. Dazu habe ich noch Blumen mitgebracht.Markus schickt Fotos seines neuen Buches. Auch Felix gefällt es. Er ist leider immer noch krank. Ich hoffe, seine Eltern werden nicht auch noch krank.Der alte Präsident der USA ist eine gefährliche Person für den Weltfrieden geworden. Im Internet fand ich diese Mitteilung:Krieg gegen IranUmso mehr stürzt sich der Präsident in die politischen Abenteuer, die ihm die Zeit noch lässt, bis er am 20. Jänner endgültig das Weiße Haus räumen muss. Von dem mit Sicherheit verrücktesten Abenteuer konnten ihn ja seine Berater und Vertrauten gerade noch abhalten, wie die New York Times berichtet.Trump hatte Vizepräsident Mike Pence, Außenminister Mike Pompeo und führende Militärs zu sich ins Oval Office bestellt. Dort überraschte er sie mit der Frage, was sie denn von einem Luftangriff auf die iranische Atomanlage in Natanz halten würden. In dieser reichert das Mullah-Regime seit Jahren Uran an - und, seit Trump das Atomabkommen aufgekündigt hat, mit erhöhtem Tempo.Es gelang den Generälen offenbar, Trump von der Idee abzubringen. Ein Angriff auf den Iran, machten sie ihm klar, würde unweigerlich zu einem iranischen Gegenschlag und dann wahrscheinlich zu einem ausgewachsenen Krieg im Nahen Osten führen.Oberster KriegsherrWas Krieg und Frieden betrifft, hat ein US-Präsident tatsächlich das Sagen. Er kann quasi im Alleingang über eine Militäraktion entscheiden. Der Kongress, der ansonsten im Spiel der Kräfte das Weiße Haus immer unter Kontrolle hat, kann in diesem Fahl nur die Geldmittel für einen Krieg sperren. Doch ein Bombenangriff oder Ähnliches lässt sich so nicht verhindern.Ölbohren in AlaskaAuch die Suche nach Öl und Gas im rohstoffreichen Alaska ist ein lang gehegtes Lieblingsprojekt Trumps. Jetzt will er es noch rasch umsetzen: In einem Naturschutzgebiet sollen Bohrrechte an Mineralölkonzerne verpachtet werden – innerhalb von 30 Tagen. Auch in solchen Fragen hat der Präsident, beziehungsweise seine Umweltbehörde, weitgehend freie Hand. Allerdings kann Joe Biden solche Erlässe im Handumdrehen wieder für ungültig erklären – und das hat der Nachfolger auch schon angekündigt.In meinem Zimmer begann ich alle Bücher umzuräumen, neu zu ordnen und die Regale zu putzen. Ich habe ganzen Tag geschuftet und am Abend war es fertig. Alle Bücher fanden einen „aufrechten“ Platz.Um 13 Uhr kam Herr Qamil. Er kam mit zwei Arbeitern. Sie schnitten alle Sträucher, setzten neue und räumten nachher alles weg. Unsere Hecke zu Pilz wurde ganz herunter geschnitten. Die von mir bestellten neuen Sträucher zum Nachsetzen wurden nicht bei uns, sondern auf Anweisung von Lorli bei Pilz eingesetzt. Es schaut jetzt wirklich nicht gut aus. Ein großer Garten entstand. Keine Abgrenzung mehr. Hoffentlich wächst das bald und schnell nach. 2 ½ Stunden arbeiteten sie. Am Ende kochten wir ihnen Kaffee. So kamen auch Lorli und ich erst um 16 Uhr zum Mittagessen. Sie hatte heute auch für die Pilzfamilie gekocht. Nach dem Kaffee entschied ich mich noch für einen halbständigen Spaziergang, der mich fast bis zur Höldrichsmühle brachte. Heute war ein schöner und sonniger Tag. Mein Spaziergang war schon im Dunklen. Viele Häuser haben schon ihre Weihnachtsbeleuchtung montiert und eingeschaltet. Den Abend verbrachten wir lesend. Das Buch von Inge Scholl „Die weiße Rose“ habe ich ausgelesen. Manche Bücher muss man „hinter sich bringen“, weil sie negativ beeinflussen. Das kann ich in Zeiten wie diesen noch weniger brauchen.SCHOLL, Inge: „Die weiße Rose“, Frankfurt 2018Eine Radiosendung („Im Gespräch“ auf Ö1, ORF) mit der Autorin des Buches motivierte mich es nochmals zu lesen. In der Mittelschule bekam ich es von einem Schulkollegen geschenkt. Es hat mich gewundert, dass er es mir schenkte. Wir hatten keine innige Freundschaft. Ich hatte es damals wie ein Abenteuerbuch gelesen. Heute beim „Wiederlesen“ hat es einen gänzlich anderen Eindruck hinterlassen. Eine Gruppe Münchner Studierender baute die Aktion „Weiße Rose“ zum Widerstand gegen die Diktatur Hitlers auf. Sie produzierten Flugblätter und beschrieben Wände mit Parolen gegen das Regime. Sie bezahlten ihre Aktionen mit dem Leben. Inge Scholl, die Schwester zweier Hingerichteter erzählt in diesem Buch den Hergang des Geschehens und die Beweggründe des Engagements ihrer Geschwister. Interessant auch die dem Buch im Anhang beigegebenen Augenzeugenberichte: der Gefängnispfarrer, der sie vor der Hinrichtung noch sprach, ein Verhörbeamter, der mit Hochachtung von den tapferen jungen Menschen spricht, ein Gerichtsreferent, der Verteidigungsanwalt, ein Zellengenosse, ein Kriminalobersekretär der Gestapo (Vernehmungsbeamter) und Freunde der Hingerichteten.Jetzt, wo ich es mit mehr Verständnis gelesen habe, wurde mir auch klar, warum mir mein Klassenkamerad das Buch geschenkt hat. Sein Vater war ein politischer Gefangener aus Griechenland. Er war im Gefängnis Stein eingekerkert. Als die Sowjetarmee näher rückte, wurden im Gefängnis die Sträflinge erschossen. Sie mussten sich am Rand einer ausgehobenen Grube aufstellen und wurden dann so erschossen, dass sie gleich in die Grube fielen. Als der Vater meines Schulkollegen das registrierte, ließ er sich – noch bevor die Maschinengewehrsalve ihn erreichte, in die Grube fallen. Dort lag er dann zwischen Toten. In der Nacht schlich er sich heraus und ging in seiner Sträflingskleidung in die Stadt. Bei einem Haus klopfte er an. Man nahm ihn auf und versteckte ihn. Die Tochter heiratete ihn nach dem Krieg und der Sohn war mein Schulkollege.
Klaus Engelhardt 24.03.2024 amazon.de
Keinem, der in den Sechziger Jahren an der Münchner Uni studiert hat, können die alljährlichen Gedenkfeiern zum Todestag der Geschwister Sophie und Hans Scholl und Christian Probsts entgangen sein. Inzwischen wurde im Hauptgebäude der Universität eine sehenswerte Dauerausstellung über die Weiße Rose eingerichtet, die ich gut kenne. Bekannt geworden sind außerdem zwei Filme zu dem Thema:Die weiße Rose (1982) von Verhoeven undSophie Scholl, die letzten Tage (2005) von Rothermund.Da es nun in Portland in Kürze eine Sophie Scholl Schule geben wird, an deren Namensgebung ich nicht unbeteiligt war, ist es wohl an der Zeit, Inge Aicher-Scholls Dokumentation Die Weiße Rose (Frankfurt, 1952), wenn auch zunächst in englischer Übersetzung, tatsächlich einmal in die Hand zu nehmen und genau zu lesen.Inge Aicher-Scholls persönlicher Beitrag besteht vor allem in einem siebzigseitigen Essay über Leben und Tod ihrer beiden Geschwister Hans und Sophie, sowie des Freunds Christian Probst. Es folgen dann der Abdruck der sechs Flugblätter (Seiten 73-93) und die ,,concluding remarks", die erst 1969 hinzugefügt wurden.Der zweite Teil des Buchs enthält den Text der Urteile und Urteilsbegründungen, einschließlich derer, die wenige Wochen später gegen die weiteren Mitglieder der Weißen Rose gefällt wurden. Die Todesopfer dieses zweiten Verfahrens waren Alexander Schmorell, Wilhelm Graf und Kurt Huber. Hier findet man aber vor allem auch einen ausführlichen Brief von Else Gebel, die Sophies Gefängniszelle bis zum Schluss teilte:To the memory of Sophie Scholl. Eine kurze Würdigung von Theodor Heuss bildet den Abschluss.Die Bedeutung dieser Quelle für das Verständnis der beschriebenen Ereignisse ist kaum zu überschätzen, das Dokument macht, unter anderem, den ungekürzten Text der offiziellen, mit Nazipropaganda durchsetzten Stellungnahmen zugänglich.Die Weiße Rose ist gewiss kein einfacher Text. Der persönliche Mut und die Integrität der Geschwister Scholl und ihrer Mitstreiter heischen fraglos Bewunderung, allzu wenige Zeitgenossen konnten sich darin mit ihnen messen. Liest man andererseits die inkriminierten Flugblätter, so kann man nur über den Idealismus der Verfasser staunen, ein Idealismus der nicht selten an politische Naivität grenzt. Es wurde auch mit Recht gesagt, dass ihr Handeln klar gegen geltendes Gesetz verstieß und dem Gericht gar keine andere Wahl ließ als sie schuldig zu sprechen. Darin erinnert ihr Schicksal an eine griechische Tragödie.Man darf einen Text in der Originalsprache nicht nach seiner Übersetzung beurteilen. Trotzdem muss ich vorläufig festhalten, dass der mir vorliegende Text eher anspruchslos geschrieben, oder zumindest übersetzt ist. Immerhin steuert Scholls Essay Einzelheiten bei, die dem heutigen Leser nicht unbedingt gegenwärtig sind, die aber illustrieren, wie erdrückend das totalitäre Regime jener Zeit auf der akademischen Jugend lastete. Hervorgehoben sei schließlich noch das Memorial von Else Gebel, Sophies Mitgefangener, dessen Wahrhaftigkeitscharakter und emotionale Substanz den Leser unweigerlich in ihren Bann zwingen.Ein schwieriger Text, gewiss. Ein Text, aber, der dazu beiträgt, der Jugend jener dunklen Jahre ein triumphierendes Denkmal zu setzen.
Christoph Römer 24.03.2024 amazon.de
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