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Die kosmische Hintertreppe - Ernst Peter Fischer Taschenbuch

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Produktbeschreibung

Schritt für Schritt mit den größten Himmelsforschen durch das Weltall Seit jeher betrachten die Menschen fasziniert den nächtlichen Sternenhimmel und versuchen die kosmischen Dimensionen zu verstehen. Ernst Peter Fischer erklärt Schritt für Schritt wie unser Verständnis des Himmels zustande gekommen ist und welche Personen dazu beigetragen haben. Der Aufstieg beginnt bei Aristoteles und führt über Galilei und Einstein bis zu Hawking. Dabei beleuchtet der Autor nicht nur die wissenschaftlichen Errungenschaften sondern bietet auch Einblick in das Leben der großen Sternenkundler.

Bewertungen & Erfahrungen

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Jupiter 28.08.2023 amazon.de
Ernst Peter Fischer ist ein hervorragender Naturwissenschaftler der auf dem Gebiet Wissenschaft und Geschichte in meinen Augen einer der wenigen ist, die Wissenschaft mit Romantik und Geist verbinden können und seine Werke es ermöglicht auch dogmatische Wissenschaftler und Theoretiker zu einem quantitativen Weltbild zu gelangen.Das Buch: Die kosmische Hintertreppe, beschreibt die Anfänge der Naturwissenschaft und Philosophie im antiken Griechenland, als Dichter und Denker wie Tales, Heraklit und Anaximander mit elementaren Eigenschaften, wie Wasser , Feuer oder Geist, den aufbau und die Bedeutung der Welt zu illustrieren.Das meist mystische Wesen dieser Form der Naturwissenschaft wurde dann von Pythagoras mit den Zahlen erklärt, die für die Welt maßgeblich sind. Für Pythagoras war die 4 eine heilige Zahl, weil:1+2+3+4 = 10 ergibt in der Summe.Und später wurden die vor allem die Philosophen Sokrates, Platon und Aristoteles bekannt, wobei besonders Aristoteles seiner Philosophie den meisten wissenschaftlichen Charakter beifügte, während Platon meist die Welt in den geistigen Stufen erklärte.So ging die Wissenschaft im laufe der Zeit mit im europäischen Mittelalter mit Averroes der die Philosophie von Aristoteles nach Europa brachte, die dann von den christlichen Gelehrten als Scholastik beschrieben wurde, und mit dem Ende von Mittelalter und dem Beginn des Rationalismus neue Wege. Mit Galileo Galilei wurde die Schwerkraft entdeckt, mit Nikolaus Kopernikus das heliozentrische Weltbild, mit Johannes Kepler die Gesetze und mit Isaac Newton das Gravitationsgesetz.So entwickelte sich das Industrielle Zeitalter an dem die Theologie mehr Platz machen musste für die aufkommende Naturwissenschaft. Und im 20. Jahrhundert mit Albert Einstein ( Relativität ) und anderen Naturwissenschaftlern eine neue Epoche der Forschung und Möglichkeiten auf dem Gebiet der Teilchen-Physik und dem Gesetz der Thermodynamik in der Welt zwischen Licht und Finsternis das ganze Jahrhundert prägte. Mit der Jahrtausendwende wird die dogmatische Naturwissenschaft aber mehr vom transzendenten Geist erfasst und ihrem eigentlichen Sinn zugeführt, der Erkenntnis der Natur die unter vielen Physikern und Philosophen der neueren Zeit als Quantenphysik bekannt ist. Damit vereinen sich Geist und Stoff der Welt zur Synthese des ganzen.Ernst Peter Fischer hat somit ein Buch vorgelegt, welches jeder Mensch der sich für Naturwissenschaft und Philosophie oder Geschichte im allgemeinen interessiert, zulegen sollte.Es gibt auf diesem Gebiet noch weitere Bücher von Ernst Peter Fischer, die sogar fokussiert auf die Zeitepochen der Naturwissenschaft eingehen.5 Sterne------------J.v.N.:S.P
Simon 28.08.2023 amazon.de
Das Buch sollte mich mit seinem Gegenstand – etwas, das “draußen” liegt, das zu erfahren ist „in intentione recta“, durchs nach außen gerichteten Bewusstsein - ablenken vom anstrengenden Reflexionsgründeln nach den “Bedingungen der Möglichkeit von…”; ich versprach mir “Erholung von der Philosophie”. Doch wird das leidige Thema auch hier bald unvermeidlich, stößt man auch in den entferntesten Weiten des Kosmos doch immer wieder auf den, der sie erschließt, auf denjenigen also, der sie mit welchen technischen Hilfsmitteln und akribischen Berechnungen auch immer erfasst und dem sie bewusst sind. Die Naturwissenschaft, hier als Astronomie, zehrt eben von etwas, das sie selber nicht klären kann: Denkt man weiter, stößt man auf Grundfragen des Erkennens/bewussten Wahrnehmens, die jenseits von ihr bzw. ihr voraus liegen. Und gerade das Ausschweifen ins All als „Grenzerfahrung“ lässt sie drängend werden - auch wenn man sie doch so gerne abschütteln wollte. Kurz, im “allerletzten” Winkel des Universums, der sich ausspähen lässt, begegnet man wieder dem “Späher”. Ähnlich wie in Kubricks Film “Odyssee des Weltraum”, in dem (symbolisch überfrachtet) am Ende der langen, in jenseitige Fernen führenden Reise der Astronaut sich selber als Alter Ego entdeckt, das verschiedene Lebensstadien durchläuft. Der Mensch „wird sich nicht los“, und noch das räumlich ausgreifendste Streben vollzieht sich innerhalb der Grenzen, die mit dem Bewusstseinsverfassung gesetzt sindFischer setzt in seiner als Forschergeschichte aufgezogenen Kosmologie ein bei Aristoteles/der griechischen Antike und ihrem Sphärenmodell. Bemerkenswert, dass man schon damals wusste, dass die Erde die Gestalt einer Kugel hat (S. 19). Poetisches Bild: Darum herum rotieren unsichtbare, kugelförmige Schalen, auf denen die Planeten sitzen, nur sie allein sichtbar. Entscheidend war damals die Trennung in eine sublunare und eine superlunare Sphäre. Bergendes, beruhigendes Anschauungskonzept eines Kosmos, “der so hieß, weil die sphärischen Kreisbahnen die Vorstellung einer himmlischen Harmonie beförderten”. (S. 25). Was für ein Kontrast zu heutigen Erkenntnissen, in der die Erde wie eine beliebige Partikel, eine “quantité négligeable”, verloren im unermesslich großen, komplett indifferenten Raum erscheint.Unermüdlicher Forschergeist, immer neue Vermessungen im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende. Verblüffend, wie früh die Hypothese im Schwange war, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt: “Aristarch schlägt fast 2000 Jahre vor Kopernikus die Idee einer heliozentrischen Welt vor.” (S. 33)Bei Dante z.B., bei dem Anklänge an das auszumachen sind, was viel später “Urknall” genannt werden soll, spricht Fischer an, “dass es zu allen Zeiten Menschen sind, die Modelle vom Kosmos entwerfen, und diesen Menschen - uns allen - sind Grundmuster des Denkens und Verstehens gegeben, ohne die wir uns gar nicht einigen und verständigen können” (S. 55) Es sind Schemata des Auffassens, der Konstitution von Wirklichkeit, die über die pure Räumlichkeit und Zeitlichkeit hinausgehen, sprich differenzierter sind. Davon zeugen bildliche Vorstellungen und Grundfiguren, wie im Räumlichen etwa Ring, Spirale, (Schwarzes) Loch, Krümmung, Verstreutheit, Zusammenballung usw., die im Mikro- wie im Makrobereich wiederkehren (auch z. B. Symmetrien). Will sagen: Es sind spezifische Formen des Nebeneinanders, die über die „reine Anschauungsform“ hinausgehen. Fischer hält wissenschafts -und letztlich erkenntnistheoretisch fest: “Diese (unbewussten) Vorgaben beim (bewussten) Treiben von Wissenschaft mit zu berücksichtigen, kann dem allgemeinen Verständnis von astronomischen bzw. kosmologischen Einsichten nur dienen.” (S. 56)Im Kapitel über Kopernikus stellt sich Fischer gegen Freuds These, Kopernikus habe mit seiner heliozentrischen Wende den Menschen “erniedrigt”, ihm also das Frustrationserlebnis, die narzisstische Kränkung verschafft, nicht mehr Mittelpunkt der Welt zu sein. Denn in der damaligen Zeit sei die Mitte in Bezug auf Gott gerade nicht privilegiert gewesen: “Im Zentrum der Welt war man so weit wie möglich von den Göttern entfernt, deren Platz außen war... Indem Kopernikus uns aus der Mitte holt und in eine Umlaufbahn um die Sonne bringt, rückt er uns näher an die Götter heran.” (S. 66) Freud sei fälschlich vom modernen Selbstverständnis ausgegangen. Tatsächlich scheint es aus heutiger Betrachtung so, als sei die Menschheit mit dem Heliozentrismus aus einem bevorzugen Ort hinauskatapultiert worden, um den sich buchstäblich alles dreht und auf den Gott von oben seinen zentrierenden Blick richtet. Laut Fischer ist das päpstliche Verbot denn auch nicht wegen des Inhalts der neuen Lehre ergangen, sondern schlicht und einfach wegen der vielen Fehler im Buch. - Fischer kommt naheliegend auf Kants analoge “kopernikanische Wende” zu sprechen, die freilich den Menschen gerade “in die Mitte” rücke. Insofern sei der Vergleich falsch, handele es sich doch eher um eine “ptolemäische Gegenrevolution”. Im Übrigen formuliert er, simpel Kant paraphrasierend, “dass die Gesetze der Natur nicht aus ihr, sondern aus uns kommen. Wir machen sie. Wir erfinden die Form, mit der wir die Natur verstehen.” (S.70) . Er verkennt dabei grob, das “wir” nicht umhin können und es nicht in “unser” Belieben gestellt ist, in welcher Form wir Natur auffassen. Noch naturwissenschaftlich denkend, aber auf halbem Wege zur Philosophie, kommt er zu dem Schluss, es gelte, weitergehende Fragen im Rahmen einer „evolutionären Epistemologie” zu klären.Keplers “Mut..., die Bewegungen am Himmel nicht nur zu beschreiben, sondern durch Rückführung auf physikalische Ursachen (Kräfte) auch zu erklären” - anders als Kopernikus, der die kosmische Welt zwar “neu geordnet” habe, jedoch “ohne eine Spur von Physik zu verwenden” (S.84). Kepler habe die “Geburtsstunde der modernen Astronomie” eingeleitet (S. 85) Und er habe lange vor Einstein geahnt, „dass er mit der proportionalen Relation zwischen Raum und Zeit etwas Fundamentales über die Welt entdeckt hatte, ohne dass er damals bereits in der Lage gewesen wäre, dies in sein Bewusstsein zu integrieren und symbolisch auszudrücken” (S. 89). Fischer über die “unbewussten Vorgaben” in Keplers Astronomie, über das, was der Physiker Wolfgang Pauli “Urbilder der Seele” genannt habe. Beim tiefgläubigen Christen Kepler wurzelten diese “Archetypen” in der Idee von der Dreieinigkeit Gottes.Thema ist anschließend das, was Galilei mit Hilfe des Fernrohrs geleistet hat, inklusive sein “Kampf mit der Kirche“. Auf dem Fuße folgt Newtons Beitrag zur “wissenschaftlichen Eroberung des Universums”. Dann die Erkenntnisse Halleys...Auch Kant wird ein Kapitel gewidmet, als Naturwissenschaftler (der eine “Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels” verfasst hat) und Philosoph, auch als letzterer unter dem Einfluss Newtons. .. Kants Suche nach dem “Wahrheitsgrund der Geometrie”; nicht in Beobachtungen zu finden, sondern in “unserem intuitiven Verständnis von räumlichen Beziehungen” (der ,reinen’ Anschauung des Raumes)” (S. 141)...Erkenntnis - Fischer nennt sie “herrliche Hypothese” - , “dass der Kosmos EIN Universum ist”; denn “wir treffen überall auf dieselben Elemente - im Himmel und auf Erden ... Im ganzen Universum - so der bis heute gültige Schluss - finden wir die gleichen chemischen Verhältnisse”. (S. 165) Dieser Befund ist nicht mehr mit einer Grundform des Erkennens zu erklären, sonder als kontingent, als zufällige äußere Gegebenheit zu konstatieren - oder?...„Einstein erkennt, dass Zeit nur relativ zum Ort ihrer Messung bestimmbar ist (...), und die genaue Darstellung dieser Zusammenhänge heißt heute Relativitätstheorie.”... Einsteins “Gefühl, den Boden unter den Füßen verloren zu haben, an dem die Physik seit Jahrhunderten gezimmert hatte. Auf ihm sollten objektive Gesetze errichtet werden, die unabhängig von einem Beobachter waren und ohne ihn formuliert werden konnten.” ... “Die Natur des Lichts hing (so erkannte Einstein) nicht allein von der untersuchten Strahlung ab, sondern auch von der Frage, die ein Physiker im Experiment stellte. Mit anderen Worten, Einstein hatte die erste Frage der Physik entdeckt, für die es keine objektive Antwort gab. Die klassische Epoche seiner Wissenschaft war damit zu Ende. Die Zeit der Moderne konnte beginnen”. (S. 205) Einstein zur Erklärung der Gleichzeitigkeit: “...wenn ich z. B. sage: ,jener Zug kommt hier um 7 Uhr an’, so heißt dies etwa: , Das Zeigen des kleinen Zeigers meiner Uhr auf 7 und das Ankommen des Zuges sind gleichzeitige Ereignisse.’” Die Zeit werde, so Fischer, “die vierte Dimension eines Kontinuums aus Raum und Zeit, das den Namen Raumzeit bekommt und unser Universum IST.” Stutzig macht, dass sich dieses Konzept nicht mit einer anderen radikalen Neuerung unter einen Hut bringen lässt, trotz des jeweiligen Anspruchs auf wissenschaftliche Begründung; zwei Paradigmenwechsel stehen quer zueinander: Bis heute, schreibt Fischer, stünden “sich die Feldtheorie d. h. die Relativitätstheorie, die von einem kontinuierlichen, lückenlosen Gravitationsfeld) und die Quantentheorie (...) unvereint und unversöhnlich gegenüber” (S. 213)....“Die Messungen von Hubble und sein Gesetz deuten an, dass die Welt einen einzigen Entstehungs- und Schöpfungspunkt hatte, und sie ließen auch ungefähr erkennen, wann das passiert sein musste: vor mehr als 13 Milliarden Jahren” (S. 237) An dieser Stelle des Buchs bewegt sich der Leser längst in unvorstellbaren Dimensionen, die sich nur noch in Lichtjahren (eine Lichtsekunde entspricht 300 000 Kilometern!) berechnen lassen. Bedrückend weit entfernt ist man vom kugeligen Schutz (den Sloterdijk wohl nach allen Regeln der Kunst ausgewalzt hat), von der Harmonie der Sphären. Was die Vorstellbarkeit angeht, so fügt sich auch das griffige Bild vom „Urknall” nur scheinbar dem gesunden Menschenverstand, der von der modernen Physik sonst nach strich und Faden gebeutelt wird. Denn die Rede vom “Urknall” drückt nach Fischer bloß aus, das der Kosmos aus einer so genannten Weißen Epoche (schon wieder ein verführerisches Bild) “mit einer Expansionsbewegung herausgekommen ist, die den Eindruck erweckt, als hätte es kurz zuvor - sehr kurz zuvor - mit unendlicher Dichte und Temperatur sein Leben begonnen”. (S. 253) Es ist also ein “Als ob”....Die Forschergeschichte schließt mit einem Kapitel über Stephen Hawking.Nachwort:Verblüffend, dass die Dunkelheit im Kosmos alles andere als selbstverständlich, nämlich durchaus erklärungsbedürftig ist innerhalb eines Universums, in dem es Licht gibt. Es muss eine Zeit gegeben haben (Fischer: etwa 300 000 Jahre nach dem Beginn der Entstehung bzw. Ausdehnung der Welt), in der der Wirbel von Elektronen und Protonen die Strahlungen abfing, so dass “Schwärze” entstand. Das, was heute als Dunkelheit wahrzunehmen ist, ist demnach eine späte Wirkung, ein “Rest” aus jener Zeit, in der die Helligkeit gebunden wurde.Fischer spürt im Nachwort, in Rückwendung vom Objekt (Kosmos) zum Subjekt (etwa in Gestalt des Wissenschaftlers), vor allem Grundfragen des Erkennens, den “Urbildern in uns” nach. “Wenn wir den Blick vom kosmischen Außen zum seelischen Innen wenden, also dorthin, wo das Sehen stattfinden muss, mit dem wir die äußere Welt zu erkennen beginnen, finden wird die Geometrie, von der Kepler schwärmte.” (S. 285; problematisch dies Formulierungen: Das gibt es ein “seelische Innen”, “in” dem “das Sehen stattfindet”). Es läuft auf neurophysiologische und psychologische Betrachtungen hinaus, greift aus bewusstseinstheoretischer Perspektive also zu kurz; trotzdem müssen solche Erkenntnisse, für sich in ihrem einzelwissenschaftlichen Wert genommen, ja nicht falsch sein. Am Anfang steht, wieder und wieder, die uralte Frage nach dem “Zur-Deckung-Kommen von inneren Bildern mit äußeren Objekten und ihrem Verhalten” (S. 84, nach Wolfgang Pauli; in dieser Frageformulierung steckt allerdings schon das Problem). Die “inneren Bilder” sind z. B. bei Kepler geometrische Formen wie Kreise, die einen jeder Erfahrung vorgegebenen Fundus an figürlichen Schemata bilden und „als Vorstufe der Begriffsbildung dienen können” (S. 284) Pauli: “Die Vorstufe des Denkens ist ein MALENDES SCHAUEN dieser inneren Bilder, deren Ursprung nicht allgemein und nicht in erster Linie auf Sinneswahrnehmungen zurückgeführt werden kann.” Er spricht von einer “archaischen Einstellung” (der ein “starker emotionaler Gehalt“ zukomme) als “notwendiger Voraussetzung” und “Quelle der wissenschaftlichen Einstellung” (S. 287) Das grundlegend “Ordnende und Regulierende” im Erkennen macht er in “Archetypen” aus, deren “psychische Manifestation” (sie sind also nicht selber “psychische Inhalte”, sondern liegen ihnen voraus) jene “inneren Bilder” sind und die sich zugleich und in eins damit physi(kali)sch manifestieren, indem sie alles Naturgesetzliche im Verhalten der Körperwelt hervorbringen, erzeugen, bedingen. Die “Archetypen” garantieren also, insofern sie der analytischen Unterscheidung, der abstrahierenden Trennung von Subjekt und Objekt vorausliegen, jenes “Zur-Deckung-Kommen; in ihnen entspringt der fundamentale Konnex, die schlagartig gegebene Korrespondenz, dass “JEDES Naturgesetz eine Entsprechung innen (hat) und umgekehrt...” (S. 288); Außen und Innen sind zwei Seiten derselben Medaille. Für Pauli “stellen zum Beispiel das Atom und die Energie weder empirisch noch logisch fundierte Begriffe dar. Es handelt sich mehr um archetypische Konzepte, die in der Wissenschaft verankert bleiben und von Forschern trotz massiver Bedeutungsverschiebungen im Lauf der Geschichte durchgängig akzeptiert und verwendet werden, weil ihnen innere Urbilder entsprechen...” (S. 289)Den Schluss-Schwenk zum Moralischen hätte Fischer sich sparen können. Die Kosmologie werde “von der Überzeugung getragen (…), dass Wissen stets einem Nichtwissen vorzuziehen ist, und weil ihr dazugehöriger Optimismus belohnt worden ist mit einem Weltbild, das sich trotz aller immensen Ausmaße des Universums als sehr human zeigt”. Wie das? Man kann sehr wohl “Angst vor einer unendlichen Leere“ (S. 291) haben. Oder sich achselzuckend davon abwenden, weil “da draußen”, unzählige Lichtjahre entfernt, nichts lebenspraktisch Relevantes zu finden ist.Im Anhang geht’s um die Frage nach Gott, u. a. in Konfrontation mit dem Widerspiel von Zufall und Notwendigkeit. Monod: “Der Alte Bund ist zerbrochen; der Mensch weiß endlich, dass er in der teilnahmslosen Unermesslichkeit des Universums allein ist, aus dem er zufällig hervortrat. Nicht nur sein Los, auch sein Pflicht steht nirgendwo geschrieben. Es ist an ihm, zwischen dem Reich und der Finsternis zu wählen.” (S. 322) Auch wenn der Appell am Ende so bibelsprachig-pathetisch daherkommt: Was ist dem hinzuzufügen? Fischer will die unangenehme Erkenntnis eskamotieren, indem er sagt: Verdankte sich die menschliche Existenz dem Zufall, “könnten wir sie nicht untersuchen, jedenfalls nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaft”. Wieso? Auch folgender Winkelzug, mit dem der Autor ein Vertrauen in einen übergreifenden Sinn retten will, überzeugt nicht: “Im Rahmen des evolutionären Argumentierens machen wir aber gerade unser Existieren zum Thema des Diskurses, und allein dadurch drücken die Forschenden aus, dass unser Vorhandensein auf der Erde mehr ist als das, was sie behaupten, mehr als ein Zufall.” O.k.: „Wir“ sind uns selber nicht egal. Aber „wir“ offenbar dem Universum - sofern Gleichgültigkeit kein Anthropomorphismus ist. “Thematisieren” reicht nicht als Sinnquelle. Bleibt jedoch tatsächlich der Befund, dass es so scheint, als gäbe es einen Plan, eine Finalität, als wäre das Leben gewollt. Evolutionsbiologisch frappierend ist unzweifelhaft das, was Fischer auf S. 324 als “Konvergenz” ins Spiel bringt; nämlich “die Tendenz von Organismen, von deutlich verschiedenen Ausgangspositionen herkommend mithilfe von Mutation und Selektion zu ähnlichen Lösungen zu gelangen” (die Wortwahl freilich ist schon bedenklich: “mithilfe”, “Lösungen”, als gäbe es ein Schöpfungsaufgabe zu erfüllen). Dass “wir nach einem höheren Sinn und nach tieferer Bedeutung suchen” (S. 327) bedeutet allerdings nicht, dass er zu finden ist. Fischer will darauf hinaus, dass “Gott dann zurück(kommt) und sich bemerkbar (macht), wenn er fast verschwunden ist” (S. 328) ob ihn nun die Darwinisten oder die Kosmologen in arge Bedrängnis gebracht oder gleich verabschiedet haben. Fischer bringt als weiteres Argument das “anthropische Prinzip” ins Spiel - das übrigens Dawkins für genau den entgegengesetzten Zweck benutzt. Was soll’s. Nenn es “Neutralisierung des Kosmos“(S.330), nenn es Säkularisierung oder “Entzauberung” - der “bestirnte Himmel über mir” muss nicht dazu angetan sein, “Gott in der Welt spüren” und einen das “Zittern” (S. 333) einstellen zu lassen.
O.M. 28.08.2023 amazon.de
steht in diesem Buch. Der Sprachstil des Autors wirkt überheblich, manchmal anmaßend (deshalb nur 3 Sterne). Wer wirklich etwas über Kosmologie und deren geschichtliche Entwicklung wissen will, kauft dieses Buch lieber nicht. Es steht zwar nichts falsches drin, ist aber wissenschaftlich oft nicht relevant; da gibt es Besseres am Büchermarkt.
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