An einem Tag wie diesem ändert Andreas sein Leben. Ihn packt eine Sehnsucht die zwischen Heimweh und Fernweh nicht mehr unterscheidet. Er wirft alles hin verkauft seine Wohnung und kündigt seine Stelle in Paris um nach einem halben Leben zu der Frau zurückzukehren die er einmal geliebt hat. Die Gleichheit der Tage war sein einziger Halt jetzt hofft er auf ein Wunder und darauf dass alles neu beginnt. Seine Reise führt ihn in die Provinz seiner Jugend und wieder weg bis ans Ufer des Atlantiks in die Arme einer Frau deren Liebe er beinah verspielt hatte.
Bewertungen & Erfahrungen
4,0 von 5
4 Bewertungen
5 ★1
4 ★2
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Alle bisherigen Rezensenten haben Recht! Warum?Die Sprache Peter Stamms ist kunstlos, ohne Schnörkel. Auffallend sind die kurzen Sätze. Subjekt, Prädikat, Objekt - wenig Nebensätze.Zwar lebt Peter Stamm in Winterthur im Kanton Zürich, man könnte aber meinen, er sei in einem der abgelegenen Täler in der Schweiz geboren (Emmenthal, Berner Oberland), weil die Bewohner eben jener Gegenden sich auch heute noch oft durch eine eher bedächtige Art, die sich eben auch in Sprache ausdrückt, auszeichnen.Man würde meinen, das sei öde, doch Stamm beweist, dass auch wortkarge Schweizer durchaus etwas zu sagen, zu schreiben haben.Die innere Befindlichkeit bzw. auch der Handlungsstrang lassen in der Tat an die Werke Albert Camus erinnern. Doch als dieser schrieb, wurde Stamm erst geboren.Dem Protagonisten Andreas ist alles gleich (gültig). Er ist haltlos, er hängt an nichts, nicht einmal an seinem Leben. Sein Verhältnis zu Frauen reduziert sich im Wesentlichen auf Sex. Er gebraucht sie, sie benutzen ihn.Thematisch passt dieses Buch, das vorgibt ein Roman zu sein, sich jedoch eher an der Grenze zur Erzählung bewegt, eher in die 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Ich denke dabei auch an Uwe Timms "Heißer Sommer" (1974).So gesehen haben wir es mit einem "anachronistischen" Werk zu tun, das vermutlich vor allem jene Leser erreicht, die sich in den 70er Jahren zu Hause fühl(t)en und auch heute noch auf der Suche nach dem Sinn unserer Existenz sind.
Ich schicke voraus, ich mag Peter Stamm und seine Erzählweise – aber dieses Buch hat mich weniger hineingezogen als z.B. Agnes oder Sieben Jahre. Auch hier geht’s um Beziehungs(un)fähigkeit, aber ich konnte mich mit dem Protagonisten Andreas nie richtig anfreunden.Zu lange folgen wir ihm anfangs nur um sein leeres und formloses Leben – „ein Leben das keines war“ – kennen zu lernen – „Leere sei der Normalzustand“. Als dann eine mögliche Krebsdiagnose ihn dazu bewegt, alles aufzugeben und in seine Vergangenheit, inklusive seiner Jugendliebe, zu reisen wird es schon interessanter.Dann gibt Peter Stamm in seiner ziemlich minimalistischen Sprache seinem Protagonisten schon so einige Gedanken mit, die auch mich als Lesenden zum nachdenken anregten – über Gefühle und deren Wandel, Liebe, Beziehungen, Sehnsucht. Wir alle grübeln wohl auch manchmal wie Andreas, was passiert wäre, wenn manch kleiner Zufall nicht gewesen wäre, man dies nicht gesagt, oder jenen Brief doch abgeschickt hätte. Und Peter Stamm kann erzählen. „Die Zukunft war nur ein Tag“, Ende gut …Manches der Handlung/Begebenheiten sollte Leser/in vielleicht nicht auf die Goldwaage legen, es ist eher ein Vehikel, um die dahinterliegenden Gedanken zu transportieren – und leider bleibt eben auch Andreas etwas zu wenig detailliert, sodass man nur seine Langweiligkeit und Lieblosigkeit kennt und sich fragt, welche Qualitäten er hat (und sei’s drum jene, warum ihn seine diversen Geliebten interessant finden).
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