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1000 Serpentinen Angst | Roman | Olivia Wenzel | Taschenbuch | 352 S. | Deutsch | 2022
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★3
4 ★2
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion31.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ich habe das Buch vor den Feiertagen gekauft und es ist gut in den Zustand gelandet. Die Papierqualität ist ansprechend und die Bindung hält das Buch in Ordnung. Die Lesbarkeit ist gut, man kann die Seiten ohne Probleme lesen. Für den Preis ist es ein solider Kauf.
Redaktion31.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch kam in einem sehr guten Zustand an. Der Einband ist unbeschädigt und die Seiten sehen sauber aus. Die Verpackung war intakt und es gab keine sichtbaren Mängel beim Öffnen. Die Buchqualität wirkt solide.
Dieses Buch macht einem die Augen auf. Was es heisst anders zu sein. Seit Kind auf nicht dazuzugehören, zugleich seinen Platz in dieser Welt zu suchen und zu suchen und vielleicht ihn nie zu finden. Die Autorin ist sehr gescheit und bringt Fragen auf die einem nicht mehr los lassen. Was auffällt ist die totale Absenz von Liebe. Weil die Liebe vollkommen fehlt läuft ihre Suche voll ins Leere. Angefangen von der Mutter und Vater, der Grosseltern und den Mitmenschen erfährt sie keine Liebe. Wo sie vielleicht Liebe finden würde, in zwischenmenschlichen Beziehungen lässt sie sie nicht zu. Somit ist es ein sehr trauriges Buch und es zeigt wieder einmal : "Love matters".Die Sprache ist sicher nicht für jeden, aber mich hat es angesprochen. Es ist eine schnelle und umherspringende Sprache, ähnlich wie Rapp oder Hiphop, auch wenn ich mit der Musik nicht viel Anfangen kann , literarisch sagt sie mir sehr zu. Die Geschichte wird in Frage- und Antwortsätze erzählt, was ich bis dahin auch noch nie gesehen habe, was den Vorteil hat, dass man immer wieder selber zum Nachdenken aufgefordert wird. Dieses Buch ist unbedingt ein Muss.
Der Debütroman von Olivia Wenzel hat mich fasziniert und überwältigt zurückgelassen. Die Protagonistin hat mit so einigen Traumata zu kämpfen, dennoch weist der Roman bei allem Schmerz immer wieder auch eine gewisse Leichtigkeit auf. Den ungewöhnlichen Sprachstil habe ich als sehr intuitiv wahrgenommen, dieser hat Raum für innere Resonanz geöffnet. Unbedingte Leseempfehlung!
Beim Lesen dieses Buches drängt sich immer mal wieder die Frage auf: Wie viel davon ist autobiografisch? Wie viel eigener Schmerz ist in diesen Text geflossen? Auch ohne sich näher mit der Autorin auseinandergesetzt zu haben, gibt der Klappentext des Buches doch den einen oder andere Hinweis und lässt so gedanklich nach vermeintlichen Parallelen suchen: Ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein.Es braucht allerdings ein wenig, um sich auf die besondere Darstellung der Lebensereignisse einzulassen; Form und Inhalt des Textes versuchen sich in einem ungewohnten Stil. Geprägt von mancherlei Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum, von anbrandenden „schwerwiegenden“ Fragen, die bevorzugt im Dialog „behandelte“ werden, mit teils fiktiven Gesprächspartnern (eine Art Selbstgespräch), gilt es so manche gedankliche Hürde zu überwinden. Wer sich darauf einlassen kann, erfährt so einiges über eine außergewöhnliche Person, die in ungewohnten Kontexten um ein authentisches, „normales“ Leben ringt.Es sind die Gegensätze, die diesen Roman zum nachhaltigen Leuchten bringen, insbesondere mit dem immer wieder aktuellen Thema: Wir und die anderen; sich ausgegrenzt fühlen oder dazugehören (wie viel muss ich von mir aufgeben, um einigermaßen passend zu sein?). Und: Muss sich das alles in meinen Kindern wiederholen? Es gibt also genügend Möglichkeiten sich einigen elementaren Fragen des Lebens zu nähern.Thematisch wird dies auf unterschiedlichen Ebenen ausgefochten, angefangen von einem therapeutische Rahmen (Therapien I-III), über knallharte Gesellschaftskritik bis hin zu Fragen der Parallelität zwischen Kolonialismus und DDR, die im dreifachen „Problem mit der Banane“ mündet: „1. Öffentlich eine Banane essen als schwarze Person: Rassistische Affenanalogien, uga, uga, uga. Aua. 2. Eine Banane essen als Ossi – die Banane als Sinnbild für die Unterlegenheit des beigen Ostens gegenüber dem goldenen Westen. Die Banane als Brücke in den Wohlstand, exotische Südfrüchte als Symbol wirtschaftlicher Übermacht. Boah und die blöden Ossis standen da nach’m Mauerfall stundenlang für an, ey. 3. Eine Banane essen als Frau – Blowjob, dies das. Die Banane als Penisanalogie und Werkzeug des Sexismus. Unsichere, pubertierende Teenager traumatisieren andere unsichere, pubertierende Teenager. Mach doch mal Deepthroat, hähähä. Hähähä.“Es ist ein außergewöhnliches, oft verstörendes Buch. Man benötigt eine gewisse Großzügigkeit, um sich auf den besonderen Stil mit einem ungewöhnlich Klang einzulassen.
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Letzte Aktualisierung: 12.10.2026 06:24 Uhr.