Über Felder und Strände: Eine Reise in die Bretagne (Fischer Klassik)
Klassiker EAN 9783596907038

Über Felder und Strände: Eine Reise in die Bretagne (Fischer Klassik)

Hersteller: Fischerverlage  ·  MPN: 1070667
4,5/5 (2 Bewertungen)

Produktfakten auf einen Blick

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9783596907038
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1070667
Kategorie
Klassiker
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4,5 / 5 (2 Bewertungen)

Produktbeschreibung

Eine Reise in die Bretagne

Bewertungen & Erfahrungen

4,5 von 5
2 Bewertungen
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Yvonne de Andrés 05.06.2023 amazon.de
„Am 1. Mai 1847, morgens um halb neun, haben die beiden Monaden, deren Verbindung dazu dienen wird, die folgenden Bögen zu schwärzen, Paris mit dem Ziel verlassen, zwischen Farnkraut und Ginster oder auf den weiten Sandstränden am Meeressaum unbeschwert Atem zu schöpfen.“Die beiden 20jährigen Freunde Gustave Flaubert und Maxime du Camp verabreden gemeinsam eine dreimonatige Reise in die Bretagne. Gustave Flaubert hat die Tour minutiös vorgeplant. Für ihn sollte diese Reise einen Ausweg aus einer privaten Sackgasse ermöglichen. Er wollte Abstand gewinnen. Sein Vater und seine Schwester waren kürzlich verstorben, die familiäre Enge war erdrückend. Er suchte der Hektik des Alltages zu entfliehen, seine Schriftstellerische Tätigkeit war ins Stocken geraten und auch seine Liebesbeziehung mit Louise Colet befand sich in der Krise. Neue Eindrücke, neue Erfahrungen sollten dazu dienen, den Kopf wieder klar zu bekommen und Abstand zu gewinnen.Die Reise beginnt in Blois. Entlang der dicken Ulmen und deren dichten Blätterdach geht es ans Ufer der Loire, um von dort an die Küste der Bretagne zu gelangen. Gustave Flaubert und Maxime du Camp haben sich vorgenommen, abwechselnd ihre Reiseeindrücke festzuhalten. Die geraden Kapitel schreibt du Camp, die ungeraden Flaubert. So entsteht eine abwechslungsreiche Perspektive. Die beiden unterschiedlichen Stimmen stehen sich gegenüber und wirken wie ein raffinierter Dialog über die Eindrücke und Geschehnisse der Reise. Es sind Begegnungen mit Menschen, unbekannte Bräuche, die mal erstaunt oder boniert kommentiert werden. Manchmal sind es auch Eigenheiten, über die beide staunen, aber auch Exkurse in die Literatur und Geschichte Frankreichs. Außerdem ist es auch der Blick zweier Städter auf die unbekannte und raue Provinz.Die beiden Freunde hatten sich eigens vorgenommen, nicht alle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, trotzdem besuchen sie dafür eine überraschend große Menge. Ihr Weg führt sie durch Felder, Wälder, Orte und zu Menschen und wirkt entschleunigend. Das überträgt sich auch auf die Leserin. Meist sind sie zu Fuß unterwegs. Flaubert und du Camp gewinnen Abstand zum Alltag. In Brest, im obersten Zipfel der Bretagne, da wo die Welt fast zu Ende zu sein scheint, notiert Flaubert seine Eindrücke: „Hier endet die alte Welt: dies ist ihr letzter Punkt, ihre äußere Grenze; hinter einem liegt das ganze Europa, das ganze Asien; vor einem liegt das Meer, und zwar das ganze Meer. So groß die Entfernungen in unseren Augen auch sein mögen, sind sie nicht immer begrenzt, sobald wir ein Ende kennen?“Die beiden Dichter durchstreifen Vannes, Locmariaquer, Carnac, Quiberon, Auray, Lorient, Brest und Saint-Malo, bevor sie am Ende wieder in Rouen, der Heimatstadt von Flaubert eintreffen.Die Auseinandersetzung mit diesen Gegenden und dem, was sie in Ihnen wachrufen, führt die Reisenden immer weiter dazu, ihre innere Freiheit zu gewinnen. Das ist es eigentlich, was die Lektüre spannend macht. Das Buch ist zusätzlich sehr schön aufgemacht, ein bibliophiles Schmuckstück. Eine übersichtliche Karte im Vorsatz lädt dazu ein, die Reiseroute mit den Augen nachzuverfolgen. Die Übersetzung aus dem Französischen hat Cornelia Hasting in gewohnter Professionalität besorgt. Das Vergnügen ist besonders groß, weil der Reisebericht der beiden Freunde jetzt gemeinsam vorliegt. Die ursprüngliche Idee, ihre Reiseimpressionen gemeinsam zu veröffentlichen, wurde damals nicht realisiert. Ihre Notizen erschienen in den 1850er Jahren jeweils separat. Ein großes Lesevergnügen.
knallgrau 05.06.2023 amazon.de
Das Buch muss man mit Google Street View und Wikipedia lesen, sonst hat man nur halb soviel davon. Dann macht man eine Reise durch die Städte und die Französische Geschichte, die man in keinem Reiseführer geboten kriegt. Sehr schöne Beschreibungen der Landschaften, Städte und Bauten. Dazwischen feine Beschreibungen von Frauen, die diese Mitte Zwanzigjährigen auch nicht ruhig lassen. Es ist nicht so, dass sich diese Pariser Bourgeois über alles lustig machen, wie oft in der Kritik gesagt wird.
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