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EAN 9783716028025

Das Jahr in dem wir verschwanden - Tayari Jones Britt Somann-Jung Gebunden

4,5/5 (4 Bewertungen)

Produktfakten auf einen Blick

EAN
9783716028025
Durchschnittsbewertung
4,5 / 5 (4 Bewertungen)

Produktbeschreibung

Atlanta 1979: Die Fünftklässler Tasha Rodney und Octavia kehren nach den Sommerferien an ihre Grundschule zurück. In diesem Jahr ist jedoch alles anders: Immer mehr Kinder verschwinden sie werden Opfer einer schrecklichen Verbrechensserie. Ein Ungetüm aus Angst und Unverständnis breitet sich in den Familien und in der Schule aus. Gleichzeitig ist der Alltag der Kinder von eigenen Sorgen rund um Mitschüler:innen und Eltern geprägt - und auch immer wieder von Freuden wie wir sie so ungetrübt nur als Kind empfinden.

Bewertungen & Erfahrungen

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4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 31.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein sehr charmantes und atmosphärisches Buch, das mich in die Vergangenheit entführt, allerdings finde ich die Darstellung der Charaktere etwas zu stark vereinfacht.
Martina Weiss 21.04.2024 amazon.de
Die Figuren sind fiktiv, die Rahmenhandlung nicht.Ende der 1970er Jahre trieb ein Serienmörder in Atlanta sein Unwesen, der afroamerikanische Kinder verschleppte und tötete. Die Autorin war damals 9 Jahre alt und verarbeitet in diesem Roman die Ängste und Gedanken, denen sie und ihre Altersgenossen ausgesetzt war. Der Alltag der Familien wurde massiv beeinträchtigt, der Schulweg, die Nachmittage, das Zusammenleben- nichts war mehr so wie vorher.Anhand dreier Kinder, deren Leben miteinander verflochten ist, lesen wir über diese Zeit und erfahren viel über das Leben afroamerikanischer Familien das Milieu und die Endsiebziger.Ein wirklich großartiger Roman, der tief unter die Haut geht und perfekt von Britt Somann-Jung ins Deutsche übersetzt wurde. Volle Punktezahl und absolute Leseempfehlung meinerseits!
Claudia Winter 21.04.2024 amazon.de
In den Jahren 1979 bis 1981 erschütterte eine bis heute nicht zweifelsfrei aufgeklärte Mordserie an Kindern und Jugendlichen, hauptsächlich Jungen afroamerikanischer Herkunft, die Stadt Atlanta. Die Autorin Tayari Jones, die als Kind das Verschwinden miterlebte, nahm die Ereignisse zum realen Anlass für ihr fiktives Buch.Sie gliedert den Roman in drei Teile, die jeweils einem Kind aus derselben fünften Klasse gewidmet sind.Dabei wird, wobei die Erzählperspektiven von der dritten über die zweite Person bis zur Ich-Erzählerin wechselt, fast ausschließlich die Sicht der jungen Protagonisten dargestellt. Ihr Alltag, ihre Sorgen, ihre sehr unterschiedlichen Situationen, besonders aber ihre ureigene Gedankenwelt kommen so authentisch zur Geltung, dass man sich zurückversetzt fühlt in die eigene Kindheit. Ohne Zögern begibt man sich in ihre Rollen und versteht sie bedingungslos, selbst die abstrusen, abergläubischen Ideen, die sie angesichts des Verschwindens ihrer Klassenkameraden entwickeln.Zunächst lauert die Gefahr noch im Hintergrund, wichtige Themen sind vielmehr die eigene Rolle in Bezug auf die Freundinnen, die Eltern, die sich trennen wollen, der Konflikt mit dem Jungen, der trotz seiner schlechten Manieren irgendwie interessant ist. Wer nun meint, das klinge langweilig, dem sei versichert, dass es das ganz und gar nicht ist. Die Geschichte saugt ihr Publikum auf und hält es mit der radikal konsequenten Erzählweise in Bann, und zwar bis zur letzten Zeile.Ein weiteres Grundthema des Romans ist Rassismus. Hass, Misstrauen und Abwehr sind tief verwurzelt. Niemand kann sich vorstellen, dass ein anderer als ein Weißer die Taten begehen konnte. Denn die Jungen werden Männer, und weiße Männer haben Angst vor schwarzen Männern.Obgleich die Zeitebene des Romans vierzig Jahre zurück liegt, wirkt die Problematik in beklemmender Weise aktuell. Was geschah, lässt sich denken auch im heutigen Amerika. Und in anderen Konstellationen in allen Teilen der heutigen Welt.
Renas Wortwelt 21.04.2024 amazon.de
Es ist ja bekannt, dass Erstlingswerke von Autor:innen es oft schwer haben, einen Verlag zu finden. Erst, wenn das zweite oder dritte Buch der Autorin ein Erfolg war, werden die Frühwerke ebenfalls herausgegeben. Dabei stellt sich dann manches Mal heraus, dass die ersten Ablehnungen vielleicht nicht ganz unbegründet waren. Denn die Erfolge der weiteren Romane besagen nichts über die Qualität der Debüts.Für den vorliegenden Roman von Tayari Jones fällt es mir schwer, genau dies zu beurteilen. Von ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Roman „Das zweitbeste Leben“ war ich wirklich begeistert und ich bedaure, dass ich ihr anderes Buch „In guten wie in schlechten Tagen“ bislang noch nicht lesen konnte.Ihr jetzt von Arche veröffentlichter Roman basiert auf wahren Ereignissen, die sie aus der Sicht von Kindern erzählt. Die Handlung ist in Atlanta angesiedelt und spielt im Jahr 1979. Damals verschwanden bis zu 20 Kinder. Endgültig aufgeklärt wurden diese Fälle wohl nie. Tayari Jones greift das auf und lässt drei Kinder im Alter von 11 oder 12 Jahren sprechen. Alle drei sind farbig, gehen in dieselbe Klasse auf einer Schule für Farbige und leben in einem Viertel, in dem keine Weißen wohnen. Dennoch sind die Lebensumstände der Drei sehr unterschiedlich.Im ersten Teil, in personaler Perspektive in der dritten Person geschrieben, berichtet Tasha, eine schüchterne Tochter aus gutem Haus von ihrem Schulalltag. Sie knüpft Kontakt zu einem Jungen, der dann plötzlich spurlos verschwindet. Alle Eltern sind extrem besorgt und lassen ihre Kinder möglichst nicht mehr aus den Augen.Im zweiten Teil, im Präsens und in der zweiten Person Singular geschrieben, erleben wir die Ereignisse aus der Sicht von Rodney. Er ist ein Außenseiter in der Schule und versucht, mit Octavia, die ebenfalls von allen bei allem ausgeschlossen wird, Freundschaft zu schließen.Der letzte Teil schließlich schildert die weiteren Vorkommnisse aus der Sicht von Octavia, diesmal in Ich-Form. Sie lebt mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen, ist nachts allein, während die Mutter arbeitet. Octavia fürchtet sich, auch aufgrund der Ängste der Erwachsenen, sehr vor dem Alleinsein.Tayari Jones trifft genau den Ton der Kinder, ihr gelingt es, die kindlichen Stimmen erklingen zu lassen, so dass man sich beim Lesen tief in deren Ängste und Befürchtungen hineinfühlen kann. Sie macht die Furcht der Kinder, die das Verhalten der Erwachsenen nicht immer verstehen und sich ihre eigenen Gedanken machen, fast greifbar. Insbesondere Octavia ist mir bei der Lektüre sehr ans Herz gewachsen und ich litt mit ihr, wenn sie nachts allein zu Hause wachte, weil sie aus Angst nicht schlafen konnte.Auch in diesem Roman thematisiert die Autorin, wie schon in „Das zweitbeste Leben“ die unterschiedlichen Lebensverhältnisse der Farbigen und der Weißen in Amerika. Sie beschreibt es ohne Lamento, ohne klagend erhobenen Zeigefinger, aber schonungslos, klar und präzise. Sie findet Worte für den Zorn der Farbigen ebenso wie für ihre Trauer.Und für mich war genau das das eigentliche Hauptthema des Romans, der Alltag und die Sorgen der Schulkinder und ihrer Familien. Die Vorfälle um die verschwundenen und ermordeten Kinder, auch wenn die Protagonisten unmittelbar betroffen waren, erschienen eher zweitrangig, mehr das Gewürz als die Hauptzutat zu diesem Roman. Das ist kein Nachteil, allerdings weckt der deutsche Titel diesbezüglich falsche Erwartungen.Ein wenig irritiert haben die Wechsel in der Erzählweise, für mich waren das Brüche. Andererseits verstärkte genau das die Unterschiede zwischen den drei Kindern, passte doch die gewählte Weise recht gut zum jeweiligen Charakter.Besondere Erwähnung verdient hier auch das Cover des Romans, das optisch und haptisch ein echter Genuss ist.Fazit: ein lesens- und empfehlenswerter Roman, der jedoch in meinen Augen nicht ganz an die Qualität ihres anderen Buchs heranreicht.Tayari Jones – Das Jahr, in dem wir verschwandenaus dem amerikanischen Englisch von Britt Somann-JungArche, Juli 2021Gebundene Ausgabe, 269 Seiten, 22,00 €
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