Dies ist mein erstes Buch von Emma Scott. Mich hat bisher kein Klappentext so angesprochen. Das Buch ist einfach der Wahnsinn. Es ist nicht nur eine unglaublich tiefgründige Liebesgeschichte, sondern so viel mehr. Der Schreibstil ist unglaublich schön und die Charaktere sind sehr besonders. Man kann es nicht aus der Hand legen. Mein absolutes Jahreshighlight und ich habe schon einige Bücher dieses Jahr gelesen. Es gehört definitiv ganz oben zu meinen Lieblingsbüchern. Die Geschichte hat mich sehr berührt und mein Herz erobert. Wirklich große Klasse. ❤️
“Don’t know how lost you areUntil you’re found.” (S. 87)Miller Stratton ist in bitterer Armut aufgewachsen und hofft, sich mit seinem außergewöhnlichen Musiktalent ein besseres Leben aufbauen zu können. Doch auch wenn der Erfolg zum Greifen nah ist, so scheint ihm eines verwehrt zu bleiben: Violet, das Mädchen in all seinen Love Songs. Sie ist die Eine für ihn, war es schon seit dem schicksalhaften Tag, als sie ihm mit dreizehn Jahren das Leben rettete. Jeder weiß das, außer Violet selbst, die sich mit aller Macht gegen die Gefühle für ihren besten Freund stemmt. Denn sie sieht jeden Tag bei ihren Eltern, was passiert, wenn die Liebe scheitert. Aber wie lange kann sie ihm bei seinem Aufstieg zum Ruhm zusehen, ohne sich einzugestehen, dass auch ihr Herz schon immer nur ihm gehört hat?Emma ist eine grandiose Autorin. Ihr Schreibstil ist fesselnd, detailreich, gefühlvoll und einnehmend. Immer wieder schafft sie es, dass ich mit den Charakteren mitfiebere, weine und lache. Und genau deswegen habe ich mich so unglaublich doll auf dieses Buch gefreut.Ich war überrascht, dass der größte Teil der Geschichte zeitlich in der Kinder-/Jugendzeit von Violet und Miller spielt. Das ist eher ungewöhnlich für Emma Scott. Trotzdem hat mir der Anfang der Geschichte sehr gut gefallen. Der weitere Handlungsverlauf hat mich allerdings ein wenig enttäuscht. Grund dafür waren die häufigen Zeitsprünge, die die Geschichte in vier Abschnitte unterteilt und zum Teil unnötig in die Länge zieht. Die vielen Unterbrechungen und Sprünge haben meinen Lesefluss erheblich gestört und mich deshalb nicht völlig mitgerissen.Die ersten Kapitel haben mich in den Bann gezogen und ich war sehr gespannt auf die Entwicklung der Charaktere und ihre Liebesgeschichte. Violet ist sehr lieb, sympathisch und ihr Mitgefühl für Miller hat mich sehr gerührt. Miller, der für sein junges Alter bereits sehr viel durchstehen musste, war sehr tiefgründig, interessant und authentisch. Ihre Freundschaft ist einfach so süß beschrieben worden und ich habe gleich zu Beginn mein Herz an die beiden Kinder verloren. Im Verlauf der Geschichte ist die Nähe zu den Charakteren und die aufgebauten Emotionen und Tiefgründigkeit leider ein wenig verloren gegangen.Die Nebencharaktere waren an sich auch sehr interessant, allerdings nur sehr oberflächlich beschrieben. Mit Ausnahme der beiden Freunde, die Miller später findet. Holden und Ronan haben es mir wirklich angetan. Ihre Hintergrundgeschichten und Charakterentwicklung sind sehr spannend und machen neugierig auf mehr. Ich bin sehr froh, dass sie jeweils ein eigenes Buch bekommen.„Pretend I’m doing fine on my ownA lost soul with nowhere to go.” (S. 86)Trotz der Schwächen im Handlungsverlauf und der Entwicklung der Charaktere hat mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen, was im Großen und Ganzen am Schreibstil lag. Aber auch die angesprochenen Themen (z. B. Diabetes, Organspende, Armut und Obdachlosigkeit) waren sehr interessant und werden meiner Meinung nach zu selten in Büchern aufgegriffen.