Dickes Lob für die Produktion: Alles Papier bis auf zwei Mini-Plastikklebepunkte als Versiegelung. Lob für den hintersinnigen Titel und die Idee, allerdings nicht für die Ausführung, weil bei den Charakteren kein Klischee ausgelassen wird: Sprachen weiblich vertreten, Mathe, Physik und Sport männlich … und Biologie optisch irgendwie keins von beiden? Wir haben auch nach den krausen Ideen der Schulbehörde gesucht und leider nur müde Sprüche gefunden. Welchen Zweck sollen die Texte eigentlich haben? Sollen sie vorgelesen werden? Etliches ist auch schon bekannt oder wirkt wie sehr sportlich-freizügig „entlehnt“, z.B. bei die Frage nach den Nadelbäumen („Unterkiefer“) lässt das Buch „Nenne drei Nadelbäume: Tanne, Fichte, Oberkiefer“ (von Carola Padtberg-Kruse und Lena Greiner/2015) grüßen. Witzigstes Zitat: Das „Nein.“ aus Goethes Faust mit Stellenangabe. Das war’s dann schon. - Die übrigens gut und knapp aufgebaute Spielanleitung lässt aber noch Fragen und Interpretationen offen - und weil keine Anastasia uns helfen konnte, haben wir ein paar eigene Regeln gemacht: Wie in der Schule - man wurschtelt sich durch. Wir haben alle Varianten - bis auf das Trinkspiel - zweimal gespielt, kennen nun alle Sprüche und finden es leider nicht mehr witzig. Als sehr chauvinistisch haben wir noch vor Spielbeginn den Seitenhieb auf Helene Fischer empfunden: Wir sind absolut KEINE Fans ihrer Musik, aber sie hat eine fundierte musikalische Ausbildung und ist ein offener, warmherziger und liebenswerter Mensch. Welche Assoziationen soll sie also in diesem Kontext wecken? Trotz alledem: Beim Spielen entstanden aber in der Runde etliche Ideen für einen Ausbau des Konzepts als Brettspiel mit Ereigniskarten, die dann wirklich auf witzige und skandalöse Begebenheiten des Schulalltags Bezug nehmen, angereichert mit anderen Charakteren wie z.B. Eltern in der Sprechstunde. Ach so: Wenn bei Spielende der Sieger dann der #korrekturensohn ist, was ist denn dann die Siegerin…?!