Eine Bewertung für dieses Buch abzugeben, ist nicht ganz leicht, da die Autorin ja nicht intendiert hat, einfach nur gut zu unterhalten. Das ist ihr für meinen Geschmack gelungen. Ich habe mich amüsiert und oft geschmunzelt. (Und dafür gebe ich gerne 5 Sterne!)Außerdem will sie jedoch auch auf die Lebensart der Engländer eingehen und auf die Sprache hinweisen, die sich die Engländer erfrechen zu benutzen, obwohl sie in unseren Lehrbüchern so nicht vorkommt oder nicht vorkam. Und auch dies ist ihr m.E. gelungen. Würde ich nicht durch meinen geliebten Kindle dazu verführt worden sein, hauptsächlich englische Bücher zu lesen, wären mir sehr viele der Idiome unbekannt gewesen. Dies liegt sicher auch daran, dass meine Englischlehrer gar keine Möglichkeit hatten, die Sprache in England oder in Amerika zu lernen und zu sprechen. Deshalb fanden sie es auch sinnvoll, vor dem Abitur Chaucer und Shakespeare mit uns zu lesen, obwohl wir nicht einmal in der Lage gewesen wären, in London nach der Toilette zu fragen.Bleibt noch zu untersuchen, nach welchen Kriterien die Vokabeln und Redewendungen ausgesucht wurden. Und da drängt sich mir doch der Eindruck auf, als ob dies ein wenig willkürlich geraten ist. Jedoch hat die Autorin auch nicht den Eindruck erweckt, als ob man nach der Lektüre ihres Buches ohne Schwierigkeiten einen Englandbesuch sprachlich meistern könnte.Was ich schade, als verpasste Chance empfunden habe, dass die Vokabelsammlung am Schluss des Buches nicht mit Lautschrift versehen wurde (Im Text hätte das nur gestört, ihre dort mitunter verwendete Privatlautschrift empfand ich schon als eine gewisse Zumutung.) Außerdem ist diese Zusammenfassung ein wenig schlampig gemacht, woran aber der Verlag und nicht die Autorin die Schuld trägt.Schade finde ich auch, dass der Vorläufer dieses Buches, "Dear Doosie", von Werner Lansburgh, überhaupt keine Erwähnung findet. Das wäre eigentlich nur fair gewesen, obwohl Frau Hunt ein durchaus eigenständiges Werk geschaffen hat.Ach übrigens: "The Importance of Being Earnest", von Oscar Wilde, von Frau Hunt zitiert, um auf die kulinarische Sensation von Gurkenbroten zu verweisen, gibt es gratis im Kindleshop. Ich habe schon zugegriffen - auf den Text, nicht das Brot.