Klappentext / Inhalt:Und du, Telemachos? Was denkst du, während du wartest?Schon sein ganzes Leben sehnt sich der 11-jährige Telemachos nach seinem Vater, den er nie kennengelernt hat: König Odysseus. Der Trojanische Krieg ist vorbei, doch er ist nicht zurückgekehrt. Sind die fantastischen Geschichten über seine Abenteuer mit einäugigen Riesen, Zauberinnen und Ungeheuern wahr? Kommt er irgendwann zurück nach Ithaka? Noch einmal 10 Jahre vergehen … Annika Thor erzählt die Mythen um Odysseus in beeindruckender, außerordentlich kluger und einfühlsamer Weise. Durch die Sehnsucht und die Perspektive seines Sohnes entsteht eine Spannung mit riesiger Sogkraft. Deutlich tritt hervor, was Krieg mit den Menschen macht und wieso Telemachos ein anderes Leben wählen möchte als das des Kriegers und Helden.Cover:Das Cover ist für mich ein kleines Highlight und zieht direkt den Blick auf sich. Durch die filigranen silbernen Elemente bekommt das Buch einen besonderen Touch. Die auflodernden Wellen und Bote machen das ganze sehr lebendig und versprechen Action und Spannung. Ich finde die Gestaltung des Covers wunderschön und sehr ansprechend.Meinung:Die Saga und Geschichte Odysseus neu verpackt mit modernem Charme und auf eine ganz andere Weise. Es wird aus Sicht von Telemachos erzählt, dem Sohn von Odysseus. Telemachos ist 11 Jahre alt und sehnt sich nach seinem Vater, der noch immer nicht aus dem Krieg zurückgekehrt ist. Man erfährt mehr über sein Heranwachsen und auch über die Geschichten von Odysseus durch ihn oder aber über seine Kinderfrau bzw. Mutter. So werden die Geschichten und Sagen geschickt mit eingebunden.Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und locker. Das empfohlene Lesealter von 11 Jahren finde ich an einigen Stellen vielleicht ein wenig niedrig angesetzt und würde dies eher bei 14 Jahren sehen, aber dies ist durchaus Ansichtssache und kommt auch auf die Entwicklung des Kindes und dessen Interesse an.Richtig toll finde ich die Gestaltung des Buches. Nicht nur die Kapitel und Kapitelanfänge sind sehr schön herausgearbeitet, sondern auch in sich ist das Buch sehr rund. Es gibt ein ausführliches Personenverzeichnis und auch zwei Karten am Ende und Anfang des Buches. Besonders gelungen sind auch die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen die über das Buch verteilt sind. Diese lockern den Text sehr gut auf und runden das Buch perfekt ab.Geschichte, Mythologie aus einer anderen Sicht erzählt und so wird die griechische Sagenwelt auf eine andere Weise beleuchtet und auch jüngerem Publikum näher gebracht. Aber auch als Erwachsener fand ich diese Sichtweise sehr interessant und spannend. Die Odyssee aus neuer Perspektive, mal was anderes. Mir hat dies sehr gut gefallen und konnte mich überzeugen.Fazit:Sagen des Odysseus neu erzählt, aus anderer Perspektive um auch jüngerem Publikum dies näher zu bringen, ab 11 Jahren empfohlen, würde dies jedoch auf 14 Jahre rauf setzen.
Das Besondere, was mich sofort in seinen Bann gezogen hat, war das Cover - so schön, grazil und dennoch einfach gestaltet. Es hat meine Neugier geweckt und ich wollte die Geschichte des Sohn des Odysseus unbedingt lesen. Gemeinsam mit meinem Neffen haben wir das Buch verschlungen. Es ist ein Buch für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene sehr schön. Das tolle Cover lässt sich in verschieden kleinen Zeichnungen im Buch wiederfinden und lässt einen mitträumen. Ich finde es außerdem ganz toll, dass im Buch alle wichtigen Personen der Geschichte noch einmal aufgelistet sind.Die Geschichte von Odysseus Sohn lässt die griechischen Sagen einfließen und vermittelt so den Kindern einen tollen und einfachen Einblick in Geschichte. Ich kann es jedem nur empfehlen zu lesen, denn die Geschichte ist sehr spannend und kreativ geschrieben.
Das Cover finde ich wirklich gelungen und extrem passend für die Neuauflage des Klassikers. Mir gefällt zudem, dass die Farbwahl eher schlicht und edel denn auffällig wirkt, allerdings bin ich mir unsicher, ob das Buch als solches mir in einer Buchhandlung überhaupt ins Auge gesprungen wäre, weil die Aufmachung sich schon eher an einen Klassiker anlehnt und deswegen eventuell etwas altbacken wirken könnte. Die Illustrationen gehen in eine ähnliche Rolle, weil sie eher (zumindest unserer Vorstellung nach) antik angehaucht sind. Dennoch lockern sie die Kapitel sehr gekonnt auf.Zum Inhalt muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, weil den meisten die Geschichte des großen trojanischen Helden Odysseus und seiner anschließenden Irrfahrt zumindest in Auszügen bekannt ist, auch wenn sie hier aus der Sicht dessen Sohnes Telemachos erzählt wird. Dieser war erst ein Jahr alt, als sein Vater in den Krieg zog, um Helena, die Frau des Menelaos, zurückzuholen. Nach dem Ende des mehr als 10 Jahre andauernden Krieg wartet der Sohn ebenso wie dessen Mutter sehnsüchtig darauf, dass der König zur kleinen Insel Ithaka zurückkehrt, doch dies passiert nicht. Stattdessen müssen sich Telemachos und Königin Penelope mit penetranten Freiern auseinandersetzten, die die Königin heiraten wollen, um selbst König der Insel zu werden. Währenddessen hört der Junge immer wieder von den Heldentaten seines Vaters und beschließt irgendwann, sein Schicksal nun selbst in die Hand zu nehmen.Ich habe die Odyssee tatsächlich bereits mehr als einmal gelesen und schon häufig gedacht, dass mich interessieren würde, wie das Leben des Telemachos ohne seinen Vater so verlaufen ist, immerhin hat er ihn gar nicht kennengelernt, steht aber dennoch ein Leben lang im Schatten des so gewitzten und klugen Helden. Dieses Buch gibt zumindest eine Idee davon, wie sein Leben hätte aussehen können und ich finde das Buch durchaus interessant, allerdings vielmehr in Bezug auf die Adaption des Originaltextes. Ich fand es spannend, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu finden und die Veränderungen, die sich dadurch auch bei den Charakteren ergeben, zu erkennen. Allerdings fand ich, dass es sich hierbei so richtig um eine moderne oder eine so richtig für Kinder geeignete Adaption handelt. Selbst die Art zu schreiben, orientiert sich eher an der Übersetzung der Odyssee als an modernen Texten. Das ist natürlich nichts Schlechtes, so hat man direkt das Gefühl, sich in einer mythologischen, vielleicht sogar historischen Geschichte zu befinden. Ich finde es aber besonders für die eher jüngere Zielgruppe durchaus schwierig, der Geschichte so folgen zu können. Auch die Charaktere machen es einem da nicht so leicht, weil sie wirklich eher mythologische Figuren und Helden bleiben, statt zu liebgewonnen Charakteren zu werden.Alles in allem fand ich das Buch durchaus spannend, obwohl ich die Odyssee mehr als einmal gelesen habe und sich diese Geschichte recht nah daran bewegt, abzüglich der persönlichen Geschichte des Telemachos natürlich. Es handelt sich hierbei in meinen Augen vor allem um eine eher klassische Mythenadaption, was für mich interessant ist, aber für viele Kinder und Jugendliche als erster Zugang möglicherweise nicht ganz so spannend sein könnte, schon alleine, weil einen die vielen verschiedenen Charaktere und Handlungsabschnitte eher überfordert könnten.