Dieses Buch, sowie auch der zweite Band "Von der Romantik bis zur Gegenwart", sind für alle Theaterinteressenten, und solche, die gerade in das Gebiet der Geschichte des Dramas, und damit ja auch des Theaters als solches, einsteigen wollen, mehr als nur zu empfehlen. Übersichtlich, nicht zu "verwissenschaftlicht", sondern leicht verständlich.
Als Nachschlage Buch für die Entwicklung des Dramas gut;
Der erste Band der insgesamt zweiteiligen Reihe umfasst den Zeitraum von den Anfängen des aus dem Dionysos-Kult entstandenen griechischen Theaters bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts, dem Ende der als klassisch bezeichneten Epoche der deutschen Literatur. Hierbei fokussiert sich die Autorin allerdings ausschließlich auf Europa; eine nähere Einführung in die dramatischen Formen bzw. Aufführungen (wie beispielsweise in der chinesischen Literatur) findet nicht statt, was man bei einer „Geschichte des Dramas“ erwarten könnte. Positiv ist hingegen zu vermerken, dass Erika Fischer-Lichte die gesellschaftlichen Hintergründe der jeweiligen Zeitepochen ausführlich erklärt, ohne aber zu weit vom Thema „Theater“ abzuschweifen. Dieser Pluspunkt ist aber meiner Meinung nach zugleich der größte Kritikpunkt: Ist zu Beginn die Darstellung der Dramenentwirkung und -inhalt einerseits und der Aufführungspraxis andererseits noch ausgewogen (insbesondere im Abschnitt „Kultisches Theater“), so geht Fischer-Lichte im fortschreitenden Verlauf immer ausführlicher auf die Theaterpraxis ein, was für mich – die eher an der Entwicklung des Dramas als dessen Inszenierung interessiert ist – dann doch weniger relevant war.Als Fazit würde ich das Buch daher nicht unbedingt als Einführung in die Dramengeschichte empfehlen, sondern vielmehr als Ergänzungswerk, wenn man sich für die theatralische Umsetzung informieren will.