Was dieses Buch absolut sympathisch macht, es greift eine männliche, dicke und queere Figur auf. Hier werden alle Grenzen gesprengt.Wir lesen die Geschichte aus der Sicht von Felipe. Dadurch erfahren wir als Leser, ziemlich viel von seinem Inneren. Er selber beschreibt sich als fett und unansehnlich. An sich selber findet er nichts Positives, denn er macht all was r ist, von seinem Körper abhängig. Leider leidet darunter auch sein Selbstbewusstsein, denn er hat keines. Er schränkt sich selber ein, indem er nicht Schwimmen geht, oder mit Menschen spricht. Felipe ist dabei eine ganz tolle Person, eine die das Herz am rechten Fleck hat, doch leider erfahren dies viel zu wenig Menschen, weil er diese nicht an sich heranlässt.Caio, der für 15 Tage bei Felipe einziehen wird, hat auch einen Komplex. Auch wenn Caio schlank ist, kämpft er selbst mit Komplexen. Mit anderen wie Felipe, die Caio aber trotzdem zum Außenseiter machen. Er ist super sympathisch und ein toller zweiter Charakter.Je mehr Zeit die beiden Jungen miteinander verbringen, desto mehr kommen sie aus sich heraus. Desto mehr öffnen sie sich dem anderen gegenüber. Felipe wird mutiger und versucht seinen Körper zu akzeptieren wie er ist.Ich mochte, die beiden sehr. Sie sind zwei wahnsinnig tolle Charaktere, die ergänzt werden um Felipes Mutter, die absolut herzensgut ist und ihrem Sohn alles von den Augen abliest oder aber Caios beste Freundin. Da dieses Buch Positivity ausstrahlen soll und verkörpert, kommen negative Personen nur ganz seltenvor und nehmen kaum Raum ein. Dieses Buch strahlt und strotzt nur so, vor Charterern, die zwar Probleme haben, aber grandios von ihrem Wesen sind.Auch wenn Felipe, der Hauptcharakter ist, erfahren wir recht viel über Caio. Die beiden ergänzen sich wie ein Puzzle.Der Schreibstil unterstreicht das Ganze noch einmal. Denn er ist leicht lesbar, einfach und simpel, so dass man nur so durch die Seiten fliegen kann. Man kann dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, wenn man einmal in dieses eingetaucht ist. Etwas, was ich sehr positiv finde.Ich mochte auch die Wahl des Stilmittels. Das Buch wird aus der Sicht von Felipe erzählt, was es uns als Leser ermöglicht, viel von seinem Inneren, von seinen Konflikten und von seinen Gefühlen zu erfahren. So kann man aber auch sehen, dass er stärker wird. Das sein Selbstbewusstsein wächst und er anfängt sich zu akzeptieren zu lieben. Alleine diese Entwicklung ist wunderschön anzusehen.Zur Story verrate ich nicht ganz so viel. Allerdings ist das Thema etwas, was viele Menschen bewegt. Denn kaum jemand entspricht der Norm. Was aber ist die Norm? Jeder Körper ist anders, ob dick oder dünn, groß oder klein. Wir müssen lernen uns so zu lieben, wie wir sind. Deswegen sind die zentralen Themen in diesem Buch „Body Positivity“, Familie, Freundschaft und Liebe. Allerdings geht mit diesen Themen auch Mobbing einher.Alleine deswegen lohnt es sich schon dieses Buch zu lesen. Denn es zeigt uns, was Kommentare mit einem Menschen machen können, was es bedeutet zu lernen sich selbst zu lieben und was es heißt Unterstützung zu erfahren.Felipe, lernt nicht nur sich selbst zu lieben und akzeptieren, sondern findet vielleicht auch sein Happy End?Dieses Buch betreibt kein fingerpointing, sondern nimmt uns mit auf die Reise. Die Reise zu einem neuen Lebensgefühl, zu einem neuen ICH, zu mehr Selbstliebe. Ein Buch so positiv wie das zentrale Thema.Meine Bewertung: 5 SterneEin Buch, welches mich komplett überrascht hat. Eines, was so viel Energie ausstrahlt, was so viel transportiert und was gänzlich begeistert. Wir leiden mit Felipe, wir weinen mit Felipe, wir lieben mit Felipe und freuen uns über jeden Schmetterling. Man nimmt eine positive Entwicklung war, sieht in wachsen und bekommt wahnsinnig viel zurück. Ein Buch, welches Themen wie bodypositivity, LGBTQA*, Familie, Freundschaft und Liebe aufgreift, das ganze verpackt in einer zuckersüßen Geschichte, die jeden einzelnen begeistern wird.
Titel: Fünfzehn Tage sind für immerAutor: Vitor MartinsVerlag: OnePreis: 12,99€Seitenanzahl: 288 SeitenInhalt:Der 17-jährige Felipe ist nicht mollig oder hat schwere Knochen. Nein, er ist da ganz realistisch: Felipe ist dick. Deswegen braucht er auch niemanden, der ihn daran erinnert - was seine Mitschüler trotzdem nicht davon abhält. Zum Glück sind bald Ferien! Endlich Ruhe und Zeit für Felipes Lieblingsbeschäftigungen: Serien schauen und ganz viel lesen. Aber dann kommt alles ganz anders, denn seine Mutter eröffnet ihm, dass Nachbarsjunge Caio die nächsten fünfzehn Tage bei ihnen wohnen wird. Felipe ist verzweifelt, denn a) ist er total in Caio verliebt seit ... na ja ... immer; und b) ist Felipes Liste an Unsicherheiten unendlich lang. Wie soll er da bloß die Ferien mit seinem Schwarm überleben?Meine Meinung:Ich persönlich hatte bereits des Öfteren die Englische Ausgabe von “15 Tage sind für immer" entdeckt und war direkt begeistert vom Inhalt des Buches. Umso mehr habe ich mich aber darüber gefreut, dass das Buch auch in Deutschland erscheinen wird. Wie ich auch schon einige Male erwähnt habe, liebe ich die Vielfältigkeit des One Verlages und bin immer wieder über die LGBTQ+ Bücher des Verlages begeistert.So mag ich es auch sehr, dass der Verlag die englische Originalversion des Covers übernommen hat und finde einfach das es ein wunderschönes, farbenfrohes und zudem noch sehr sommerliches Cover ist.Felipe war jemand, der es definitiv nicht immer einfach hat. Seine Beziehung zu seinem Körper wurde für mich hier auf eine sehr realistische und nachvollziehbare Weise dargestellt, auch seine Gedanken dazu, fand ich immer sehr spannend. Er ist nicht immer zufrieden mit sich selbst, was wahrscheinlich viele selbst kennen und doch hat das Buch einfach eine tolle Botschaft rund um das Thema Body Positivity, was mir sehr gefallen hat.Caio wurde für mich auch sehr gut dargestellt. Er war ein spannender und sympathischer Charakter, von dem ich sehr gerne gelesen habe.Die Liebesgeschichte war für mich zwar sehr schön dargestellt, denn es gab immer wieder einige tolle Momente, allerdings muss ich auch zugeben sagen, dass sie meiner Meinung nach etwas zu kurz in dem Buch gekommen ist. Dies war schade, da sowohl Felipe als auch Caio zwei so wundervolle Charaktere sind, die man einfach mögen muss und die auch zusammen wirklich toll waren, aber einfach zu wenig Aufmerksamkeit als Paar in der Geschichte bekommen haben.Die Handlung war ganz schön gemacht. Es gab auf jeden Fall wichtige Themen, die hier Raum bekommen haben und doch hat mir oftmals einfach die Spannung gefehlt. Es war ein immer gleichbleibender Verlauf der Geschichte, der mich zwar nicht gelangweilt hat, aber mich dadurch auch nicht wirklich abholen konnte. Auch sind für mich einige Dinge noch offen geblieben. Natürlich kann man das auch auf die Weise sehen, dass nicht immer alles mit den kompletten Antworten enden kann, aber ich hätte mir einfach noch einige Antworten für die Geschichte von Caio und Felipe gewünscht.Wie ich bereits erwähnt habe, wird in diesem Buch ein sehr wichtiges Thema angesprochen, das für mich auch gleichzeitig das Beste an den Buch gewesen ist. Denn Vitor Martins hat das Thema Body Positivity in dieser Geschichte auf eine großartige Weise umgesetzt. Ich selbst konnte so viel aus diesem Buch mitnehmen und fand einfach die Tiefe, die er dadurch in dieses Jugendbuch gebracht hat einfach nur fantastisch. Ich denke es ist so wichtig, dass so viele Jugendliche, wie möglich dieses Buch lesen und sehen, dass es vollkommen in Ordnung ist, so zu sein, wie sie sind. In unserer Zeit mit den sozialen Medien wird uns immer wieder ein völlig falsches Bild darüber vermittelt, wie wir zu sein haben und wie wir aussehen müssen und hier zeigt Vitor Martins, dass man sich genau so akzeptieren kann, wie man ist. Man muss nicht immer zufrieden mit sich selbst sein, aber unser Körper ist ein Teil von uns und wir sind alle schön.Der Schreibstil von Vitor Martins war sehr leicht gewesen, denn trotz der oftmals sehr schwierigen und zugleich wichtigen Themen hatte das Buch doch etwas sehr ruhiges an sich und konnte mich deswegen sehr schnell von sich überzeugen. Ich kam gut voran, obwohl ich oftmals ja ein wenig das Gefühl hatte, dass die Spannung gefehlt hat, aber wie bereist gesagt, habe ich mich keinesfalls gelangweilt gefühlt, die Geschichte der beiden Jungs zu lesen. Für mich ist "Fünfzehn Tage sind für immer" ein tolles queeres Jugendbuch, mit einer wichtigen Botschaft und das perfekt für den Urlaub gemacht ist.Wie ich auch bereits angemerkt habe, endet das Buch für mich mit einigen noch offenen Fragen. Aus diesem Grund würde ich mich sehr darüber freuen, wenn Vitor Martins noch ein weiteres Buch über Caio und Felipe schreiben würde.