Der Titel sagt schon alles. Gefallen hat mir, daß Frau Borggreve Wert darauf legt, daß der Fotograf mit SEINEN Vorlieben die Bilder macht und nicht irgendwelche Regeln eingehalten werden müssen. Fotografie ist eben kein Sport. Daß die Bilder in diesem Buch erstklassig sind, braucht man eigentlich nicht zu betonen – eben großartig in jeder Hinsicht.
Vielen Dank, dass sie sich die Mühe machen, meine Bewertung durchlesenFür alle die keine Lust haben sich alles durchzulesen schreibe ich am Ende ein kurzes Pro und Kontra sowie ein Fazit.Heute möchte ich meine persönliche Meinung zum Buch „Praxisbuch Wälder fotografieren“ von Ellen Borggreve und Daniël Laan niederschreiben. Ich hoffe ich kann hiermit bei der Entscheidung für oder gegen das Buch helfen.Zunächst zu meiner Person. Ich bin seit ca. 5 Jahren ambitionierter Hobby Fotograf und verdiene mit meinen Fotografien kein Geld. Ich bin generell sehr Technikbegeistert und dies betrifft seit längerem nun ebenfalls die Fotografie. Ich nutze hier mehrere Kameras und Objektive in allen Bereichen. Da ich gerne im Wald unterwegs bin, kam dieses Buch genau richtig um neue Anregungen zu bekommen und nicht immer mit den gleichen Bildern nach Hause zu kommen.Was erwartet mich im Buch?Das Buch ist eine Ansammlung von Fotos aus Wäldern in Holland. Hierbei sind grundsätzlich alle Bilder „Baumbilder“. Ich bin davon ausgegangen man habe Pflanzen, Pilze und Bachläufe etc. Ebenfalls in diesem Buch. Wenn man das weiß ist es ok. Die Bilder sind im großen und ganzen sehr gut. Was mir aufgefallen ist, die Bilder wirken alle sehr weichgezeichnet und sind zu weit über der Hälfte im Nebel/Dunst aufgenommen. Dies gibt den Bildern aber eine schöne, mystische Stimmung. Was auch im Buch erklärt wird. Hierdurch können auch unschöne Dinge ausgeblendet werden (Häuser am Bildrand, unordentliche Bereiche bei denen Äste und ähnliches im Wald liegen).Das Buch wurde von Ellen Borggreve und Daniël Laan geschrieben. Bei den Bildern muss man sagen, dass Ellen eher verträumte hellere Bilder macht und Daniël etwas düstere bedrückendere Bilder. Beide Richtungen haben ihren Reiz und gefallen mir.Was ich gut finde ist das eingehen auf die Wirkung von Farben und Formen im Buch. Hier wird nochmal angesprochen wie wir Bilder sehen und wenn man sich die Fotos dazu betrachtet ist dies auch sofort offensichtlich. Ebenfalls wird gezeigt wie ein ändern vom Quer- ins Hochformat gerade bei Aufnahmen mit Teleobjektiv die Wirkung komplett ändert ( Quer = weite und Offenheit, Hoch = bedrückend, Enge so dass man das Gefühl hat, in einem schmalen Gang zu stehen. (Siehe Foto)).Ebenfalls fand ich hier die ICM Bilder (Kamera bei der Aufnahme bewegen) nicht schlecht. Normal mag ich dies nicht, da sie hier aber aus zum Teil verwischten und zum Teil scharf fotografierten Teilen bestehen, wirkt es für mich deutlich besser als die komplett verwischten Bilder.Die Erklärungen zu den Bildern sind sehr gut. Hier werden Infos zum Grund, warum das Bild genau so aufgenommen wurde (Symmetrie, Farbkomposition etc.).Außerdem werden verschiedene Farbschemata erklärt und angesprochen. Auch dies ist für mich sehr hilfreich. Man sollte auch beachten, dass die Hälfte des Buches alleine das Nachbearbeiten der Bilder betrifft. Hier werden alle Arbeitsschritte sehr genau erklärt. Leider werden hier aber Dinge wie Sensorflecken suchen und Farbstiche erkennen an Beispielen erläutert, welche diese Probleme nicht aufweisen. Das finde ich nicht hilfreich. Man sollte (auch wenn man die Bearbeitung an einem konkreten Beispiel zeigt wie hier) zumindest ein Beispiel mit der Ansicht der Fehler zeigen.Was hat mir weniger gefallen?Gestört hat mich teilweise die Aufteilung der Texte, Bilder und „Bildunterschriften“ im Buch. Teilweise wurde ein Satz mittendrin am Seitenende unterbrochen. Wenn man dann umgeblättert hat kamen 2 Seiten Fotos und auf der nächsten Seite der Text. Außerdem War der Text immer mal wieder auf einer Seite unterbrochen, auf der nächsten Seite war dann eine Spalte Text, allerdings oben dann zuerst eine Bildunterschrift, dann ein Teil des weiteren Textes, dann wieder eine Bildunterschrift und so weiter (siehe Foto Seite 42-43). Hier hätte man die Texte zu den Bildern locker alle links in der Spalte und den Buchtext rechts anordnen können. So wurde es vorher zum Teil auch schon gemacht. Es war kein System dabei und mehr als einmal habe ich erst zweimal schauen müssen wo es weiter geht. Dies kann natürlich durch das Übersetzen und die dadurch natürlich andere Textlänge bei der Formatierung sein, das sollte man allerdings dann ebenfalls überarbeiten. Es klingt übertrieben, aber bei diesem Buch ist es mir extrem und häufig aufgefallen.Die im Buch angesprochene Nachbearbeitung sprengt für jeden „Hobby Fotografen“ den Rahmen. Ich bin ein Freund davon alles genau zu erklären, aber hier ist es zu viel. Das Beispiel „Shelter“ Umfasst ca 35 Seiten. Für die angesprochenen bearbeitungen, benötigt man Lightroom, Photoshop, Luminar 3/4, Topaz Labs, Nik Collection 3 und evtl. noch Programme welche ich vergessen habe zu erwähnen. Schön wäre hier noch ein „abgespeckter“Bildbearbeitungsansatz für Personen, welche nicht unbedingt auf Plakatwände drucken wollen sondern schöne Bilder für den Privatgebrauch haben möchten. Das Kapitel an sich ist allerdings verständlich geschrieben (zumindest wenn man Vorwissen hat. Ansonsten wäre ich glaube ich ziemlich überfordert gewesen). Durch die gute Aufteilung kann man kann sich allerdings hier auch nur das für einen persönlich wichtige rauspicken.Es gibt zuerst generelle Informationen zu der Bearbeitung (hier allerdings werden Dinge angesprochen wie z.B. das auffinden von Sensorflecken und eines Farbstichs und es wird an Bildern gezeigt wo dies nicht vorkommt) Zum Schluss wird das Ganze dann am Beispiel von „Shelter“an einem konkreten Fall durchgespielt.Pro:- Hochwertiger Druck- Gute Erklärung zu den Bildern- Aufzeigen von Erkundung mit dem Handy und schlussendlichem Foto bei richtigem Licht und Gegebenheiten mit der Kamera (siehe Foto)- Hinweis ein Teleobjektiv im Wald zu nutzen um „Ordnung zu schaffen“ (Logisch, aber hätte ich nicht bedacht in dem Fall)- Beispiele, Orte zu anderen Jahreszeiten zu besuchen bzw. beim Erkunden bereits dran zu denken (Farne sind im Winter nicht mehr da und es herrscht mehr Ordnung. Im Sommer kann der Himmel durch das Blätterdach ausgeblendet werden)- Erklärung zum planen einer Fototour anhand von Übersichtskarten im InternetNeutral:- Bilder wirken sehr Weichgezeichnet- Ganzes Buch voller „Baumfotos“. Es fehlt etwas die Abwechslung (subjektiv bin ich von Baumfotos jetzt gesättigt. Schön wären Bilder mit Pilzen, Blumen, kleinen Wasserfällen, falls vorhanden, oder Bachläufen)- Beim Thema Nachbearbeitung werden Sensorflecken suchen/Farbstich erkennen an Bildern ohne Fehler demonstriert- Nachbearbeitung der Bilder umfasst das halbe Buch (umfangreich aber für die meisten denke ich viel zu viel)Contra:- Anordnung der Bilder, „Bildunterschriften“ und Texte. Ständig unterschiedlich und teilweise „durcheinander“ (Siehe Foto)FazitDas Buch hilft einem dabei aus langweiligen Waldfotos kleine Kunstwerke zu erschaffen. So zumindest die Theorie. Es gibt eine Menge „Baumfotos“ und (zu) viel Bildbearbeitung im Buch. Man sollte beachten, dass das Thema Nachbearbeitung die Hälfte des Buches einnimmt und nicht unbedingt für Anfänger geeignet ist. Das erklärte ist durchweg schlüssig und gut erklärt. Man bekommt viele wichtige Infos, was man beim fotografieren im Wald beachten sollte (Farben, Formen, Focus Stacking, Nebel/Dunst, Standort beim Fotrografieren, Brennweite und so weiter).Wer mehr aus seinen „Baumfotos“ machen möchte sollte drüber nachdenken sich das Buch zuzulegen.Danke dass sie sich die Mühe gemacht haben meine Rezension zu lesen. Ich hoffe ich konnte hiermit bei der Entscheidungsfindung helfen.LG Nicolas