Fiennes gelang es mit Fakten und Beweisen die Biografie von Huntford (1980) zu entkräften und er gab Scott und seinen Männern ihren Ruf wieder. Ausserdem haben sie ihren verdienten Platz in der Geschichte der Antarctis-Helden wieder bekommen, den unter anderen Huntford so zerstört hatte, obwohl dieser mit wenigen Fakten brillierte und sich viele Anekdoten ausdachte. Leider haben sich sogar viele Historiker auf seine damalige Biografie berufen, obwohl sie schlecht bzw. mit vielen Luftblasen geschrieben worden ist. Fiennes hatte auch den klaren Vorteil dass er selber oft die Antarctis besuchte und Expeditionen leitete und somit konnte er auch das Klima und die harte Arbeit der Männer um Scott besser beurteilen. Huntford war nie da und schrieb sein Buch im warmen Zimmer seines Hauses. Ich kann nur allen Scott-Kritikern empfehlen dieses Buch zu lesen, denn dann werden viele erkennen, dass Scott zu unrecht kritisiert worden ist. Sicher hatte auch Scott Fehler gemacht, aber es sind nicht die Fehler, die allgemein von sogenannten Experten genannt werden. Zum anderen war er ein Gentlemen, sehr gerecht und menschlich, fair und nicht wie von vielen behauptet, arrogant. Fiennes nannte es auch was es war...die größte und schwerste Reise der Menschheit und zugleich das größte Abenteuer! Die heutige Legende Fiennes schrieb die ultimative Biografie über die Legende Scott.
SCOTT - DAS LEBEN EINER LEGENDE von Ranulph Fiennes. Das Buch sollte eigentlich LEBEN UND ÜBERIRDISCHES WIRKEN DES HEILIGEN ROBERT F. SCOTT, SEINE WUNDERTATEN UND UNBEFLECKTE HIMMELFAHRT. Das Buch ist in jeder Hinsicht unerträglich, der Autor kübelt in der Absicht, Scott von jeglichem Versagen reinzuwaschen, seine Häme über Shackleton, Amundsen und andere, die er allesamt nicht ausstehen kann, was polemisch aus jeder Erwähnung raussuppt, und Scott ist am Ende derjenige, der alles, aber auch wirklich alles, richtig gemacht hat und selbst dort, wo Scott selbst in Briefen oder Tagebüchern gravierende eigene Fehler einräumt, ist das nur ritterliches Aufsichnehmen von Fehlern Dritter, die es aber noch nicht einmal gegeben hat. So Fiennes.- Seine Argumentationsmuster sind dann ungefähr folgende: im Falle (A), dass heftige Kritik an Scott in den Tagebüchern und Briefen der anderen Expeditionsteilnehmern geübt wird, so ist diese nichtig, weil, so Fiennes, schliesslich jeder wisse, dass solche Kritik in Tagebüchern und Briefen nie wahr ist, sondern immer nur situatives Dampfablassen, aber natürlich historisch völlig unwahr und unhaltbar; im Falle (B) dass er etwas belegen will, das in seine These passt: es muss so gewesen sein, denn so steht es im Tagebuch von Expeditionsteilnehmer X; oder kann nicht so gewesen sein, denn in Tagebuch von Y ist das nicht erwähnt. Fiennes dreht sich die Quellen also so zurecht, wie es ihm gerade passt. Überhaupt geht er so mit der gesamten Sekundärliteratur um: den einen wirft er vor, dass sie keine Ahnung haben und eigentlich unbefugt sind, biographisch über Scott zu arbeiten, da sie selbst nicht am Pol gewesen seien. (Fiennes ist selbst geübter Polforscher und ex-Soldat, aber kein ausgebildeter Historiker), und den Polfahrern, die also dieser Logik nach wissen, wovon sie schreiben, wirft er vor, dass sie keine ausgebildeten Historiker seien, wenn ihm deren Bücher nicht passen. Am Ende gibt es nur zwei Menschen im Universum, die alles richtig machen und den völligen Durchblick haben: Sir Ranulph Fiennes und der Heilige Robert der Antarktis.--- Neben diesem permanenten Unbehagen, das mich bei der Lektüre dieser ätzenden Permanentpolemik beschlich, war meine Enttäuschung besonders gross, weil der Verlag ja so vollmundig den Band damit bewirbt, dass Fiennes Erfahrung von seinen eigenen Expeditionen die Geschichte von Scott besonders zu erhellen vermag, weil er dadurch alle "Vor-Ort"-Sachen besonders gut einschätzen könne. Aber die eigenen Erfahrungen haben dann ungefähr diesen Gehalt: Scott streitet sich lautstark und heftig mit einem Expeditionsteilnehmer, Fiennes: ich habe selbst erfahren, dass man sich auf Expeditionen wenn es arschkalt ist streitet. Ähm ja, wahnsinn, diese Erkenntnistiefe! Und er kann es selbst nicht lassen, so wundersame Kategorien zu erfinden, wie dass Amundsens genial und perfekt geplanter, erfolgreicher Treck zum Südpol eigentlich ungültig sei, weil er Hundeschlitten verwendet hatte. Indes Sankt Robert doch der eigentliche und wirkliche erste echte Mann am Pol war, weil er ja zu Fuss unterwegs war. (Diese "Manhauling"-Leistung ist anerkennenswert, natürlich, aber warum soll das mit den Schlitten unredlich sein? Hatte nicht Scott versucht, mit motorgetriebenen Raupenfahrzeugen zum Pol zu kommen, wo war denn da die von Fiennes beschworene Redlichkeit des Fussmarsches?)