Reinhold Messners mutigstes Buch In ungezählten Expeditionen hat Reinhold Messner erprobt, wie Überleben geht. Heute hält er Rückschau auf sieben Jahrzehnte, die schon früh von extremen Naturerlebnissen und Begegnungen mit dem Tod geprägt waren. Er ringt um Begriffe wie Mut, Leidenschaft und Verantwortung, Ehrgeiz und Scham. Er schildert die Gefahren der Selbstüberschätzung, Kameradschaft und grenzenlose Einsamkeit am Berg, erzählt von Volksgruppen in entlegenen Regionen in Nepal und Neuguinea, die ihn zutiefst beeindrucken. Freimütig schreibt er über Albträume, das Altern und über Neuanfänge. Über sein Kunstverständnis und seine Bergmuseen. Und über die Fähigkeit, am Ende loszulassen. 'Manche Kapitel gleichen geschliffenen Vorträgen, andere zeigen Reinhold Messner als brillanten Erzähler.' FAZ
Bewertungen & Erfahrungen
3,8 von 5
4 Bewertungen
5 ★1
4 ★2
3 ★0
2 ★1
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion23.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr interessantes Buch, das die Erfahrungen von Reinhold Messner über seine Expeditionen detailliert beschreibt. Es ist eine spannende Lektüre für alle Outdoor-Liebhaber, allerdings gibt es einige Stellen, die man als etwas zu dicht empfinden könnte.
Das Buch ist etwas langatmig,aber gut zu lesen.Der Verfasser hat ja eine Menge geleistet,Finde eine Festlegung der die Zahl der Bewertungswote nicht gut,da ich für lange Bewertungen weder Zeit noch Lust habe.
Vorab: Ich selbst bin großer Messner Fan, schätze seine Erfolge, die er auf den Bergen dieser Welt sowie auf bemerkenswerten Expeditionen erreicht hat. Mit der Errichtung seiner Museen hat er darüber hinaus der Gesellschaft einen wertvollen Dienst geleistet. Dass die Person Reinhold Messner dabei stets polarisierte, vergrößert meine Bewunderung; dementsprechend freudig erwartete ich das vorliegende Werk, in dem er zum Anlass seines 70. Geburtstages sein Leben Revue passieren lässt.Das Buch selbst ist in viele Kapiteln gegliedert, oftmals umfassen diese nur wenige Seiten. Mit Blick auf die Überschriften lässt sich bereits der philosophische Einschlag anstelle bloßer Erfahrungsberichte ausmachen - so weit, so gut. In den Kapiteln dreht es sich um durchaus gewichtige und weltanschauliche Themen wie Religion, Mut, Heimat, Familie, Erziehung etc. Anhand kleiner Anekdoten - die leider oftmals konstruiert wirken, um stilistisch die Argumantationslinie zu stützen (ähnlich wie es auch in der Politik üblich ist, wenn man von Interviews über die Sorgen des "kleinen Mannes" erzählt) - wird dem Leser schnell Messners Sicht der Dinge bewusst. So schnell, dass man sich nach wenigen Kapiteln bereits die Conclusio der folgenden denken kann und insofern keine Überraschungen mehr erlebt - ein vorhersehbares Missgeschick, das den (Spannungs-)Gehalt des Buches schmälert.Insgesamt sind es nun ebenjene Ansichten, die mich zur Kritik veranlassen. Messners vertretene Meinung gleicht der eines alten Einzelgängers, der er schlussendlich ja auch ist. Zeit seines Lebens verbrachte der Südtiroler in engen Tälern, auf einsamen Gipfeln und Expeditionen fernab der Zivilisation. Dass Messner mit der Urbanisierung und der Gesellschaft ansich wenig anzufangen weiß, ist zwar nachvollziehbar, jedoch fehlt ihm die gebotene Distanz - andere mögen meinen Selbstreflexion. Weder ist das urbane Leben abzulehnen, noch war die von Einfachheit geprägte Kindheit und Erziehung pauschal vorzuziehen. Ganz allgemein bekommt man den Eindruck, dass früher "am Land" alles besser war. Messner fehlt die Einsicht, dass sich nicht nur Zeiten, sondern dass sich auch die Gesellschaft und deren Ansprüche und Gewohnheiten, basierend auf Entwicklung und Innovationen, ändern. Für das Funktionieren ebenjener Gesellschaft sind Einzelgänger faktisch kontraproduktiv. Man stelle sich nur eine Welt voller risikobereiter Individualisten vor, die sich die Freiheit nehmen, aufzubrechen wohin sie wollen. Kritik an der Urbanisierung mag durchaus nachvollziehbar sein, Messner überspannt mE hier jedoch den Bogen.Immerhin: Wer Selbstbestimmung einmahnt, muss die der anderen auch akzeptieren. Sich selbst zu verwirklichen, indem man sich in Lebensgefahr begibt, mag für viele kein erstrebenswerter Weg sein. Schließlich erachte ich auch seine These, wonach das harmonische Zusammenleben einer kleinen Gesellschaft in ihrem natürlichen Instinkt liegt, als verfehlt - nicht schon alleine deswegen, da er sie anhand spielender Kinder festmacht. Die Kompromissfindung in der Modernen ist letztendlich ungemein schwerer als in der Wildnis. Und freilich: Die "totale" (!) Enthaftung in unserer Welt, ebenso wie eine "Moral, die auf völlige Selbstlosigkeit aufbaut", würde derart Chaos und Anarchie nach sich ziehen; unverantwortliche Individuen sind sich wohl unbestreitbar selbst am nächsten.Messner hat es verabsäumt, mit der Zeit zu gehen. Natürlich muss man sich nicht vollumfänglich dem Zeitgeist oder etwa der Technologie ergeben, ein gesundes Maß an Fortschritt sollte aber ein jeder an den Tag legen. Auch dies wäre im Sinne seiner geforderten Weltoffenheit. Die, ich möchte sie als Altersweisheiten eines Einzelgängers bezeichnen, haben leider für den Leser wenig Mehrwert. Die vollkommene Welt, die er konstruiert, vermag nur noch in seiner Erinnerung zu existieren. Diese antiquierte Engstirnigkeit ist es, die dem Buch schließlich zur Bewertung von nur 2 Sternen führt.Messner, diese bewundernswerte Person, die den Alpinismus wie keine Zweite prägte, polarisiert also auch heute noch. Leider überwiegt in seinen Ansichten das Element "alt" gegenüber "weise". Wer wirklich etwas über Messner erfahren möchte, sollte sich lieber ein Buch über seine Errungenschaften kaufen (zB Überlebt).
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.