Dieses gehört zu meinen Lieblings-Vorlesebüchern! Allein schon die Illustrationen. Die schönen klaren Farben. Die ausdrucksvollen Gesichter der Tiere.Und es gibt so viel von den Kindern zu hören, was sie von der Geschichte halten.Es ist einfach genial!Ein grauer Wolf mit einem Sack über dem Rücken stapft durch den Schnee auf ein kleines Dorf zu. Rauch kommt aus den Schornsteinen und warmes Licht scheint durch die Fenster. Sonst ist alles grau in grau.Der Wolf klopft gleich an die Tür des ersten Hauses. Hier wohnt die Henne. Der Raum in ihrem Haus ist sonnig-warm. Die Henne öffnet wider besseren Wissens aus Neugier ihre Tür für den Wolf, der sich angelblich nur am Kamin aufwärmen und eine Steinsuppe kochen will.Auf der nächsten Seite sieht man der Henne ihre Angst an, als der Wolf nach einem Kessel verlangt, doch ihm gelingt es abermals, die Henne zu beruhigen: "Um Steinsuppe zu kochen, braucht man nun mal einen Kessel."Aber das Schwein sah, wie der Wolf in das Haus der Henne ging - und war besorgt. Die Henne erklärt dem Schwein - offensichtlich erleichtert über diesen Besuch - nun fröhlich: "Der Wolf und ich kochen Steinsuppe". Der Wolf schielt zum Schwein und wirkt wenig begeistert. Das Schwein ist verblüfft, aber hat eine Idee. Wenn ich meinen Anteil zur Suppe beitrage, kann ich wohl mitessen. Kaum ist das Schwein weg, um sein Gemüse zu holen, kommen Pferd und Ente, die sich auch Sorgen gemacht hatten, und auch sie sind an der Suppe interessiert und holen Lauch. Kurz danach kommen Schaf, Ziege und Hund, um nach dem Wohlbefinden der Henne zu schauen, aber die ist schon längst nicht mehr allein. Um den Kessel stehen Henne, Schwein, Pferd und Ente - und der Wolf.Schließlich sitzen alle acht Tiere rund um den Kessel herum, trinken roten Traubensaft und der Wolf teilt allen Suppe aus. Das Schwein macht einen Scherz "Zuerst dachte ich ja, es gäbe Hühnersuppe" und ahnt nicht, wie nahe es damit der Wahrheit kommt. Genau das war die Absicht des Wolfes, denn trotz aller Gemütlichkeit will er plötzlich gehen, zieht ein Messer aus dem Sack ... und sticht in den Stein. Oh, er sei noch nicht ganz durch, da will er ihn für sein Abendessen am nächsten Tag wieder mitnehmen ..."Kommen Sie bald wieder?", fragt die Ente. Der Wolf antwortet nicht.ABER WAHRSCHEINLICH IST ER NICHT WIEDERGEKOMMEN.Na klar, was soll er auch in einem Dorf, wo eines auf das andere aufpasst! Wo es eine gute Dorfgemeinschaft gibt, hilfreiche aufmerksame Nachbarn, die gleichzeitig gute Freunde sind. Gemüsesuppe ist zwar besser, als nichts, doch will man als Wolf doch mal was Sättigendes im Bauch.Vielleicht hat ja der Truthahn im nächsten Dorf nicht so umsichtige Nachbarn ...Plädoyer für den Wolf:Der Wolf ist nun mal ein Fleischfresser. Viele von uns Menschen sind das auch. Nach seiner eigenen Aussage - falls diese stimmt - ist er alt und hat nur noch einen einzigen Zahn. So ein Wolf, der nicht mehr jagen kann und auch nicht mehr beißen, wäre zum Tode durch Verhungern verurteilt.Deshalb ersann er sich eine List. Dieser Trick hat bestimmt schon mindestens einmal funktioniert und er probiert ihn ja am nächsten Abend wieder, denn die Gemüsesuppe hat ihn gewärmt, aber bestimmt nicht lange satt gemacht.Das Huhn ist wirklich ein dummes Huhn. Ohne seine aufmerksamen Nachbarn wäre es im Kessel gelandet. Aber dann wäre ja die Geschichte schnell zu Ende ...Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, sie handelt auch von der Gefahr, zu leichtgläubig zu sein und sie erzählt uns, wie der Wolf ohne seine Absicht den Tieren gezeigt hat, mit welch einfachen Mitteln man sich einen gemütlichen Abend gestalten kann ("solche gemeinsamen Abendessen sollten wir öfter machen").
Dieses Buch ist soooo schön! Nicht nur, dass die Geschichte wundervoll geschrieben ist, sie bringt einen auch zum Nachdenken. Es schwingen viele Gefühle mit, wenn man sie liest.Ich habe es schon zwei Mal gekauft, weil es auch ein tolles Geschenk ist.Absolute Empfehlung!