Der erste Frühlingstag im März 1945 endet in einer Nacht des Schreckens. Was für einen jüdischen Pianisten, einen SS-Arzt, eine Krankenschwester und viele Flüchtlinge ein verheißungsvoller Tag hätte werden sollen, geht im Bombenhagel alliierter Fliegerangriffe unter. Opfer und Täter, ihre Pläne, Hoffnungen und Träume lösen sich in einem nicht für möglich gehaltenen Feuersturm zu Staub auf. Wer überlebt, glaubt sich gerettet. Ein fataler Irrtum. Kurz vor Ende des Krieges bombardieren die Alliierten deutsche Städte, um die Bevölkerung zu demoralisieren. Neben Dresden und Hamburg ist auch Würzbur g eines der Ziele. Die britischen Bomber zerstören aus der Luft Wohnungen, Kirchen mit Kulturschätzen und historischen Bibliotheken sowie zahlreiche Baudenkmäler. Tausende Menschen sterben in dieser Nacht. Vor diesem Hintergrund erzählt Roman Rausch die ineinander verflochtenen Geschichten von Tätern und Opfern.
Bewertungen & Erfahrungen
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4 Bewertungen
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Redaktion12.06.2026
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Ein packendes und atmosphärisches Buch, das die beängstigende Zeit der Bombennacht sehr lebendig darstellt. Die Geschichte ist fesselnd, weist aber in manchen Passagen eine etwas zu starke Fokussierung auf die traumatischen Ereignisse auf.
Die letzten 24 Stunden des alten Würzburg„…Der Krieg war entschieden, alle Truppenteile waren im Rückzug oder in Auflösung begriffen. Man feuerte auf einem am Boden liegenden Feind…“Zitat aus dem Buch, Seite 68Zum Inhalt: Würzburg, 16. März 1945: Am Morgen eines sonnigen Frühlingstag. Die junge Krankenschwester Fanny arbeitet in der Nervenheilanstalt in der Füchsleinstraße, ein SS- Lazarett für Kopfverletzte. Immer mehr Verletzte werden eingeliefert. An diesem Tag taucht ein junges Mädchen auf. Fanny versucht mehr über sie herauszufinden und stößt auf ein unfassbares Geheimnis. Eugen, ein deutsch-russischer Junge, der sich vor der SS versteckt, begegnet Julius, einem kleinen Jungen mit großen Zukunftsträumen. Der Jude Paul soll am Abend eine NS-Sängerin am Klavier begleiten…Noch ahnt niemand, dass ihre Heimatstadt Würzburg schon bald in Trümmern liegen wird…„… Was einst eine Stadt von malerischer Schönheit war, würde jetzt zu einem Grab werden, zu einer Trümmerwüste, die sich nie wieder zu dem erheben würde, was es einmal war – eine Schatzkiste, die Perle am Main. …“Zitat aus dem Buch, Seite 252Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig. Die Geschichte besteht aus verschiedenen Erzählsträngen, die teilweise miteinander, anfangs oder im weiteren Handlungsverlauf, verknüpft wurden.Es beginnt mit einer Lagemeldung. Etliche Großstädte wurden bombardiert und somit zerstört. Tausende von Todesopfern. Noch glauben die Würzburger, dass ihre Stadt verschont wird. Am Ende des Tages wissen sie, dass es ein schrecklicher Irrtum war. In Würzburg haben viele Flüchtlinge einen Zufluchtsort gefunden. Sie sind von Leid und Erschöpfung geprägt. Manche haben ihre Hoffnung und ihre Zukunftsträume noch nicht ganz aufgegeben. Sie hoffen in Würzburg eine neue Heimat zu finden.Es gibt relativ viele Personen. Julius, der sich über diesen wunderschönen Tag freut und einen neuen Freund findet. Die sympathische Fanny, eine junge Krankenschwester, mit dem Herz am rechten Fleck. Bisher glaubte sie, dass Professor Werner Mitleid für jeden Patienten hat und ihnen helfen möchte, aber jetzt findet sie etwas Furchtbares heraus. German, ein desertierter SS-Soldat, der noch etwas Wichtiges erledigen will. Charlotte, eine Funkhelferin, hat an diesem Tag Geburtstag. Paul, ein Jude, der Klavierlehrer im Haus von Professor Werner ist und seine Flucht mit einem Zwangsarbeiter plant. Ein junges 16-jähriges Mädchen mit einer Puppe, das zu Professor Werner will. Pfarrer Titus, der sich um die vielen Menschen kümmert. Henry, Vincent, Uschi….Nicht jeder von ihnen wird diese Bombennacht überleben. Die Überlebenden werden von diesem schrecklichen Ereignis gezeichnet werden. Ein entsetzlicher Vergeltungsschlag der Briten. Tausende Zivilisten sterben in dieser Bombennacht in Würzburg. Die Bomben der britischen Royal Air Force legen alles in Schutt und Asche.„…Wie verdorben musste man sein, um den christlichen Glauben fürs Morden zu missbrauchen?“Zitat aus dem Buch, Seite 190In der fiktiven Geschichte wird erzählt, was die Personen an diesem Tag erleben. Zwischendurch schildert der Autor die grausamen Zustände im 2. Weltkrieg und die dramatischen Auswirkungen für die Bevölkerung. Er spricht die unmenschlichen Taten der Neonazis, wie beispielsweise die Aktion T4, an. Als Leser weiß man, wie dieser Tag endet, aber es war ergreifend, wie authentisch Handlungen und Gedanken der betroffenen Personen erzählt wurden. Besonders Fannys Perspektive hat mich berührt. Die anderen Perspektiven waren teilweise recht kurz, dadurch bestand eine gewisse Distanz zu den Personen, dennoch haben mich auch ihre Schicksale bewegt. Besonders erschütternd waren die letzten Kapitel in denen der Luftangriff geschildert wurde. Wie die Menschen sich in den Kellern versteckt haben. Wie sie manchmal in den Kellern erstickt sind. Ihre Angst. Ihre Hoffnungslosigkeit. Ihr Entsetzen…Man merkt beim Lesen, dass sich der Autor intensiv mit dem erschütternden Thema beschäftigt hat. Viele Ereignisse beruhen auf historische Fakten und Zeitzeugenberichte. Im Roman sind die Personen größtenteils fiktiv, aber es gibt auch ein paar historische.Eine ergreifende Geschichte über den Tag an dem in Würzburg ca. 5000 Menschen ermordet wurden.Lesenswert!4 Sterne
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.