Eliza, 51, schreibt Briefe an Joan, die Nachbarin, die offenbar ihren Mann und ihre Kinder verlassen hat, und die sie eigentlich kaum kennt. Briefe mit besten Ratschlägen - voller ungeschminkter Wahrheiten, schlafwandlerisch sicher gesetzter Seitenhiebe und Exzentrik. Antwort bekommt Eliza nie, was ihre Schreibwut eher anstachelt. Als ihr Mann Henry plötzlich auszieht, geraten die Briefe zu immer wilderen, fiebrigen Bekenntnissen einer zutiefst einsamen, in ihrem Leben gefangenen Frau, der nicht unbedingt zu trauen ist. Mit »Gute Ratschläge« beweist Gardam einmal mehr ihre erzähleris che Meisterschaft und den scharfen Blick für die grausame Scheinheiligkeit der postviktorianischen Gesellschaft, in deren diskretem Schweigen manches unschöne Geheimnis schlummert.
Bewertungen & Erfahrungen
4,0 von 5
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion07.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Geschichte hat eine gewisse Tiefe, aber die Darstellung der emotionalen Situation ist manchmal etwas überladen. Insgesamt ist es eine interessante Lektüre mit gemischten Gefühlen.
Redaktion07.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wunderbare Lektüre, die mich tief in die Emotionen der Charaktere hineinzieht und eine sehr bewegende Geschichte erzählt. Die Geschichte ist fesselnd und die Beziehungen zwischen den Figuren sind wunderschön dargestellt.
Die 51-Jährige Eliza Peabody schreibt Briefe mit guten Ratschlägen an ihre Nachbarin Joan. Als diese ihre Familie verlässt, steigert sich Eliza immer mehr in ihren ungebetenen Ratschlägen, erhält aber niemals eine Antwort. Elizas Mann, ein Diplomat verlässt sie. Die Briefe an Joan überschlagen sich ab diesem Zeitpunkt in ihrer Exzentrik.Ich war schnell von diesem Buch gefangen. Es war klar, dass da was nicht mit rechten Dingen zuging. Konnte man denn überhaupt etwas glauben, was Eliza alles schrieb? Was war erfunden, was richtig? Ab einem bestimmten Punkt des Buches ahnte ich, dass in Elizas Leben etwas schreckliches passiert sein musste. Ein bestimmtes Motiv tauchte immer wieder auf und wies darauf hin. Irgendetwas musste sie wohl verarbeiten.Der Tonfall der Briefe an Joan ändert sich. Eliza erzählt ihr von ihrem Leben. Wie es als Gattin eines Diplomaten war, von ihren Träumen, ihrer Familie. Sie trifft Nachbarn, berichtet Joan wie es war bei der Vermittlung von Babys ungewollt schwangerer Mädchen zu arbeiten, von dem Besuch eines Literaturzirkels. Und von ihrer ehrenamtlichen Arbeit in einem Hospiz, wo sie den etwa Zwanzigjährigen Barry besucht, bei dem sie sich öffnen kann. Langsam tritt das Trauma, was sie nie verarbeiten konnte, an das Tageslicht. Und auch ihr Mann kehrt zu ihr zurück.Es war mir ein Vergnügen gewesen, den Spuren Elizas zu folgen und sie für mich zu analysieren. Gardam schreibt so wunderbar punktuell und sprüht vor Ideen. Eliza tat mir äußerst leid und selbst wenn sie gegen Schluss den Mut gefunden hatte ihrem Trauma zu begegnen und in Worte zu fassen, kann man als Leser immer noch nicht so recht glauben, dass wirklich alles gut ist und man ihr ab da vertrauen kann. Sie bleibt eine unzuverlässige Erzählerin. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und gebe hier 4,5 Sterne.
Eliza Peabody schreibt mit viel Herzblut und noch mehr guten Ratschlägen an ihre Nachbarin Joan, die ihren Mann und die Kinder verlassen hat. Dass sie niemals Antworten bekommt, stört sie nicht sehr. Das Buch spielt in den 1990er Jahren. Eliza ist zu diesem Zeitpunkt 51 Jahre. Das erklärt einige der Vorkommnisse im Buch, das Leben der Frauen zu diesem Zeitpunkt und der Zeit, in der Eliza jung und frisch verheiratet war. Und es wirft ein ganz anderes Licht auf das Ende des Buches.In ihren Briefen erzählt Eliza über die Ereignisse in der Straße und in der Stadt, geht dann auch mal in Erinnerungen über und schneidet eine Menge unterschiedlicher Themen an. Sie berichtet auch von Barry, der in dem Hospiz liegt, in dem sie ehrenamtlich Geschirr in die Spülmaschine ein- und ausräumt. Verwirrend wird es, als ihr Mann mit Joans Mann zusammenzieht, obwohl keiner von beiden homosexuelle Neigungen hat. So langsam dämmert dem Leser dann, dass es hier nicht so sorglos und fröhlich weitergehen kann und wird.Jane Gardam hat einen einzigartigen Schreibstil und sie versteht es meisterhaft, den Leser einzulullen, in Sicherheit zu wiegen, auf falsche Fährten zu locken und ihm dann völlig ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Denn genau dann, wenn man Eliza und ihre schrullige, etwas nervige Angewohnheit doch ins Herz geschlossen hat, stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es scheint. Aus mildem Wohlwollen und dem Belächeln wird Fassungslosigkeit, Betroffenheit und Sprachlosigkeit. Die Puzzlesteine fallen wie von selbst an die richtigen Stellen. Das Bild wird scharf und klar und völlig anders, als man zunächst dachte.Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es ist auch keine seichte Unterhaltung. Es ist eine Anklage der Art und Weise, wie in alten Zeiten mit Frauen umgegangen wurde und eine Anerkennung der Frauen jener Zeit, eine Erinnerung daran, wie viel sich doch fast unmerklich verändert und zum Glück verbessert hat. Daher lässt Jane Gardam ihre Protagonistin Eliza endlos über alles und jeden reden, um über eine Sache nicht reden zu müssen. Das ist unbeschreiblich bewegend.Gabriele Blum verleiht Eliza mit ihrer Stimme, in der so viel Melancholie schwingt, Leben. Es ist, als würde tatsächlich Eliza sprechen. Kein Wunder also, dass es lange nachhallt und einen einfach nicht loslässt. Von mir vier Sterne.
Gute Ratschläge ist sowohl mein erstes Buch der Autorin als auch mein erster Briefroman.1990er Jahre: Eliza Peabody ist Diplomatengattin. Als ihre Nachbarin Joan Mann und Kinder verlässt, schreibt sie ihr Briefe, in denen sie von ihrem jetzigen und früheren Leben berichtet. Joan antwortet nie, trotzdem hält Eliza am Briefeschreiben fest. Andere schreiben Tagebuch, Eliza schreibt Briefe.Sie hat viele Jahre an der Seite ihres Mannes Henry im Ausland verbracht. Zurück in der Heimat arbeitet sie ehrenamtlich in einem Hospiz und freundet sich mit dem jungen an AIDS erkrankten Barry an. Sie berichtet viel vom Leben der Nachbarn, ausführlich über die Erlebnisse einer Kinderbuchautorin, die unbedingt in den USA bekannt werden und Bücher für Erwachsene veröffentlichen möchte.Kinder spielen eine große Rolle in ihrem Leben, obwohl oder gerade weil sie keine eigenen hat. Sie engagiert sich bei der Vermittlung von ungewollten Babys und passt auf die Nachbarskinder auf.Als Henry sie verlässt und mit Joans Mann zusammenzieht, wird es richtig grotesk, zumal zwischendurch immer wieder Passagen und Geschichten auftauchen, in denen Henry auftaucht.Der Sprachstil hat mir gut gefallen, der Inhalt leider weniger. Die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fantasie haben mich verwirrt. Für mich war es nicht das richtige Buch.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.