Ich habe dieses Buch wohl mittlerweile so um die sechsmal schon verschenkt und selbst natürlich auch gelesen. Seit vielen Jahren interessiere ich mich für die letzte Zarenfamilie und es ist endlich mal ein Buch auf Deutsch. Die meisten Biographien sind auf Englisch verfasst und auch nur so erhältlich und das ist nicht für jeden etwas. Ich lese diese zwar auch, aber habe festgestellt, daß eben die Mehrheit das Deutsche bevorzugt.Das Buch kommt aus einem kleinen Verlag und das ist eigentlich etwas schade, denn ich denke, auch ein großer hätte sich des Ganzen annehmen können- es hätte sich sicherlich für diesen rentiert. Wenn hier kritisiert wird, daß das Lektorat nicht ausgereift ist, so muss ich anmerken, daß mich das beim Lesen überhaupt nicht störte, denn ich achte nicht wirklich darauf. Ich fand in vielen Neuerscheinungen auch grammatikalische Fehler und falsche Zeichensetzung, auch aus namhaften Verlagen, weil Lektorate heute nicht mehr genau gemacht werden oder auch gar nicht, wie ich feststellte. Gerade bei Self published-Büchern.Hier sollte doch aber nun wirklich das Hauptaugenmerk auf dem Buch und seinem Inhalt liegen- erstmal viele, viele Bilder, die ich nie vorher sah- private Aufnahmen der Zarin und ihrer Töchter, ohne schöne Frisur, sondern aus dem Leben gegriffen. Es wird soviel ausführlich erklärt, daß man gut in die Geschichte hineinversetzt wird- es ist anerkennenswert, daß eben dies alles erklärt wird, denn einiges wusste ich auch nicht- die historischen Vorgänge erweitern das Ganze und bereichern es.Daß Maria selbst erzählt, ist durchweg sehr sehr positiv, denn nur so kann man in die Geschichte eintauchen. Auch, daß man erfährt, was nach ihrem Tod aus den anderen Familienmitgliedern wurde. Warum nicht? Die Autorin weist ausdrücklich auf ein Wissen Marias hin, daß sie aber, denke ich, durchweg auch hatte. Die Gesamtsituation in Russland war auch den Kindern bekannt- das waren keine dummen Hennen. Dennoch sahen sie, wie die Mutter, eben die Position des Vaters als Gottgegeben- das war nun einmal so. Der Kaiser in Preußen sah sich auch in dieser Position, wie Queen Victoria.Sicher werden die Mädchen hinterfragt haben- das würde jeder tun. Ob ihre Fragen immer ausführlich beantwortet wurden- daran besteht Zweifel. Eltern werden ihren Kindern niemals Angst machen, aber in Tobolsk und dann in Jekaterinburg werden auch die Mädchen geahnt haben, was kommen könnte. Jedes Detail, jede Begebenheit ist so wundervoll beschrieben, daß man eben auch mitleidet, obwohl man historisch anmerken könnte, daß Nikolaus II. eben die Zeichen der Zeit verkannte.Ein Ebook bringt einem Autoren nicht viel ein und nach Rückfragen bei anderen LeserInnen musste ich feststellen, daß man Bücher mit Bildern generell, wenn, auf dem Ipad lesen sollte, statt auf dem Kindle. Da kommt alles besser rüber.Ich kaufe generell richtige Bücher, allein schon aus diesem Grund- für die viele Arbeit soll ein AutorIn auch verdienen.Und hier wurde lange recherchiert, das muss man als Erstes anerkennen. Und sich nicht über Dinge aufregen, die eigentlich keine große Rolle spielen aus meiner Sicht.Dröge, historische Biographien, in denen über die Person so distanziert wird, daß man bald keine Lust mehr hat weiterzulesen...nicht meins.Maria, immer im Schatten der Schwestern, war anders. Sie war interessiert an dem Schicksal von Soldaten, Palastwachen...sie kannte diese meist auch mit Namen, wusste vieles über sie. Das stille Mädchen, die Träumerin im Schatten eben der anderen, sie hat eine Stimme bekommen und man erfährt Lustiges, viel über die Familie, aber auch Trauriges und diese Mischung macht es. Kein trockener Lesestoff, sondern absolut empfehlenswert, da man vieles erfährt, was in Schulbüchern und anderen Biographien nie auftaucht.Die kleinen Mängel, wie gesagt, tangiert mich nicht und achte ich nicht drauf. Wer aber Erbsenzählerei betreiben möchte, bitte sehr, doch es wirkt dann eher so, als wolle man etwas finden, um ein Buch madigzumachen. Bedauerlich.
Habe gerade das Buch in Händen, habe es nicht gelesen sondern nur kurz überflogen.Das Buch vereint nun endlich die beiden Einzelbände "Mandrifolie - Eine Tochter Zar Nikolaus II von Russland" Band 1+2 zu einem Band.War auch dringend überfällig, da mich damals neben dem total hirnrissigen Titel (es wurde noch nicht mal der Name Marias erwähnt!) die vollkommen überflüssige getrennte Veröffentlichung in 2 Einzelbänden geärgert hat.Allerdings ist diese Neuauflage GRÜNDLICH überarbeitet und erweitert worden, unter anderem sind wohl mindestens 200+ Fotos enthalten!Wer also die beiden Bände 1+2 besitzt für den lohnt SICHERLICH dieser Neuerwerb.Wer nur dieses Buch besitzt kann gut und gerne auf den Erwerb der beiden Erstausgaben verzichten.im Übrigen noch mal eine persönliche Sache: Maria ist meine absolute Lieblings-Zarentochter, weit vor allen anderen:die Jungs haben sich auch seinerzeit alle reihenweise in sie verliebt. Sie war nachdenklicher als Anastasia, und sehr, sehr hübsch.Lord Mountbatten muß sich wohl als junger Mann unsterblich in sie verliebt haben, und er hatte bis an sein Lebensende ein Fotovon Maria am Nachttisch stehen.Der Grund warum nicht sie sondern Anastasia als Legende in die Menschheitsgeschichte einging ist nicht weil Anastasia die interessantere war,sondern weil jahrzehntelang gemutmaßt wurde, sie habe die Ermordung der Zarenfamilie überlebt, unter anderem deshalb weil mehrer Frauen aufgetaucht waren, die behaupteten die überlebende Zarentochter zu sein - so entstehen Legenden.Zum letzten Mal wurden diese Gerüchte befeuert, als in den 1990ern das Massengrab der ermordeten Zarenfamilien gefunden wurde.- Allerdings fehlten 2 Leichname - man nahm an, daß es die von Anastasia und Alexeij war.2007 dann wurden die beiden fehlenden Leichname entdeckt sie separat von den anderen Familienmitgliedern begraben wurden.2008 wurde dann bekannt gegeben, daß DNA-Test Zweifelsfrei ergeben hätten, daß es sich bei den beiden Leichnamen nicht wieursprünglich vermutet, um Anastasia und Alexeij handelte, sondern um Maria und Alexeij.Wenn überhaupt hätte also Maria wohl eher in die Geschichte als die "verlorenen Zarentochter" eingehen müssen, das Schicksal wollte es anders.um so mehr ist es der Autorin hoch anzurechnen, daß sie ein ganzes Buch dieser besonderen, lieblichen "vergessenen Zarentochter" gewidmet hat.Ach und P.S. die Schrift ist viel zu klein und es wurde auf den Seiten total viel Platz verschenkt, das heißt die textfreien Ränder sind viel zu breit, ich frage mich ob das ein versehen vom Herausgeber war !! Der Preis 14,90 € ist fast zu günstig fast 700 Seiten, plus Massen an Fotos ....