Das Glutnest: Roman | Der literarische Klassiker aus Kanada | »Ein ganz herrlicher Roman.« Elke Heidenreich, Autorin von „Altern“
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Gegenwartsliteratur EAN 9783961611744

Das Glutnest: Roman | Der literarische Klassiker aus Kanada | »Ein ganz herrlicher Roman.« Elke Heidenreich, Autorin von „Altern“

Hersteller: Julia Eisele Verlag Gmbh  ·  MPN: 6655025
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Kaffeetrinken mit den Nachbarsfrauen, kochen für die Kinder und abends die Perlenkette für den Ehemann anlegen: So hatte sich Stacey MacAindra ihr Leben eigentlich nicht vorgestellt. Immer öfter erwischt sie sich bei Erinnerungen an ein anderes, wilderes Leben, immer weiter wagt sie sich in Streifzügen durch die Stadt aus der Routine ihres Hausfrauendaseins heraus. Bis sie eines Tages auf den jungen Luke trifft und die Versuchung, ihrem Alltag den Rücken zu kehren, immer größer wird ... 'Will oder kann man aus der kanadischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts nur eine Autorin lesen, so mu

Bewertungen & Erfahrungen

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Literaturhexle 07.06.2024 amazon.de
Dieses ist der dritte ins Deutsche übersetzte Manawaka-Roman von Margaret Laurence (1926 – 1987), einer der bekanntesten Autorinnen Kanadas. Wer „Eine Laune Gottes“ gelesen hat, wird einige Parallelen entdecken. Protagonistin Stacey ist nämlich die Schwester von Rachel Cameron, die sich im Vorgängerroman um ihre betagte, egozentrische Mutter daheim in Manawaka kümmern musste und mit ihrem einsam tristen Leben haderte. Sie beneidete Stacey, die sich rechtzeitig abgesetzt hatte, um in der Großstadt ihr Glück zu machen.Nun lernen wir also die 39-jährige Stacey persönlich kennen, die als Hausfrau und Mutter von vier Kindern zwischen 14 und 2 Jahren zusammen mit Ehemann Mac in einem kleinen Einfamilienhaus am Stadtrand wohnt. Bereits ab der ersten Seite wird deutlich, dass Stacey keinesfalls so glücklich ist, wie ihre Schwester aus der Ferne vermutet. Im Gegenteil: Stacey macht eine handfeste Krise durch. Sie empfindet ihren Alltag als tristes Hamsterrad, hat keinen Antrieb, fühlt sich überfordert und erfährt keine Unterstützung durch ihrem Mann. Sie trauert ihrer Jugend nach, leidet unter großen Selbstzweifeln. Man könnte fast von einer Depression sprechen. Außer zwei älteren Nachbarinnen hat Stacey keine sozialen Kontakte außerhalb der Familie. Sie sehnt sich nach einem anderen Leben, nach Glück, Selbstbestimmung und Freiheit. Von Mac fühlt sie sich völlig unverstanden. Die beiden tauschen sich nur noch über Alltägliches aus, das Wesentliche, insbesondere Gefühle, behalten sie für sich. Anerkennung sucht Stacey vergeblich, immer häufiger greift sie heimlich zur Flasche. Mac ist ein Mann seiner Zeit, er kritisiert, hat feste Erwartungen, aber lobt nicht.Der Roman wird fast ausschließlich aus der Perspektive von Ich-Erzählerin Stacey erzählt. Als Leser sind wir dicht bei ihr, erfahren ihre ausschweifenden Gedanken, Gefühle und Wünsche. Dabei bestehen große Diskrepanzen zwischen ihrem Denken und dem tatsächlichen Handeln. Ähnlich wie ihre Schwester Rachel reflektiert sie ihr Dasein sehr gründlich und auch fortschrittlich. Sie erkennt ihre Schwachstellen, Widersprüche und falschen Reaktionen. Theoretisch weiß sie, wie sie sich gegen ihre Umwelt zur Wehr setzen, wie sie Ihrem Mann Paroli bieten müsste… - in der Praxis setzt sie jedoch nichts davon um, sondern agiert angepasst, wenig souverän und höchst unsicher. Ergänzt werden Staceys Gedankenströme durch ihre Selbstgespräche mit Gott (an den sie offiziell gar nicht glaubt). Auch erfahren wir in Rückblicken einiges über Staceys Jugendträume und erleben harmonische Szenen ihrer jungen Ehe, die die Diskrepanz zur Gegenwart verdeutlichen.Die Autorin fängt den fordernden Familienalltag sehr realistisch und der Zeit gemäß ein. Der Roman liest sich leicht, viele Szenenwechsel sorgen für Abwechslung, die Dialoge wirken realistisch aus dem Leben gegriffen. Wunderbar karikiert Laurence eine Tupperparty als Highlight für frustrierte Hausfrauen. Bei einer Betriebsfeier von Macs neuem Arbeitgeber schaut Stacey zu tief ins Glas, wodurch sie von einer Peinlichkeit zur nächsten schlittert. Das könnte furchtbar komisch sein, wenn es nicht so traurig-tragisch wäre. Laurence streut (schwarzen) Humor ein, wo es passt, hält aber immer die Balance und gibt ihre Figuren nie der Lächerlichkeit preis. In Sachen Emanzipation war die Autorin ihrer Zeit offenbar deutlich voraus. Sie schreibt in einem wunderbar anschaulichen Stil, schafft Atmosphäre und spiegelt eine Zeit, in der Rollenmuster für Frauen wie für Männer noch sehr starr waren. Ihre Kritik daran ist offensichtlich und leider noch immer zeitlos aktuell.Im Verlauf des Romans passiert einiges, so dass er niemals langweilig wird. Stacey bekommt schließlich sogar die Chance, alles hinter sich zu lassen und neu zu beginnen. Aber kann sie das? Große und kleine Tragödien brechen zunehmend das Schweigen der Eheleute auf, bringen Dinge in Bewegung und lassen Tauwetter entstehen. Veränderungen brauchen aber ihre Zeit. Bis zum Ende entwickelt sich die Geschichte im glaubwürdigen Rahmen. Sämtliche Figuren sind facettenreich ausgestaltet, Stereotype sucht man vergebens. Mich hat der von Monika Baark fantastisch ins Deutsche übertragene Text von der ersten bis zur letzten Seite unheimlich gefesselt. Für mich ist dies der bisher stärkste Manawaka- Roman. Ich bin Stacey auf ihrer Suche nach Veränderung und Wertschätzung sehr gerne gefolgt. Hoffentlich werden noch weitere Romane dieser großartigen Autorin im Eisele Verlag erscheinen.Riesige Lese-Empfehlung!
otegami 07.06.2024 amazon.de
Als ich von der kanadischen, schon 1987 verstorbenen Autorin das Buch ‚Eine Laune Gottes‘ las und von der Schwester / Tochter Stacey im fernen Vancouver mitbekam, dass diese den Absprung aus Manawaka geschafft hatte, wurde ich neugierig auf diese Person. War es wirklich so, wie Rachel (die Single-Schwester) es sich ausmalte?Und wir werden voll in den Familienalltag der 39-jährigen Stacey reingeschmissen: 4 Kinder, von der 14-jährigen Katie (voll in der Pubertät) über die 2 Jungs Ian (10 Jahre) und Duncan (7 Jahre) bis zur 2-jährigen Jen, die noch nicht spricht. Dazu ein wortkarger Mann, der alles mit sich selbst ausmacht. (Ich hätte gerne öfters beide geschüttelt und sie zum Paar-Therapeuten geschleift!)Wir können immer die Gedanken von Stacey lesen und erkennen, dass ihr Handeln / ihre gesprochenen Worte davon abweichen. (Auch dieses, ihr Verhalten, nervte mich! Ich kenne nämlich auch heute noch Frauen, die sich genauso verhalten!) Gin-Tonic hilft ihr, die Tage zu überstehen.Köstlich amüsieren konnte ich mich über die treffenden Schilderungen der ‚Polyglam Superware‘-Party. (Wer war von uns in den 70er/80er/90er Jahren auf keiner Tupperware-Party?!) Auch zu ‚Richalife‘ fallen mir etliche Parallelen und deren Praktiken ein.Wunderschön war die Sprache: z.B. „Die Möwen wirbeln im Leerlauf hoch in der Luft. Flügel wie weiße Böen aus Licht, sichelförmig über die Uferkante. Piratisch spottende Stimmen an den Rändern der Stadt“ oder die Stelle „Stacey wehrt sich gegen den Impuls, umgehend die vollständigen Personalien einzufordern – Name, Alter, Ambitionen, Aussehen, schule Leistungen, Konfession (falls vorhanden) Prinzipien, Skrupel, Manieren“, bei der ich schallend gelacht habe. (Es geht um einen Jungen, der mit der 14-jährigen Tochter ausgehen will.)Mich hat das Ende überzeugt - nicht kitschig, sondern sehr gut nachvollziehbar! 4 Sterne vergebe ich an den abwechslungsreichen, gut unterhaltenden Roman, der von Monika Baark übersetzt wurde. Für Leserinnen, die wie ich ein Faible für Beziehungspsychologie haben, ein must-have! (Und der ‚Steinerne Engel‘ steht auch schon auf meiner Liste!)
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