Das ist die Frage, die der Autor in seinem Vorwort stellt.Er hat sehr bildgewaltig und in einer durchgängigen Formen- und Bildsprache einen phantastischen Bildband über die Hochalpen kreiiert. Eine Landschaft, die, wenn man der Wissenschaft folgt, bald nicht mehr das sein wird, was sie gewesen.Lorenz Andreas Fischer hält über fast 300 Seiten dieses heutige Bild der Alpen für die Nachwelt fest. Zugleich kommen verschiedenene Wissenschaftler in kurzen Beiträgen eindringlich zu Wort. Man spürt auf jeder einzelnen Seite die Liebe zu den Alpen und die Erschütterung über die Veränderungen, die kommen werden.Nichstdestrotrotz ein sehr schönes Buch, wie ich finde, viele viele Bilder, in denen man schwelgen kann. Macht sich tatsächlich auch auf dem Couchtisch gut, wenn man darauf Wert legen sollte. Und, auch erlebt, es gibt den Einstieg zu vielen Gedanken und Gesprächen rund um den Klimawandel und den Naturschutz.
Lorenz Fischer ist gerne an Orten unterwegs, welche noch nicht der Social Media Schar zum Opfer gefallen sind: „Es sind die wilden, vom Menschen unberührten Gebiete, die mich in meiner fotografischen Arbeit am meisten inspirieren“.Dieser tolle Bildband zeigt die Schönheit der Alpen mit ehrlichen und majestätischen Bilder fernab kitschiger Instagram Filter. Mit Bildern, welche von Wucht wie auch von Ruhe erzählen. Bilder, an denen man gerne verweilt und auf sich wirken lässt.Dazu gibt es spannende Hintergrundinformationen zu der Entstehung der Bilder wie auch dem Wandel der Alpen. Aus meiner Sicht ein Muss für alle Liebhaber von naturgewaltigen Bildbänden.
So liest man es im Vorwort des Autors. Mit einer solchen Aussage lehnt er sich im Angesicht einer Millionen Jahre alten Geschichte dieses Gebirges sehr weit aus dem Fenster. Auch die Wortwahl ist gewaltig. Ich will sie besser nicht weiter kommentieren, obwohl mir scheint, dass dem Autor da Einiges zu Kopf gestiegen ist. Oder er ist im Besitz einer einzigartigen Glaskugel in der er die Alpen in ferner Zukunft sehen kann. Vielleicht fundamental und nachhaltig als Flachland?Liest man die wenigen Texte in diesem Bildband, dann enthalten sie präzisere Prognosen. Etwa, dass die Durchschnittstemperaturen in den Alpen bis zur nächsten Jahrhundertwende um weitere zwei Grad Celsius steigen werden. Oder dass die Gletscher komplett verschwinden werden. Dahinter steckt eine eigenartige Denkweise, die allerdings sehr menschlich ist. Weil sie nichtlineare Prozesse, die hochkomplex sind, nicht wirklich verstehen, neigen Menschen gerne dazu, eine aus solchen Prozessen entstehende Entwicklung linear fortzuschreiben. Das ist absurd, aber dennoch ein Klassiker.Bei Wikipedia findet man zum Römischen Optimum (die Zeit ein paar Jahrhunderte vor Christi Geburt bis ein paar Jahrhunderte danach) folgenden Satz: "Der Rückgang der Alpengletscher verbesserte die Passierbarkeit der Alpenpässe und erleichterte die Eroberung und Eingliederung von Gallien, Germania inferior, Germania superior, Raetia und Noricum in das Römische Reich. Ab 280 n. Chr. wurde Wein in Germanien und Britannien angebaut." Das jedenfalls dauerte zwar lange genug, blieb aber nicht für immer. Es wurde wieder kälter.Thema dieses Bildbandes ist dann auch nicht etwas die Veränderung oder ein Wandel. Jedenfalls konnte ich ihn an den Bilder des Autors nicht wirklich erkennen. Ihm geht es nämlich vor allem um die Strukturen von Eis und Schnee in den Alpen. Das zeigen seine Bilder wirklich. Winterliche Berge, Gletscher, besondere Formen und Gebilde von eisigen Strukturen – das sind die eigentlichen Themen dieses Bildbandes und der Bildsprache des Autors. Alles andere ist mehr oder weniger geschicktes und irreführendes Marketing.So schön manche Bilder auch sind, irgendwann schleicht sich eine gewisse Monotonie ein. Das sind nicht die Alpen schlechthin, sondern nur der Teil, der den Autor interessiert. So kommen beispielsweise keine Tiere vor. Gehören sie nicht zum angeblichen Wandel? Ich empfand diesen Bildband in gewisser Weise als Täuschung. Meine Bewertung orientiert sich lediglich an den Bildern, die ich größtenteils als sehr gelungen empfand.