Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil ...
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5
5 Bewertungen
5 ★4
4 ★0
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet interessante Einblicke in die gesellschaftlichen Zwänge der Zeit, ist aber teilweise etwas schwer zugänglich. Die Handlung ist fesselnd, aber die Darstellung der sozialen Hierarchien wirkt manchmal etwas überzogen.
Jeder der, wie ich, zwar noch nie etwas von Jane Austen gelesen, dafür aber einige der diversen Verfilmungen ihrer Werke gesehen hat (zuletzt „Love & Friendship“, ein ganz zauberhafter kleiner Film, nebenbei bemerkt), hat vermutlich eine recht genaue Vorstellung davon wie es sein würde tatsächlich einmal einen ihrer Romane zur Hand zu nehmen, zumindest ist es mir so gegangen.Um es kurz zu machen: Damit lag ich vollkommen richtig. „Stolz und Vorurteil“ bietet dem Leser in der Tat all das was man auch aus den Filmen und Serien schon kennt: Jede Menge ironische Dialoge, viel Humor, eine gewisse Leichtigkeit und hohen Unterhaltungswert. Und trotzdem einen nicht unkritischen Blick auf die Lebensverhältnisse insbesondere der Frauen der damaligen Zeit, denen im Grunde ja kaum etwas anderes übrig blieb als sich irgendeinem Mann an den Hals zu werfen und zu heiraten, wenn sie nicht auf ewig von männlichen Verwandten abhängig sein oder ins Elend abgleiten wollten.Was das Buch über die Verfilmungen hinaus zu bieten hat, sind die üblichen Vorzüge von Literatur gegenüber Filmen, in diesem Fall einen zwar nicht übermäßig tiefgründigen, aber sehr präzisen Blick in das Innenleben der vorgestellten Charaktere und eine herrlich ironische Beschreibung ihrer Irrungen und Wirrungen. Zugegeben, einige der Nebenfiguren sind mehr Karikaturen als komplexe Charaktere – ich denke da an Mr. Collins, Mrs. Bennet und Lady Catherine –, aber insbesondere deren Handlungen und Dialoge wirken als seien sie geradezu mit dem Gedanken auf eine spätere Verfilmung hin entworfen worden. Überhaupt liest sich der Roman erstaunlich modern, gerade auch im Vergleich mit anderen Werken die etwa um gleiche Zeit entstanden sind. Beispielsweise fehlt der Drang des Erzählers unentwegt langatmige Belehrungen zu allen möglichen Themen abzugeben hier völlig, stattdessen wird einfach „nur“ die Geschichte erzählt.Insgesamt ist „Stolz und Vorurteil“ ein großer Spaß und, aller Vorhersehbarkeit zum Trotz, überraschend spannend zu lesen. Sicher nicht mein letzter Ausflug in diese Gefilde.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.