Nevo, Eshkol: Die Wahrheit ist
Gegenwartsliteratur EAN 9783423148030

Nevo, Eshkol: Die Wahrheit ist

Hersteller: Dtv Verlagsgesellschaft  ·  MPN: 1151347
4,8/5 (4 Bewertungen)
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 10:22 Uhr
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Produktfakten auf einen Blick

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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Keine Lügen mehr, keine Geheimnisse, keine Geschichten Es ist Zeit für die Wahrheit! Ein Schriftsteller, er heißt Eshkol Nevo, beantwortet eine Reihe von Leserfragen. Eine Aufgabe, die er sonst mit Routine erledigt. Aber das Leben dieses Mannes Mitte 40 ist aus den Fugen geraten: Seine Ehe droht in die Brüche zu gehen, seine Tochter distanziert sich von ihm, eine politisch fragwürdige Auftragsarbeit beschädigt seinen Ruf, sein bester Freund liegt im Sterben. Zum ersten Mal blickt er ehrlich und schonungslos auf sein Leben. Denn die Zeit ist gekommen, sich der erhellenden, traurigen, nackte

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 27.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein absolutes Highlight und liefert eine unglaublich aufschlussreiche und spannende Perspektive auf die Wahrheit. Ich bin begeistert von der tiefgründigen Darstellung und der klaren Botschaft von Eshkol Nevo.
DupontC 09.03.2024 amazon.de
Ein wunderschönes Buch. Ich habe es verschlungen und mehrfach verschenkt. Absolute Leseempfehlung.
cl.borries 09.03.2024 amazon.de
Der Roman befasst sich mit dem Schicksal und der Lebensgeschichte eines Schriftstellers.Zufällig hat er den Namen Eshkol Nevo. Wenngleich es sich um einen Roman handelt, so erscheint die Erzählung doch wie die Autobiographie unseres Autors Eshkol Nevo.Er ist Israeli, lebt in Israel und ist um die vierzig bis fünfzig Jahre alt.Hier erreichen ihn eine Reihe von Leserbriefen mit Fragen nach seinem Leben und Schaffen. Sie bilden den Auftakt zu einer Bilanz seines Lebens bis heute.Was z.B. ist Nevo für ein Kind ist gewesen? Und wo steht er heute?Er war viel sich selbst, seinen Erfahrungen, Ängsten und Fantasien überlassen.Seine Frau Dikla hat gelegentlich ebenfalls schreckliche Albträume, die mit den ständigen Kriegs-und Terrorzuständen im Land zu tun haben.Dikla, mit der ihn innige Liebe verband, geht auf Distanz zu ihm, nachdem er ihr von einer Affäre berichtet hat. Er leidet sehr darunter.Der ganze Roman ist schließlich wie ein Interview gestaltet.Fragen der Leser führen uns zur Lebensgeschichte des Helden. Er äußerst sich nach und nach zu allem, was sein Leben betrifft. Überschriften wie „Warum wird jemand Schriftsteller? Wusste er das schon immer? Wie biographisch sind seine Bücher? Woran arbeitet er gerade? Wie entstehen seine Frauenfiguren?“ führen uns auf die Spur zu seiner Biographie.Wie erfahren so viel aus seinem Leben, dass wir am Ende sicher sind, der Autor selbst sei der Hauptprotagonist seines Romans.Das Leben in Israel mit allen seinen Bedrohungen und Unruhen wird nachvollziehbar.Die Palästina- Israelproblematik wird in die Handlung einbezogen, so dass manmerkt: hier setzt sich einer mit diesem Konflikt kritisch und differenziert auseinander.Der Roman ist in seinem Aufbau systematisch und folgt einem inneren Druck, sich zahlreicher Begebenheiten des vergangenen Lebens zu erinnern.Moralische Skrupel, wie es um ihn selbst, den Schriftsteller, mit seiner Ehrlichkeit bestellt sei, lösen unendliche Folgefragen aus. Schließlich wird klar, dass dieses Wechselspiel zwischen Wahrheit und Fantasie in seiner Biographie und in seinem Verhalten bei seinem kleinen Sohn Irritationen auslöst.Handelt es sich also in seinem augenblicklichen Status um eine handfeste Lebenskrise?Die durchaus kritischen Selbsteinsichten sind tiefschürfend und lassen durchaus darauf schließen. Anmerkungen zu seinen Seelenzuständen und die momentane innere Zerrissenheit treiben den Autor um.Feinsinnig und differenziert beschreibt Eshkol Nevo Situationen und Gespräche, wie sie stattgefunden haben könnten. Der Wechsel zwischen Icherzählung und immer wieder Gesprächen von Drittpersonen sind gelegentlich verwirrend.Der Eindruck bleibt, dass es sich hier um ein analytisches Werk handelt, in dem Fiktion und Wirklichkeit unaufhörlich und oft unmerklich wechseln und alle Geschehnisse in einem fort hinterfragt werden.Das Buch verspricht geistigen Hochgenuss!
Ingrid von Buchsichten 09.03.2024 amazon.de
Seinen Roman „Die Wahrheit ist“ hat der israelische Autor Eshkol Nevo auf eine besondere Weise gestaltet. Er setzt sich zusammen aus den Antworten, die ein Alter Ego des Schriftstellers als fiktiver Ich-Erzähler auf über hundert Fragen gibt, die ein Onlineredakteur aus einer Reihe von Fragen der User ausgewählt hat. Der Ich-Erzähler vermutet, dass es sein letztes Interview sein wird, denn er rechnet mit einem Herzinfarkt in den nächsten zwei Jahren, wobei seine Befürchtung auf seinen familiären Erfahrungen beruht.Momentan schreibt er an keinem neuen Roman, weil es noch kein Jahr her ist, dass sein letztes Buch erschienen ist und er in der Zeit nach der Veröffentlichung immer besonders offen dafür ist, sich neu zu verlieben. Bereits nach dieser Aussage auf einer der ersten Seiten, stellte ich in Frage, ob der Erzähler sich tatsächlich an sein Versprechen dem Leser gegenüber hält, die Antworten der Wahrheit entsprechend zu geben, so wie es auch der Buchtitel andeutet, doch dazu weiter unten mehr. Im Cover drückt sich aus, dass sich Teile eines Ganzen, wie hier zum Beispiel die Wahrheit, in Ihrer Gestaltung verschieben lassen und dadurch ein neuer Eindruck entsteht.Der Roman hat keine durchgehende Handlung und setzt sich aus vielen kurzen Geschichten als jeweilige Erwiderung zusammen. Lediglich zwei bis drei Fragen beantwortet der Protagonist täglich, so dass der Handlungsspielraum sich über einen längeren Zeitraum zieht. Aus den Antworten ergibt sich immer mehr das Bild eines Schriftstellers, der sich seine Wahrheiten zurechtbiegt entsprechend seiner Wünsche und Vorstellungen vom Leben. Die Schilderungen sind teils wie Vexierbilder doppeldeutig. Den Wahrheitsgehalt zu finden ist schwierig. Beispielsweise gibt er sich gerne als Liebhaber, obwohl er seit vielen Jahren verheiratet ist. Später nimmt er seine Aussagen zurück, auch weil seine Ehe darunter leidet.Problematisch ist ebenfalls, dass er eigene Erfahrungen in seine Romanhandlungen einfließen lässt. Seine älteste Tochter hat dafür kein Verständnis und ihre Konsequenzen daraus gezogen. Auch in anderer Hinsicht hat er Sorgen, denn aufgrund eines lukrativen Auftrags hat er sich zur Unterstützung einer Meinung entschlossen, die nicht seine ist. Als er weitere Tätigkeiten dieser Art ablehnt, wird er vom Auftraggeber unter Druck gesetzt. Es wird deutlich, dass er auf ein positives Bild von sich in der Öffentlichkeit bedacht ist.Die vorgenannten Gründe haben sicher auch dazu beigetragen, dass er unter einer ständigen Missstimmung leidet und vermutlich auch zu seiner momentanen Schreibblockade führten. Die Interviewfragen sind meist typisch für solche, die Schriftstellern gestellt werden und beziehen sich auf alles rund ums Schreiben, selten kommt es vor, dass Fragen zum familiären Hintergrund gestellt werden. Sie stehen in keiner Reihenfolge und führen zu Antworten, in die eine permanente zeitliche gegenwärtige Entwicklung einfließt, jedoch gehen die Gedanken des Ich-Erzählers häufig zurück zu Erinnerungen, die nicht immer positiver Art sind. Die örtlichen und zeitlichen Wechsel störten immer wieder meinen Lesefluss.In seinem Roman „Die Wahrheit ist“ schreibt Eshkol Nevo über einen Autor, dem er seinen eigenen Namen gibt. Unweigerlich habe ich beim Lesen begonnen nach Parallelen zwischen Verfasser und fiktivem Schriftsteller zu suchen. Ähnlichkeiten zu sehen ist jedoch müßig, weil der Ich-Erzähler nach eigener Aussage die Schilderungen seinen Erwartungen an ein schönes Leben anpasst. Es ist unmöglich, die Wahrheit herauszufiltern, was den Roman überaus faszinierend macht. Gerne vergebe ich hierzu eine Leseempfehlung.
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