Kurzbeschreibung von Amazon:"Schiffbruch mit Tiger? Diese Geschichte würden Sie nicht glauben? Kein Wunder. Fantastisch. Verwegen. Atemberaubend. Wahnsinnig komisch. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt. Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald hat der Tiger alle erledigt - alle, außer Pi. Alleine treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean. Eine wundersame, abenteuerliche Odyssee beginnt."Nun gut, bei dieser Beschreibung fiel mir als erstes der Satz ins Auge "Eine Geschichte, die sie an Gott glauben lässt"...Das fand ich dann doch etwas befremdlich, sogar abschreckend. Aber ich kann versichern, dass ich nach Beenden des Buches nicht mehr und nicht weniger an Gott glaube, als vorher. Allerdings macht man sich durchaus seine Gedanken zu verschiedenen Glaubensansichten, der Natur und seinen Geschöpfen, oder Gedanken zu uns Menschen und unserem Verhalten.Aber nun zur Geschichte:Am Anfang des Buches geht es weniger um einen Tiger und ich fragte mich beim Lesen mehrmals, was denn der Titel des Buches mit dem Inhalt zu tun hat. Im englischen heißt das Buch "The Life of Pi", was wohl passender wäre.Gut, der erste Teil des Buches war dennoch sehr interessant, amüsant, anregend für mich zu lesen, weil Pi als Sohn eines Zoodirektors in einem Zoo in Indien aufwächst, sehr frei erzogen wird und echt witzige, rührende Geschichten erlebt. In einer Zeit, die für Indien und seine Bewohner einen großen Umbruch bedeutet.Auch das Leben der Zootiere wird sehr genau beschrieben. Dabei kamen Ansichten zu Tage, die für mich so manches Ahaaa-Erlebnis bargen.Auch wenn also der erste Teil des Buches (noch) nicht ganz der Geschichte entsprach, die ich nach dem Klappentext erwartet habe, so fand ich doch eine Story, die so genial geschildert ist, das ich das Buch nicht mehr weg legen konnte.Und dann wendet sich die Geschichte tatsächlich.Es kommt wirklich zu diesem Schiffbruch und Pi, sowie seine Leidensgenossen (das Zebra, die Hyäne, der Orang-Utan und der Tiger) auf dem Rettungsboot, kämpfen ums nackte überleben. Nur noch Pi und Richard Parker, wie Pi den Tiger nennt, bleiben übrig...Pi merkt eines Tages, dass er nur überleben kann, wenn er sich mit dem Tiger "verbündet" statt gegen ihn zu kämpfen und nutzt dazu die Bedürfnisse des Tigers...Er konditioniert das Tier regelrecht...Und beide haben ihren Nutzen daraus.Das ist das Hauptthema im zweiten Teil, nebenbei wird schon fast auf poetische Art und Weise, oder besser gesagt auf sehr sehr anschauliche Art, noch einiges mehr beschrieben...Aus der Hand legen konnte ich dieses Buch so gut wie gar nicht, so sehr hat mich die Geschichte gefesselt. Auch wenn ich manches sehr erschreckend fand,... ich stelle mir das nackte Überleben auf engstem Raum mitten in einem riesigen Ozean mit einem Tiger im Rettungsboot durchaus so vor...Warum ich dieses Buch mit 5 Sternen bewerte?Weil ich es so total spannend fand, wie Tiger und Junge sich in der extremen Notsituation auf diesen paar Quadratmetern in für beide absolut befremdlicher ungewohnter Situation, in der es nur um Leben oder Sterben geht, arrangieren.Richard Parker wird während des ganzen Buches als das beschrieben, was er auch ist, als wildes Raubtier!!!Und Pi respektiert das wilde Raubtier als das was es ist!Also kein Freundschaftsgedudel und dergleichen, wie man vielleicht annehmen könnte.Auch wenn Pi den Tiger verstehen lernt.Ich finde das Buch einfach Klasse, spannend, philosophisch, traurig, lustig, wunderschön, skuril, erschreckend, herrlich...und für einige Überraschungen gut...