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Verfluchte Götter | Die Geschichte der Blasphemie | Gerd Schwerhoff | Buch | 528 S. | Deutsch | 2021
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion09.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das die Geschichte der Gotteslästerung auf beeindruckende Weise beleuchtet. Ich habe dieses Buch sehr begeistert und empfehle es jedem, der sich für diese Thematik interessiert.
Redaktion09.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das die Geschichte der Gotteslästerung von der Antike bis heute auf eine sehr anschauliche Weise darstellt. Die historische Tiefe und die Argumentation sind wirklich beeindruckend.
*Gerd Schgwerhoff erzählt die Geschichte der Blasphemie als Werkzeug der Unterdrückung von gestern bis heute.DAS BUCHAm Anfang war das Wort, doch gleich danach kam die Blasphemie. Manchmal fiel beides in eins, wenn die neue Offenbarung ein altes Gottesbild vom Podest stieß und die etablierte Ordnung infrage stellte. Deshalb wurde Jesus, ähnlich wie Sokrates, wahrscheinlich sowohl als Aufrührer wie als Gotteslästerer zum Tode verurteilt. Doch aus dem vermeintlichen Lästerer wurde selbst ein Gelästerter. Die älteste erhaltene Darstellung des Kreuzes ist nicht zufälligerweise ein Spottbild. Auf einem römischen Graffito, um das Jahr 300 datiert, sieht man ein Strichmännchen, das eine Gestalt anbetet, die am Kreuz hängt und einen Eselskopf trägt. Darunter steht: "Alexamenos verehrt seinen Gott". Da wollte sich jemand wohl über einen christlichen Bekannten lustig machen. Man kann dies nachvollziehen, denn einen Hingerichteten als Messias zu verehren, war in der Antike eine blasphemische Idee.Religion war im römischen Reich nicht zuletzt Herrscherkult. So machte sich derjenige, der beim Besuch einer Latrine oder eines Bordells das Porträt des römischen Kaisers auf einer Münze mit sich führte, der Blasphemie schuldig. Noch schlimmer waren die Christen, die dem Kaiser überhaupt die rituelle Verehrung verweigerten. Auch deshalb wurde ihr Gegen-Gott verspottet. Von einem krassen Fall, der an das Alexamenos-Graffito erinnert, berichtete Ende des zweiten Jahrhunderts der Theologe Tertullian: Ein Mann habe ein Bild durch Karthago getragen; darauf sei eine Gestalt zu sehen gewesen, in einer Toga, mit Eselsohren und einer Schrift in der Hand, auf der zu lesen war: "Deus Christianorum - Onokoites" - "Der Gott der Christen ist einer, der es mit Eseln treibt".FAZITIn der Weltbühne schrieb daraufhin der zu Unrecht vergessene Ludwig Marcuse, dass es nicht richtig sei, einigen Gruppen zu gestatten, die Äußerungen anderer Gruppen zu beschränken, indem ihre, und nur ihre, Gefühle zum Tabu erklärt würden: "Toleranz heißt: seine heiligen Gefühle nicht profanieren zu einer Bevormundung des Nebenmenschen. Man zweifelt doch sehr an der Heiligkeit von Gefühlen, die sich weniger in einem beseligenden Glauben äußern als im Hass gegen die Manifestationen der Ungläubigen.".
Dies ist eine lange und oft grausame Geschichte fortgesetzter Machtergreifung. 380 nZ brachte Kirchenvater Ambrosius den römischen Kaiser Theodosius I. dazu, das Christentum zur Staatsreligion zu erklären und alle anderen Religionen zu verbieten. Die nun mächtigen Christen überzogen das einstmals tolerante Reich mit einem fanatischen Glaubenseifer, den alle Andersgläubigen nicht überlebten, wenn sie sich nicht bekehren ließen. Die Christen zerstörten all die schönen Tempel und Statuen der Antike, verbrannten alle philosophischen Schriften in den zahlreichen Bibliotheken, töteten die Gelehrten von Alexandria samt ihrer klugen Rektorin Hypatia.In der Zeit von 380 nZ bis 600 nZ erfand das Christentum den Kampfbegriff Gotteslästerung (Blasphemie), der zur physischen und geistigen Vernichtung aller Andersdenkenden eingesetzt wurde (Schwerhoff 2021). Damit wurde eine im wahrsten Sinne des Wortes tödliche Intoleranz zur Triebkraft der Politik, die es in der Antike zuvor nicht gegeben hatte. Kaiser Justinian I. machte die Gotteslästerung zum kriminellen Straftatbestand. Damit hatten die Bischöfe Gestapo-ähnliche Verfolgungsinstrumente in der Hand, um alle „Häretiker“ (Glaubensabweichler) einsperren, foltern oder hinrichten zu lassen. Im Lauf der nächsten 1000 Jahre baute die Kirche ihre geistige Diktatur immer stärker aus, was in der Inquisition zwischen 1486 und 1790 gipfelte.Sehr ausführlich geschrieben, empfiehlt sich für Leser, die an der Geschichte des Katholizismus interessiert sind.Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Blutreligion. Die Sünden des Katholizismus"
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 18:09 Uhr.