GK3 Psychiatrie: Original Prüfungsfragen mit Kommentar (Schwarze Reihe)
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EAN 9783132444799

GK3 Psychiatrie: Original Prüfungsfragen mit Kommentar (Schwarze Reihe)

Hersteller: Thieme  ·  MPN: 1042459
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

GK3 Psychiatrie | Original Prüfungsfragen mit Kommentar | Thomas Poehlke | Taschenbuch | 456 S.

Bewertungen & Erfahrungen

3,8 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★ 3
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 10.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine unschlagbare Ressource für das Lernen und Nachschlagen in der Psychiatrie; die Qualität der über 520 Original-Prüfungsfragen ist hervorragend und sehr hilfreich.
Redaktion 10.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch enthält eine große Anzahl an Prüfungsfragen, was gut für die Vorbereitung ist, allerdings ist die Qualität der Fragen gemischt und nicht immer tiefgehend.
Redaktion 10.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Perfekt!
Amazonkunde 23.05.2023 amazon.de
Top Buch zur Vorbereitung der Heilpraktikerprüfung.
Tom Simon 23.05.2023 amazon.de
Historisch betrachtet erinnert mich dieses sogenannte Lehrbuch an Lehrbücher aus der sozialistischen DDR. In der DDR standen alle Lehrbücher unter der Prämisse, dass der Sozialismus die bestmögliche Staatsform sei und alles, was dagegen sprach, wurde konsequent ausgeblendet. Auch dieses Lehrbuch steht unter einem unausgesprochen Paradigma: Seelische Konflikte, unangenehme Gefühle, unangemessenes Denken sind medizinische Krankheiten, die sich medizinisch-technologisch behandeln lassen.Wenn man dieses Paradigma nicht teilt, wofür es gute Gründe gibt, dann bleibt von der Psychiatrie nicht viel übrig. Im Wesentlichen lässt sich das Lehrbuch in zwei Teile teilen, für die Psychiater nicht zuständig sind. Die in Kapitel 2 besprochenen "Körperlich begründbare psychische Störungen" und "Physische Abhängigkeiten" sind Krankheiten, bei denen sich eine somatische Ursache feststellen lässt. Für diese Krankheiten sind Ärzte bzw. Neurologen zuständig, parallel kann evt. eine Psychotherapie hilfreich sein, mit den Folgen der Krankheit umzugehen. Alle weiteren Kapitel beschreiben "Körperlich nicht begründbare psychische Störungen", also seelische Konflikte, unangenehme Gefühle, unangemessenes Denken, schwierige Persönlichkeiten. Bei diesen seelischen Konflikten können viele Berufe helfen zum Beispiel Psychologen, Sozialarbeiter und Barkeeper. Es ist jedoch brandgefährlich, solche sozialen intra- und interpsychischen Probleme/Konflikte mit Hilfe eines technologisch-medizinischen Weltbildes zu behandeln. Dazu zwei Beispiele:a) Entgegen der im Buch vertretenen Lehrmeinung, Schizophrenie sei eine in der Regel degenerative Krankheit, die nur mit Neuroleptika behandelbar ist, steht die in Finnland erfolgreich verwendete Sozial-Therapie des Open Dialogue. Diese hat eine Heilungsrate von mehr als 85 Prozent bei Psychosen, die Diagnose "Schizophrenie" ist dort praktisch unbekannt. Im Lehrbuch wird auch nicht erwähnt, dass die "Minussymptomatik" bei medikamentös behandelten Psychosen nichts anderes ist als die Nebenwirkung der Medikamente. Auch nicht erwähnt wird, dass Neuroleptika historisch betrachtet als Alternative zur Lobotomie entwickelt wurden und von Psychiatern anfangs treffend als "medikamentöse Lotomie" bezeichnet wurden. Treffend aus einem einfachen Grund: Neuroleptika führen langfristig verwendet zu einem Abbau der Gehirnmasse. Wenn man eine solche Behandlung als Medizin bezeichnet, dann hat man laut Hippokrates vielleicht den falschen Beruf gewählt.b) Mittlerweile gibt es zahlreiche Langzeitstudien über die Verwendung von Psychopharmaka, deren Ergebnis leider zeigen: Langfristig geht es der unbehandelten Kontrollgruppe durchschnittlich besser als der psychopharmakologisch Behandelten! Upps! Konkret heißt das: Menschen mit seelischen Konflikten geht es besser, wenn sie keinen Psychiater aufsuchen. Historisch ist so etwas nicht neu: Zur Zeit des Aderlasses war es auch besser, keinen Arzt bzw. Quacksalber aufzusuchen. Im 21. Jahrhundert wiederholt sich eine solche Hybris leider in der Psychiatrie. Da diese Langzeitstudien im Buch nicht aufgeführt werden, zitiere ich hier eine Zusammenfassung aus Robert Whitakers "Anatomy of an Epidemic":1990: In a large, national depression study, the eighteen-month stay-well rate was highest for those treated with psychotherapy (30 percent) and lowest for those treated with an antidepressant (19 percent). (NIMH)1992: Schizophrenia outcomes are much better in poor countries like India and Nigeria, where only 16 percent of patients are regularly maintained on antipsychotics, than in the United States and other rich countries, where continual drug usage is the standard of care. (World Health Organization)1995: In a six-year study of 547 depressed patients, those who were treated for the disorder were nearly seven times more likely to become incapacitated than those who weren’t, and three times more likely to suffer a “cessation” of their “principal social role.” (NIMH)1998: Antipsychotic drugs cause morphological changes in the brain that are associated with a worsening of schizophrenia symptoms. (University of Pennsylvania)1998: In a World Health Organization study of the merits of screening for depression, those diagnosed and treated with psychiatric medications fared worse—in terms of their depressive symptoms and their general health—over a one-year period than those who weren’t exposed to the drugs. (WHO)1999: When long-term benzodiazepine users withdraw from the drugs, they become “more alert, more relaxed, and less anxious.” (University of Pennsylvania)2000: Epidemiological studies show that long-term outcomes for bipolar patients today are dramatically worse than they were in the pre-drug era, with this deterioration in modern outcomes likely due to the harmful effects of antidepressants and antipsychotics. (Eli Lilly; Harvard Medical School)2001: In a study of 1,281 Canadians who went on short-term disability for depression, 19 percent of those who took an antidepressant ended up on long-term disability, versus 9 percent of those who didn’t take the medication. (Canadian investigators)2001: In the pre-drug era, bipolar patients did not suffer cognitive decline over the long term, but today they end up almost as cognitively impaired as schizophrenia patients. (Sheppard Pratt Health System in Baltimore)2004: Long-term benzodiazepine users suffer cognitive deficits “moderate to large” in magnitude. (Australian scientists)2005: Angel dust, amphetamines, and other drugs that induce psychosis all increase D2 HIGH receptors in the brain; antipsychotics cause this same change in the brain. (University of Toronto)2005: In a five-year study of 9,508 depressed patients, those who took an antidepressant were, on average, symptomatic nineteen weeks a year, versus eleven weeks for those who didn’t take any medication. (University of Calgary)2007: In a fifteen-year study, 40 percent of schizophrenia patients off antipsychotics recovered, versus 5 percent of the medicated patients. (University of Illinois)2007: Long-term users of benzodiazepines end up “markedly ill to extremely ill” and regularly suffer from symptoms of depression and anxiety. (French scientists)2007: In a large study of children diagnosed with ADHD, by the end of the third year “medication use was a significant marker not of beneficial outcome, but of deterioration.” The medicated children were also more likely to engage in delinquent behavior; they ended up slightly shorter, too. (NIMH)2008: In a national study of bipolar patients, the major predictor of a poor outcome was exposure to an antidepressant. Those who took an antidepressant were nearly four times as likely to become rapid cyclers, which is associated with poor long-term outcome. (NIMH)Zurück zum Buch: Wie funktioniert die Indoktrination konkret? Im jeweils ersten Teil eines Kapitels wird ein Glauben präsentiert wie "53 Engel passen auf eine Nadelspitze." Im zweiten Teil gibt es dann einen Multiple-Choice-Test, bei dem man beantworten kann: "Wie viele Engel passen auf eine Nadelspitze?" (Das Beispiel dient nur der Erläuterung!) Behavioristen mit ihrem rattomorphistischen Menschenbild sprechen bei so einem Verfahren von Konditionierung. Diese läuft auf leider auf vielen Ebenen ab: Ein junger Mensch studiert Medizin, weil er Menschen helfen möchte. Und dann wird im Studium selektiert, ob er den (für die Psycho-Industrie) richtigen Glauben hat. Ein solches "Selektionsbuch" haben wir hier, nur mit kritisch-wissenschaftlichem Denken oder Heilung hat das leider wenig zu tun ...Den einen Stern gebe ich dennoch gerne aus zwei Gründen: Für Ärzte ist das Kapitel 2 über organisch bedingte psychische Störungen unbedingt zu empfehlen! Und für Historiker ist der Rest des Buches interessant, wenn sie zukünftig den gegenwärtigen Irrglauben der Psychiatrie studieren ...Upps, zwei Anmerkungen habe ich noch:a) Im Anhang des Buches (S. 428) finden sich Internet-Adressen zum Thema Psychiatrie. Da alle psychiatrie-kritischen Gesellschaften dort nicht erwähnt werden, empfehle ich jedem Leser genau diese Seiten nicht zu besuchen und einfach mal "Psychiatrie Kritik" oder Ähnliches zu googeln. Als Einstieg helfen die Bücher von Peter Breggin, Robert Whitaker, Thomas Szasz oder auch die zahlreichen Veröffentlichungen des deutschsprachigen Antipsychiatrie Verlags. Eine historische Perspektive der gegenwärtigen Psychiatrieprobleme findet man in einem Vortrag vom Psychiater Pat Bracken auf Youtube.b) Die Literaturliste (S. 430) ist nicht einmal eine Seite lang. Im Buch selbst finden sich praktisch keine Literaturangaben, das heißt, der Leser muss vertrauen, dass der Autor richtig abgeschrieben hat, und hat keine Chance, die Quellen der Angaben nachzulesen. Im Grundstudium egal welchen Faches würde man mit so einer Arbeit durchfallen.
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