Ich habe auch studiert und kann verstehen, dass man nach einem Germanistikstudium sein erlerntes Fachwissen an die Welt weiterreichen möchte; aber ausgerechnet an die armen Menschen, die die Deutsche Grammatik zwecks Erwerbung von Zertifikaten erlernen müssen ...Während das Inhaltsverzeichnis der Hueber Basis-Grammatik noch gut strukturiert aussieht und die Übungen zu den einzelnen Themen noch passabel bis brauchbar sind, fehlen zu jedem Thema verständliche Einführungen. Ohne tiefgreifende Kenntnisse des Fachvokabulars (Was zur Hölle sind Prädikativkomplemente oder Akkusativobjekte?) sind die wenigen Erklärungen dieser "Basis-Grammatik" für mich als Muttersprachler nicht verstehbar. Fremdsprachler können da nur abgeschreckt werden. Auch als Nachschlagewerk ist das Buch nicht zu gebrauchen, da gerade die Fachbegriffe zwar im Index zu finden sind, die Seitenzahlen aber nur auf die Verwendung der Begriffe verweist, nicht auf deren Erläuterung.Die Deutsch-Grammatik meiner Grundschule (1. Fall - Wer-Fall, 2. Fall - Wes-Fall, 3. Fall Wem-Fall, 4. Fall - Wen-Fall) ist den Germanisten von heute offensichtlich zu systematisch. Nominativ, Akkusativ und Dativ werden bunt gemischt, der Genitiv wird - wie in der modernen Umgangssprache - nur stiefmütterlich behandelt: einzige Erläuterung: "Im Genitiv dekliniert man auch das Substantiv." Aha!Zum Lernen ist das Buch ungeeignet, da die Erklärungen fehlen oder unverständlich sind. Als Nachschlagewerk ist es aus o.g. Grund nicht brauchbar und wegen der doch reichhaltigen Übungen zu dick und unübersichtlich.Das Buch hat 340 Seiten (meine Spanisch-Grammatik ist 70 Seiten dünn), was bin ich froh, dass ich nicht Deutsch lernen muss ...