Memento Mori - Muriel Spark Leinen
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EAN 9783257070040

Memento Mori - Muriel Spark Leinen

Hersteller: Spark, Muriel  ·  MPN: 1203808
4,3/5,0 (6 Bewertungen)
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Produktfakten auf einen Blick

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Spark, Muriel
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9783257070040
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1203808
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Produktbeschreibung

Memento Mori | Muriel Spark | Buch | 304 S. | Deutsch | 2018 | Diogenes Verlag AG

Bewertungen & Erfahrungen

4,3 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★ 3
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 23.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist absolut faszinierend und hat mich sofort in seinen Bann gezogen; die Geschichte von Muriel Spark ist wunderschön und tiefgründig. Ich kann es jedem wärmstens empfehlen!
Redaktion 23.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist absolut faszinierend und hat mich tief berührt; die Geschichte der vier alten Freunde ist wunderbar geschrieben und sehr unterhaltsam. Ich kann es jedem empfehlen, der eine tolle Lesefreude sucht.
Redaktion 23.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
WEG 21.06.2024 amazon.de
Immer noch ein Muss für alle ab 55.
Martin Stauder 21.06.2024 amazon.de
Mit ihrem Roman "Memento Mori" hatte die Engländerin Muriel Spark 1959 ihren ersten Erfolg, ihr Markenzeichen auch damals: unbändig köstlicher Humor, natürlich auch ganz schwarzer. Der Roman ist sehr lebendig geschrieben, die vorkommenen Personen sind allerdings im Greisenalter oder mindestens siebzig.Godfrey Colston, siebenundachtzig, liest gerne Todesanzeigen und beobachtet Menschen um festzustellen, ob sie schon Anzeichen von Senilität aufweisen. Lisa Brooke hatte viele Liebhaber, darunter auch Godfrey. Ein Jahr vor ihrem Tod beschloss sie, ihren Lebenswandel zu ändern und ehelos zu bleiben. Auf ihrer Beerdigung kündet Godfrey an, er lasse sich auch verbrennen, wenn seine Zeit gekommen ist - "Leichen unter der Erde infizieren nur unsere Trinkwasserversorgung" -. Doch vorerst bemüht er sich, seine Ehefrau Charmian in ein Altenheim unterzubringen. Seit fünfzehn Jahren schon leidet sie an Gedächtnisschwund, ist zeitlich desorientiert und glaubt, dass sich ihr Mann gegen sie verschworen hat. Mrs. Pettigrew, die schon bei Lisa Brooke als Haushälterin geargeitet hat und hinter dem Vermögen ihrer Herrschaft her war, hat eine Anstellung im Hause der Colstons gefunden und will nun dort die Erbschaft erschleichen.Der Alltag der Alten wird durch lästige Anrufe eines offenbar Verrückten gestört. Zuerst meldet sich diese Stimme bei Lettie Colston. "Denken Sie daran, daß sie sterben müssen", hört sie durch den Telefonhörer. Ihr Bruder Godfrey wird sichtlich nervös, als diese Anrufe auch ihn erreichen und Charmian, sie findet in ihrer senilen Unschuld zufällig eine treffende Antwort: "...In mancher Beziehung läßt mein Gedächtnis mich ja im Stich..., aber irgendwie kann ich meinen Tod nicht vergessen, wann immer das auch sein wird."Das besondere an diesem Roman ist die Kombination eines sehr ernsten Themas - Alter und Tod - mit grenzenlosem Humor. Oft entwickelt sich der Humor aus den Dialogen und sprüht dann in Kaskaden. Nicht ein einziges Mal macht die Autorin sich über die Alten lustig. Im Gegenteil, manchmal stellt sie Verwirrspielchen an, dass der Leser dann selber überlegen muss, ob die eine oder andere Romanfigur verwirrt ist oder nicht und nebenbei erfahren wir Weisheiten über den Umgang mit den Tod. Dieses Buch ist unbedingt weiterzuempfehlen und viele werden sicher große Freude daran haben.
Bories vom Berg 21.06.2024 amazon.de
Der deskriptive Titel «Memento Mori» weist lateinkundige Leser sogleich unverkennbar auf die ziemlich spezielle Thematik von Muriel Sparks 1960 erschienen Roman hin: «Denke daran, dass du sterben musst». Die in Schottland geborene Schriftstellerin löste mit diesem frühen Werk einst eine Kontroverse innerhalb des Feuilletons aus. Kann man, darf man, wurde da gefragt, Alter, Sterben und Tod, diese Zumutung für eine vernunftbegabte Menschheit, so locker und ironisch als Groteske darstellen? Man darf! Und seither wurde Muriel Spark als wichtige Autorin von Rang angesehen, nicht nur im englischsprachigen Raum. 1993 wurde ihr der Titel «Dame» des Order of the British Empire verliehen, die Liste aller ihrer Preise und Ehrungen ist imposant.«Alter schützt vor Torheit nicht» könnte man dem Roman als Motto voranstellen, und vor Bosheit erst recht nicht, muss man hinzufügen. Drei alte Sünder sind die Protagonisten, Godfrey, seine Frau Charmian und seine Schwester Lettie, alle jenseits der siebzig, um sie herum ein illustres Völkchen der gleichen Altersklasse, die sich an Kuriosität gegenseitig zu übertreffen scheinen. Äußerer Rahmen für die Handlung sind mysteriöse Telefonanrufe, bei denen ein anonymer Anrufer immer wieder «Denken Sie daran, dass sie sterben müssen» sagt und dann auflegt. Die Frage, wer dahintersteckt, wird übermächtig, als neben Lettie, die als erste damit belästigt wurde, immer mehr der Senioren solche Anrufe erhalten, aber weder die Polizei noch ein zusätzlich engagierter Privatdetektiv können den Fall klären. Kunstvoll ineinander verwoben erzählt die Autorin von Testamentsänderungen, Erbschleicherei, Erpressungen, Heimtücke, Rachegelüsten, Bosheiten, Schrulligkeiten und Lebenslügen der Greise, die auch im hohen Alter alles andere als altersweise sind, die im Gegenteil hartnäckig ihre egoistischen Pläne verfolgen, gierig ihren finanziellen Vorteil suchen, ihre schuldbeladene Vergangenheit vertuschen wollen.Einen breiten Raum nimmt dabei auch die körperliche Hinfälligkeit der Hochbetagten ein, ihr täglicher Kampf gegen ihre diversen Gebrechen, ihre Vergesslichkeit. Die Bühne dafür ist bis ins Altersheim und die geriatrische Klinik erweitert, wo Bettlägerige und Senile von Ärzten und Schwestern betreut werden, die nicht zu beneiden sind angesichts der Kampfeslust der Patienten. Mit schwarzem Humor schildert die Autorin ironisch die Aussetzer und mentalen Fehlleistungen ihres skurrilen Personals, eine zuweilen maliziöse Satire, die nicht selten ins Makabre abgleitet. Todesfälle und Beerdigungen sind dabei nicht ausgenommen, und so etwas wie Trauer kommt einfach nicht vor in dieser rabenschwarzen Geschichte. Wobei der englische Humor mich hier etwas enttäuscht hat, viel mehr als dass der wohlhabende Godfrey aus Geiz seine Streichhölzer aufspaltet habe ich nicht gefunden, stattdessen tea time bis zum Abwinken, very british eben. Die Story ist in der gesellschaftlichen Mittelschicht der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg angesiedelt, man lebt recht auskömmlich ohne wirkliche Geldsorgen.Der dialogreiche Text ist in einem leicht lesbaren Stil verfasst, bei der Fülle von Figuren ist allerdings erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, Lesern mit ausgesprochen schlechtem Namensgedächtnis sei ein Spickzettel angeraten. Nicht jeder wird mit der unverblümt sarkastischen Perspektive der Autorin einverstanden sein, Gott, Jenseits und Anderes aus der religiösen Wundertüte fehlt hier völlig, der Tod ist etwas so Normales, dass man kein Aufhebens davon macht, unbeeindruckt wieder zur Tagesordnung übergeht. Und so gibt es auch für die kriminalistische Frage eine einfache Antwort: «Ich bin davon überzeugt, dass der Urheber der anonymen Anrufe der Tod selbst ist, wenn man das sagen darf. Ich weiß nicht, was Sie dagegen unternehmen könnten, Dame Lettie. Wenn Sie sich nicht an den Tod erinnern, erinnert der Tod Sie an sich». Kann man das alles als Denkanstoß im Umgang mit dem Tod auffassen? Aber sicher doch!
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