Wir, im Fenster: Roman
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EAN 9783351050658

Wir, im Fenster: Roman

Hersteller: Aufbau Verlag Gmbh  ·  MPN: 1575708
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Wir, im Fenster | Lene Albrecht | Buch | 223 S. | Deutsch | 2019 | Aufbau Verlage GmbH

Bewertungen & Erfahrungen

4,2 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★ 3
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 28.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist eine interessante und nachdenkliche Lektüre, aber der Inhalt ist für mich etwas zu abstrakt. Die Gestaltung ist ansprechend, aber die Tiefe der Botschaft lässt in einigen Passagen zu wünschen übrig.
Redaktion 28.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
HP 20.06.2024 amazon.de
Das Buch war gewünscht und darum auch gefallen
Buchdoktor 20.06.2024 amazon.de
Die innige und zugleich trotzige Haltung zweier Mädchen in der U-Bahn holen Linns Erinnerung herauf an ihre Freundschaft mit Laila. Heute blickt Linn aus der Hochbahn auf den neu angelegten Park und erinnert sich, wie Anlieger gegen den Bau der Bahnlinie protestiert hatten. Das Laubengelände war - vor dem Anlegen des Parks - das Revier der Mädchen. Erst Linns westfälischer Mann weckte die Erinnerung an ihre Kindheit, als er genau wissen wollte, wo sie als Kinder Indianer gespielt hatten. Linns Eltern lebten in genau den Verhältnissen, in denen Eltern ihr Kind in einem anderen Stadtteil meldeten, damit es nicht mit Kindern wie Laila in einer Klasse lernen musste. Linns Erinnerungen gehen zurück zu Lailas Mutter, die Motorrad fuhr und ein Brautmodengeschäft führte. Der Vater lebte längst mit einer anderen, jüngeren Frau. Als Lailas Großmutter nicht wieder aus der Türkei zurückkehrt, zieht Laila zu Linns Familie. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie wie Linns Schwester aufgenommen wurde und die Wege der beiden Frauen sich später trennten. Nach einem letzten Kuss verschwand damals Laila und Linn versucht erst 10 Jahre später die Freundin zu finden. Unsere Vorstellung, was mit Laila in der Heimat ihrer Großeltern geschehen sein kann, übersteigt vermutlich die Realität. Ihre sexuelle Entwicklung erlebten die Mädchen gleichzeitig. Sie schliefen immer gemeinsam in einem Bett und machten Pläne von einem gemeinsamen Haus in der Türkei. In ihrem Kiez lernen sie früh von Gleichaltrigen, was Prostitution ist – und als Leser ahnt man die damalige Überforderung der Großmutter mit der Großstadtgöre. Heute fühlt Linn sich in Lailas Hand, weil sie über die Freundin spricht.In Lene Albrechts Roman einer Mädchenfreundschaft zwischen Kindheit und Pubertät geht es um Mädchenkram, das Zerbrechen einer Freundschaft, aber auch um den Kontrast zwischen dem Anschein bürgerlicher Sorglosigkeit in Linns Familie und der zerbrechenden Welt Lailas. Linns Erinnerungen entblättern eine vergangene Idylle aus der Zeit kurz nach der Wende. Heute erkennt sie, was den Kindern verschwiegen wurde, was sie als 13-Jährige vielleicht ahnten und gern verdrängten. Der Roman vermittelt Emotionen, als würde man in den Ort seiner Kindheit zurückkommen - und schlagartig wären die Gerüche und Geräusche jener Zeit wieder da. Albrechts Roman zeigt schonungslos die trostlosen Seiten einer Großstadt-Kindheit und ist sexuell explizit. Das tut der gelungenen Darstellung der beiden Großstadtgören jedoch keinen Abbruch.
SH 20.06.2024 amazon.de
"Wir, im Fenster" von Lene Albrecht ist, auch wenn es auf den ersten Blick wie eine übersichtliche kleine Novelle wirkt, ein verdammt kompliziertes Buch. Das muss kein Problem sein: Wenn es dafür gute Gründe gibt, muss man es dem Leser nicht zu einfach machen, Literatur ist auch dazu da, um daran zu wachsen.Als Referenzpunkt für solche komplizierten Bücher, in denen tatsächlich jeder Satz, jede Wendung, jeder Perspektivwechsel am Ende aufgeht, ziehe ich sonst gern Woolfs To The Lighthouse oder Llosas Gespräch in der Kathedrale heran. Im Fall von "Wir, im Fenster" drängt sich auch noch Roys "Der Gott der kleinen Dinge" auf, das auch zuerst sehr schlicht wirkt, dann die Erzählung auf überraschend vielen Ebenen entfaltet, und alles doch am Ende wundervoll zusammengefügt.Wir, im Fenster ist nicht in gleicher Weise gelungen. Innen und außen harmonieren nur hier und da, besonders die Zeitsprünge wirken regelmäßig willkürlich, und der drastische Schluss ist zwar tatsächlich lesenswert, ist aber kaum wirklich zwingend aus dem vorhergehenden entwickelt.Wir, im Fenster erzählt die Geschichte der Kinder und Jugendfreundschaft von Linn, der Erzählerin, und Laila, die zeitweise auch sexuell miteinander experimentieren, von einem barbarischen Akt, den Freunde Linns verüben und davon, wie Linn nur zusieht.Das erste, was auffällt, ist der Stil. Es ist eines dieser Beobachtungs-/Erinnerungs-Aufzählungsbücher. Ich lese und denke gleich: Hildesheim, Leipzig, oder Biel? Und natürlich ist die Autoren eine Literaturstudentin, in diesem Fall vom Leipziger Institut. Na gut, was will man machen, über den zunehmenden Gleichklang deutscher „gehobener“ Literatur habe ich bereits oft genug geschrieben.Als nächstes werden Leser wahrscheinlich über die zahlreichen Zeitsprünge stolpern. Mal befinden wir uns in der Kindheit der Protagonistin, dann ist sie 15, dann wahrscheinlich etwa 18, dann wieder vielleicht 10. Ich werde jetzt nicht zahlreiche genannte und geschätzte Alter weiter aufzählen. Als Präsens-Erzählung davon abgesetzt gibt es noch einige Passagen aus dem Leben der Erzählerin als junge Erwachsene. Dabei fehlt mir sowohl ein stilistisches voneinander Absetzen der einzelnen Passagen (das Buch liest sich durchweg wie die freie Assoziation einer noch eher jugendlich-naiven Protagonistin), als auch, vielleicht, ein deutlicheres sprachlich-zeitliches (Das Deutsche hat mehr als zwei Zeitformen). Vor allem aber ließ sich nicht wirklich ausmachen, dass ein Prinzip hinter den Momenten steckt, in denen in der Zeit gesprungen wird. Obschon auch Roy frei zu assoziieren scheint, spürt der Leser die Bedeutung hinter einem jeden Zeitsprung. Die Sprünge konterkarieren und kommentieren sich, berühren sich und balancieren sich gegenseitig aus. Wir, im Fenster dagegen hat genau einen Erzählstrang, eine Perspektive, durch die derart munter gehüpft wird, dass jeder Leser die Orientierung verlieren dürfte. Das ist nicht absolut unangemessen, verdrängt und verschleiert die Protagonistin doch Teile ihrer Erinnerung offenkundig, aber es ist in der literarischen Gestaltung doch ein ziemliches Holzhammermittel, und schmälert den Genuss der Lektüre zeitweise deutlich.Zumal die ersten grob 70 % des Buches tatsächlich Jugenderinnerungen ohne größere Vorkommnisse sind. Das Laila irgendwann geht, wissen wir, aber die krassen Gründe, warum Sie mit Linn nichts mehr zu tun haben will, kommen aus heiterem Himmel. Das wirkt, anders als "Gespräch in der Kathedrale" etwa, wo man rückblickend die unerwarteten Entwicklungen von langer Hand vorbereitet findet, auch mit dem Wissen, dass der Leser zum Schluss hat, nicht so recht passend zum Anfang. Hauptgrund dürfte sein, dass die entscheidenden Figuren, die für die letztendlichen Wendungen sorgen, größtenteils erst im letzten Drittel des Buches überhaupt eingeführt werden."Wir, im Fenster" hat durchaus eine interessante Handlung, die aber sehr langsam in Fahrt kommt, was für ein Werk von 140 Seiten schon einmal eine Leistung für sich ist. Der Stil ist eben eines dieser 2 bis 3 Register, die man von der deutschsprachigen Literturschulen-Literatur zur Genüge kennt, und ich kann nur hoffen, dass sich Autoren, die ein Werk sprachlich anders gestalten wollen als mit dem Ziel der reinen Vermittlung des Geschehens (und das möchte Albrecht offenkundig, was Hoffnung für die Zukunft macht), irgendwann wieder erinnern, dass Sprache neben Rhythmus auch Melodie besitzen kann. "Wir, im Fenster" mag man lesen, und hat seine Zeit sicher nicht verschwendet, eine zwingende Empfehlung möchte ich aber nicht aussprechen.
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