Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist
keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns
gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Browser-Benachrichtigung bei PreissenkungWir melden uns, sobald es günstiger wird als heute (18,00 €) — höchstens einmal am Tag. Ohne E-Mail, ohne Konto, jederzeit abbestellbar. Amazon-Angebote sind ausgenommen. Datenschutz
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im
Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine
Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
EAN 9783406808869
Kinder der Gewalt: Ein Porträt Russlands in fünf Verbrechen (Beck Paperback)
Kinder der Gewalt | Ein Porträt Russlands in fünf Verbrechen | Julian Hans | Taschenbuch | 253 S.
Bewertungen & Erfahrungen
5,0 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★4
4 ★0
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.
Redaktion06.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein unglaublich aufschlussreiches und fesselndes Porträt, das tief in die Ursachen der Brutalität eintaucht. Es ist eine exzellente Lektüre für alle, die sich mit diesem komplexen Thema auseinandersetzen möchten.
Nach 242 informativen und lesenswerten Seiten lautet das Fazit eines „tatsächlichen Putinverstehers“: „Alle in Putins engerem Führungszirkel sind Repräsentanten einer untergegangenen Welt. Ein Regime der Untoten versucht die Zeit anzuhalten.“Als ich 1989 zum ersten Mal mit der Transsib durch Russland reiste und 1990 das erste Mal mit einer Kollegengruppe in St. Petersburg war, meinte ich, eine viel hoffnungsvollere Zukunft für Russland zu erblicken. Wenn man dieses Buch gelesen hat, versteht man, warum es nicht so kam. Aber die Entwicklungen in der Ukraine geben Hoffnung, dass auch für Russland die Zukunft noch offen ist.
Julian Hans war von 2013 bis 2018 Moskau-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung". Inzwischen arbeitet er als Redakteur für das Portal dekoder.org. Er beobachtet nun schon seit Jahrzehnten die russische Gesellschaft.In diesem Buch stellt er sich die Frage, warum der Angriffskrieg gegen die Ukraine von einem Großteil der russischen Zivilbevölkerung unwidersprochen hingenommen wird und warum er derartig brutal geführt wird.Hans rollt dazu Kriminalfälle der letzten Jahre auf, die er als wichtig für das Verständnis der Stimmung in Russland ansieht und zieht daraus Schlüsse für den Zustand der russischen Gesellschaft. Denn fragt man nach Politik wird zur Sicherheit oft geschwiegen, aber aufsehenerregende Kriminalfälle können engagiert diskutiert werden.Besonders die ersten Seiten sind harter Tobak. Es geht um einen Massenmord, mafiöse Verstrickungen von Polizei und Justiz, häusliche Gewalt, den Versuch der Aufarbeitung der Verbrechen der Vergangenheit und die Unterdrückung künstlerischer und zivilgesellschaftlicher Initiativen. Er erklärt wie das Glorifizieren des brutalen, echten russischen Mannes, der mit harter Hand über die Familie herrscht, zusammenhängt mit dem Bild von Putin als hypermännlichem Staatsführer, der sich (angeblich) nicht mit Politik abgibt, sondern einfach „tut was getan werden muss“. Warum es wichtiger ist den Familienzusammenhalt und auch gewalttätige Männer zu schützen als Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, zu helfen. Er erklärt, warum junge Männer, die Morde an Polizisten verüben, als Helden gefeiert werden.Hans zeigt auf, dass das romantische Stereotyp die Russen seien besonders leidensfähig und schicksalsergeben, eigentlich aus einem überwältigenden Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber dem Staat kommt. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, […] dass Gewalt zum Alltag gehört, dass das Recht des Stärkeren gilt und die Mächtigen sich alles nehmen können, auch meinen Körper. Dass jeder Widerstand zermalmt wird und Verbrechen belohnt. Dass Staatsorgane Täter schützen und Opfer verfolgen.“ (S.54)Am Anfang werden in jedem Kapitel einzelne Kriminalfälle beschrieben, zum Ende hin wird es etwas weniger strukturiert und es werden eher Themenkomplexe besprochen. Die Analyse und Beschreibung der Geschehnisse vermischen sich. Das fand ich etwas schade, denn dadurch geht Struktur verloren. Man merkt, dass der Autor sehr engagiert und betroffen ist, erhält aber nicht mehr so viel Unterfütterung für seine Thesen.Sicherlich liegt das aber auch an der Schwierigkeit überhaupt an Informationen zu kommen und auch an der Aktualität des Themas. Der Tod des Oppositionellen Nawalnys beispielsweise reiht sich nahtlos in die beschriebene Logik der Gewalt ein.Eine harte, traurige Lektüre, die nur kleine Hoffnungsschimmer anbietet. Sehr lesenswert für diejenigen, die sich mit der russischen Gesellschaft und Gewalt in diktatorischen Regimes befassen möchten.
Beim lesen hatte ich das Gefühl, zum ersten Mal "das russische Volk" von heute ein wenig besser verstehen zu können. Putins Biographien zeigen immer nur den Diktator, RT zeigt Propaganda und die Korrespondenten in Moskau und anderswo haben Schwierigkeiten echte Meinungen ins Mikrofon zu bekommen. Julian Hans macht anhand von 5 Geschichten aus dem "öffentlichen" Leben deutlich, womit sich Russen jeden Tag herumplagen müssen. Wie sehr Putin mit seiner "gelenkten Demokratie" zum absoluten Diktator geworden und der Staatsapparat von oben nach unten von Korruption zerfressen ist. Die Lebenssituationen sind Kafkaesk und oft Hoffnungslos.Man merkt, dass der Autor Journalist ist, die Kapitel könnten auch einzeln in einer Zeitung zu finden sein. Es fehlt manchmal am "Bogen". Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb ist dieses Buch extrem fesselnd und - das ist beim traurigen Sujet des Buches möglicherweise etwas flapsig formuliert - kurzweilig.Neben den Einblicken in die täglichen Probleme der russischen Bevölkerung lernen wir in dem Buch auch einige reale Figuren des Widerstandes kennen. Künstler, Wissenschafter, Journalisten. Insbesondere diese persönlichen Kapitel sind berührend und geben Mut.
Deine Bewertung *
0/2000
Bewertungen werden nach Prüfung veröffentlicht. Bitte bleibe sachlich und fair.
* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet.
testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 18:09 Uhr.