„Der Magier in uns“ - ein Buch, das enttäuschend ist für jemanden, der endlich von einem Profi wissen will, wie er als Laie geschickt an Onkels Geburtstag das Kaninchen aus dem Zylinder zaubern kann. Ein Buch, das enttäuscht, wenn man die Erwartung hatte, dass man hier in zwei Tagen Trick 17 der Zauberkunst erfahren oder gewisse Insider-Einblicke in Bühnenshows mit verschwundenen Tigern erhalten wird. Es ist dafür ein Buch, das viel, sehr viel mehr zu bieten hat.Das Buch ist einerseits die fesselnde Biografie eines außergewöhnlichen Menschen und der Werdegang eines mittlerweile großen, aber jungen Magiers aus Deutschland, der auf seinen Rucksack-Reisen rund um die gesamte Welt nicht nur oberflächlich aus dem Hotel heraus an uns völlig fremden Kulturen geschnuppert hat, sondern in sie wirklich tief eingetaucht ist und uns von diesen Erlebnissen in seinem Buch berichtet. Der dabei so unschätzbare authentische Erfahrungswerte gesammelt hat, die kaum einer von uns jemals sammeln wird. Die so faszinierend und wertvoll sind, weil sie niemals in irgendeinem Touristenführer über das jeweilige Land stehen werden, den man sich im Buchhandel kaufen kann.Es ist andererseits ein Buch mit Hinweisen und Anstupsern, wie jeder von uns gewisse Dinge seines eigenen individuellen Alltags neu beleuchten könnte. Wie aus scheinbar unwichtigen Situationen lebensprägende Impulse für einen werden, wie wir mit einer gewissen Achtsamkeit bislang banale Dinge völlig neu erfahren und wieder neu wertschätzen lernen, wie uns die alltäglichsten Gegebenheiten unseres Lebens nicht mehr routiniert und langweilig, sondern plötzlich wieder spannend vorkommen könnten - wenn wir nur einmal unsere Perspektive zu diesen Dingen wechseln würden. Zum Beispiel in die Perspektive eines kleinen Kindes, für das in seiner kleinen Welt erstmal alles neu und deshalb sehr spannend ist, weil alles frisch wahrgenommen, alles entdeckt, alles erforscht und alles erstmalig gedeutet werden will. Und für das kleine Kind beispielweise die Symphonie eines täglichen Vogelgezwitschers morgens um halb sechs im elterlichen Garten in Castrop-Rauxel weitaus wunderbarer klingt als eine teure, starbesetzte Opern-Premiere in der metropolitan opera in New York – wer möchte eigentlich das Gegenteil behaupten, wenn man mal bewusst darüber nachdenkt?Drittens ist es ein Buch, was einem begründete und unbegründete Ängste und Sorgen vor Fremdbestimmung zu nehmen, einem den dunklen Hokuspokus-Mythos des Unbekannten zu erleuchten und die tiefgründige Wahrhaftigkeit des Unfassbaren näherzubringen versucht. Hypnose, ein oft (bis dato auch von mir) belächeltes Thema, das Kommunizieren mit dem Unterbewusstsein. Bis zu einer Bühnen-Show von Thimon von Berlepsch habe ich sicherlich wie viele andere gedacht, dass Hypnose ein Hirngespinst und totaler Quatsch sei, weil es rational und biologisch nicht schulbuchmäßig erklärbar ist und Probanden auf einer Show-Bühne mit Sicherheit bezahlte Komparsen und Marionetten des Künstlers seien müssen - bis ich auf meinen Wunsch hin selber von ihm in Hypnose versetzt wurde und hinterher dachte, „wow, was war das denn gerade“? Der Autor gibt in seinem Buch kurze, realistische und unterhaltsame Einblicke in das Thema und regt im Kapitel „Zugabe“ zum erstmaligen, praktischen Selbstversuch zu Hause an.Thimon von Berlepsch zeigt uns in seinem sehr kurzweiligen Buch verschiedene Möglichkeiten zum individuellen Perspektivwechsel auf, ohne dass er uns einen persönlichen Leitfaden oder eine Art Anleitung vorsetzen möchte. Er möchte, dass wir uns diese Anleitung selber nach und nach erarbeiten, wie wir achtsamer und somit vielleicht glücklicher leben können. Ein Buch, was unser tägliches Bewusstsein im Alltag schärfen, aber auch einen Einblick in unser Unterbewusstsein durch Hypnose geben kann. Ein Buch, was es schafft, das Thema Hypnose für uns Laien erklärbar und spannend zu machen, aber gleichzeitig auch Hypnose zu entmystifizieren. Ein Buch, das man auf der Couch an einem Abend durchlesen könnte, weil es sehr unterhaltsam und spannend geschrieben ist. Aber man sich doch zwischen den Kapiteln eine gewisse Zeit zum eigenständigen Nachdenken, Reflektieren und gemeinsamen Diskutieren mit anderen nehmen sollte, wenn man den Inhalt wirklich verstehen will. Denn der Inhalt lohnt sich.Ein tolles, ein magisches Buch!
Nachdem mich Thimon von Berlepsch schon als Magier absolut fasziniert hat, hat er es jetzt auch als Autor fertig gebracht! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es hat mich be- und verbezaubert... Der Autor nimmt den Leser auf jene entscheidenden Stationen seines außergewöhnlichen Lebens mit, die seinen Werdegang als Mensch und Magier geprägt haben. Er führt uns in die unbekannte Welt von Magie und Hypnose ein und macht uns "Angebote", wie wir durch unsere eigene Vorstellungskraft unser - oft von Routine bestimmtes - Leben direkt im Alltag bereichern können. Damit setzt er Impulse, die unsere Gedanken nicht so schnell wieder loslassen. Thimon von Berlepsch vermag es, die Erkenntnisse, die er über die Wirkung von Neugier, Staunen und Vorstellungskraft erlangt hat, dem Leser für dessen eigenes Leben nahe zu bringen und lässt uns dadurch den "Magier in uns" entdecken. Die Seite "Zugabe!" ist zudem ein außergewöhnlicher Einfall. Durch die dortigen Verweise auf zusätzliche Materialien zu einzelnen Kapiteln wird die Wirkung dieser noch lebendiger und intensiver. Und die dort u.a. zu findenden Audiostreams machen die Kraft der Hypnose für den Leser direkt erfahrbar - dem kann man sich einfach nicht entziehen!!Mit dem Buch "Der Magier in uns" ist Thimon von Berlepsch etwas Außergewöhnliches gelungen. Ich gratuliere ihm von Herzen zu diesem ersten eigenen Buch!Lassen Sie sich ebenfalls be- und verzaubern!