Wenn Sportler auf Buchblogger treffen hört sich das doch nach einem interessanten Stoff an. Ich habe also eine etwas komplizierte Liebesgeschichte erwartet. Doch das Buch war weitaus mehr.Als erstes muss ich sagen hat mich der Schreibstil überzeugt, flüssig und locker, gut zu verstehen, es wurde nicht zu viel Fachwissen vorausgesetzt, alles war klar verständlich. Es ist als Ich- Erzählung abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt, so dass ich mich perfekt inBeide hineinversetzen konnte und ihre Gefühle und Handlungen verstehen konnte.Beides sind zwar sehr verschiedene Typen aber sehr sympathisch.Da ist zum einen Leonie sie lebt zusammen mit ihrer Mutter, steht kurz vorm Abitur, ihre Hobbys sind Buchbloggen und Malen. Das Malen hält sie aber geheim, weil sie ihren eigenen Fähigkeiten nicht vertraut unsicher ist und Angst vor Kritik und dummen Sprüchen hat. Auch sonst ist sie eher der etwas zweifelnde Typ, das nötige Selbstvertrauen fehlt ihr oft. Jungs haben nicht unbedingt einen Platz in ihrem Leben, denn auch da fehlt ihr das Vertrauen, hat sie Angst verletzt zu werden.Und Yannik, er geht in die gleiche Schule wie Leonie, ist in der gleichen Stufe, auch er lebt mit seiner Mutter zusammen. Für ihn dreht sich alles um den Sport, Handball ist quasi sein Leben, er möchte Sport studieren und Handballprofi werden.Beide kennen sich quasi seit ihrer Geburt, ihre Mütter sind eng befreundet, aber das Yannik bei Leonie und ihrer Mutter einziehen soll, als seine Mutter beruflich nach Bielefeld zieht, stößt vor allem bei Leonie auf starken Widerstand. All die damit verbundenen Änderungen in ihrem Leben will sie überhaupt nicht und Yannik ist genau der Typ Junge den sie überhaupt nicht mag.Und doch ist Yannik so ganz anders als sie vermutet, sehr hilfsbereit, immer für andere da und gar nicht der selbstverliebte Sportstar, an den sie gedacht hat.Und so treffen diese zwei, ja man kann schon sagen Welten aufeinander und Beide erkennen, dass der andere mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick scheint. Sie kommen sich näher, ist es Freundschaft oder doch mehr.Auch in diesem Buch sind es die Missverständnisse, die ungesagten Worte, die zu Komplikationen führen. Schuldgefühle die dazu führen, dass sie nicht zueinander finden.Manchmal möchte man beide schütteln.Und dann gibt es da noch eine Menge anderer Dinge im Leben der Protagonisten die dieses Buch interessant machen, gerade Yannik hat viel erlebt. Dinge die er anderen nicht gezeigt hat und die ihm zu dem gemacht haben, der er ist. Und man erkennt wieder wie wichtig es ist aufmerksam zu sein, nicht schnell zu urteilen gerade was die Lebensumstände von Mitbürgern, Freunden und Bekannten anbetrifft.Und das Thema Sport begeistert eindeutig im Buch, sehr lebendig dargestellt, die Intensität mit der sich Yannik und seine Freunde dem Sport widmen, aber auch die Probleme die dadurch entstehen.Doch auch das Leben von Leonie, Buchbloggen und Kunst werden sehr schön beschrieben, auch hier erhält man einen tiefen Einblick.Sehr schön finde ich es auch das dieses Buch in Deutschland spielt, sonst ist es ja doch oft so dass Autoren glauben, Sportsromance muss in den USA spielen, doch ich finde heimische Handlungsorte haben einen ganz besonderen Reiz.Mein Fazit: Ein tolles Buch, es hat mich von Anfang an gefesselt. Die Kombination der verschiedenen Lebensinhalte der Protagonisten, aber auch die ernsten Themen alles sehr gut gelungen. Ich kann es empfehlen und zwar für jugendliche Leser, die sich sicherlich auf die eine oder andere Art wiedererkennen und vielleicht aufmerksamer werden, aber auch für reifere Leser wie mich. Auch mir hat es sehr viel Lesevergnügen vermittelt.
Zuerst müssen wir an dieser Stelle einfach über Yannik sprechen. Ich meine, ganz im Ernst – er ist wohl so ziemlich der absolute Traummann. Er ist unfassbar liebevoll, fürsorglich, hört zu, interessiert sich wirklich von Herzen für andere und dabei ist er aber auch stark und taff. Die perfekte Mischung, oder? Er hat in diesem Buch auf jeden Fall geglänzt und konnte auf ganzer Linie überzeugen.Auch Leonie ist eine tolle Protagonistin. Sie ist voller Selbstzweifel und Vorurteilen gegenüber Yannik, was man ihr aber nicht verdenken kann. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, man nimmt an ihrem inneren Prozess teil und merkt, wie sie immer mehr zu sich selbst findet. Das ist toll zu beobachten und hat Freude gemacht es zu lesen.Die Themen Handball, sowie Bücher und ein Buchblog werden ebenfalls behandelt, was ich sehr interessant finde. Denn wenn ich mit letzterem durchaus so einiges anfangen kann, war mir das Thema Handball neu und ich hatte ein wenig Sorge, dass es zu präsent sein könnte. Aber die Autorin findet hier einen perfekten Weg, um Handball mehr als interessant und mitreißend darzustellen und es nicht zu viel Raum einnehmen zu lassen. Es war tatsächlich die perfekte Dosis und ich finde es schön, dass man hier noch einiges lernen konnte.Die Beziehung der beiden Protgonisten zueinander entwickelt sich langsam, was sich wahnsinnig authentisch angefühlt hat. Sie nähern sich an, es gibt wieder Rückschritte und so weiter. Hier gibt es keine Liebe auf den ersten Blick, was ich erfrischend und echt finde. Es ist wie eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen, weshalb es auch so schön war, diese zu verfolgen.Insgesamt handelt es sich bei „Throw in your heart“ um eine süße Geschichte, die vor allem mit dem männlichen Protagonisten und der perfekt eingeflochtenen Handball-Thematik punkten kann. Ein wirklich schön geschriebenes Buch, das Young Adult-Fans lieben werden.