Fachbuch   Steuerungsprozesse in der Psychodynamischen Traumatherapie - Rosmarie Barwinski Kartoniert (TB)
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Fachbuch Steuerungsprozesse in der Psychodynamischen Traumatherapie - Rosmarie Barwinski Kartoniert (TB)

Hersteller: Rosmarie Barwinski  ·  MPN: M0360896424X
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Produktfakten auf einen Blick

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Rosmarie Barwinski
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9783608964240
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Produktbeschreibung

Steuerungsprozesse in der Psychodynamischen Traumatherapie | Rosmarie Barwinski | Taschenbuch | 2020

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 19.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Fachbuch bietet eine sehr gute Orientierung für den komplexen Prozess der Traumabehandlung und stellt einen wertvollen neuen Ansatz dar. Allerdings finde ich die Tiefe der theoretischen Erklärungen in einigen Abschnitten etwas weniger ausführlich.
Redaktion 19.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Fachbuch ist eine hervorragende Orientierung für den komplexen Prozess der Traumabehandlung und bietet einen neuen, sehr wertvollen Ansatz für die Arbeit mit traumatisierten Patienten. Die Darstellung der Steuerungsprozesse ist äußerst hilfreich und tiefgehend.
Redaktion 19.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Perfekt!
Dr. Rudolf Sanders 20.04.2024 amazon.de
Rosemarie Barwinski geht davon aus, dass die Repräsentation traumatischer Erlebnisse in ähnlichen Stufen verläuft, wie man sie bei der Bildung von Repräsentanzen in der kindlichen Entwicklung finden kann. Das heißt, dass auch die Stufen den Trauma-Integrationsprozess durchlaufen und, den Symbolisierungsstufen entsprechend, so integriert werden müssen wie sie sich in der emotionalen und kognitiven Entwicklung zeigen. Da unverarbeitete traumatische Erfahrungen im impliziten Gedächtnis gespeichert sind, sind sie weitgehend nur sensomotorisch codiert und können deshalb nicht mitgeteilt werden. So lösen sie z.B. im Miteinander eines Paares Handlungen aus, die zu Missverständnissen führen. Um diese aufzulösen, stehen Prozesse der Bild- und Sprachfindung zur Traumaverarbeitung zunächst einmal im VordergrundEine symbolische Ebene ist erreicht, wenn über traumatische Erfahrung gesprochen werden kann und auch die mit diesen Erinnerungen einhergehenden Gefühle nicht mehr abgespalten werden müssen. Je mehr im Verlauf einer Therapie es zu einer Stärkung der Persönlichkeit mit einem zunehmenden Ich-Bewusstsein kommt, desto weiter schreitet die Traumaintegration voran; ebenso die Fähigkeit, zwischen sich und dem Anderen unterscheiden zu können und damit die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven, also die eigenen und die des Anderen, einnehmen zu können. Das Ziel einer solchen Integration ist eine reflexive Kompetenz, „eine reiche innere Welt von Vorstellungen, von mentalen Repräsentanzen in Bezug auf das Selbst und den Anderen zu entwickeln, hierüber zu reflektieren und sein von Intentionalität getragenes Handeln darauf zu begründen“ (Fonagy & Target 2006, S.7). Dennoch bleibt die Symbolisierung die Voraussetzung zur Mentalisierung. „Die für das Mentalisieren notwendigen Entwicklungsschritte spielen sich jedoch nicht primär entlang einer kognitiven Reifungslogik ab, sondern immer im Kontext von zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese Sichtweise macht auch ein anderes, erweitertes Verständnis der für die Traumaverarbeitung notwendigen Schritte hin zur Symbolisierung möglich“ (S.71).Gleichwohl können auch mit dem Erreichen der Mentalisierungsfähigkeit sogenannte nichtmentalisierte Bereiche bestehen bleiben. Gründe dafür können intrapsychische Konflikte sein. So passierte es einer Klientin (eigenes Beispiel R.S.), dass sie, obwohl ihr durch den bisherigen Prozess die Ursachen klar waren, im Alltag immer wieder in eine verstummende Immobilisation verfallen konnte. Sie spürte und fühlte sich nicht vom Partner wahrgenommen. Obwohl ihr kognitiv die Ursachen dafür bewusst waren - als zehntes Kind in einer großen Familie war einfach wenig Aufmerksamkeit der Eltern für sie vorhanden und ihre eigenen Bedürfnisse spielten keine Rolle - hielt sie das Bild der „guten Mutter“ aufrecht, weil alle Mütter gut sind, obwohl es nicht ihrem Erleben entsprach. Die Hausaufgabe, ihren Mann dabei zu „erwischen“, ohne dass er dies merken sollte, wie er ihr gegenüber aufmerksam und zugewandt war und dieses aufzuschreiben, konnte sie über einige Tage erfolgreich aufrechterhalten. Dieses brach plötzlich ab und sie war wieder in ihrem alten Film gefangen, sich abgelehnt und nicht geliebt zu fühlen.Was war innerpsychisch passiert? Sie war in dem „Als-ob-Modus“ in ihrem Denken und Fühlen gefangen. Etwa im Alter zwischen 18 Monaten und 4 Jahren ist der Als-ob-Modus eine psychische Entwicklungsstufe. In diesem werden erstmals Gedanken, Motive und Ängste von der Realität getrennt. Im Als-ob-Modus, dem Modus des Spiels und der Phantasie, wie im „Vater-Mutter-Kind-Spiel“, wird die Gleichsetzung von innerer und äußerer Welt entkoppelt. Die mentale Welt ist von der äußeren Realität getrennt. Wegen der Gleichzeitigkeit verschiedener Welten gelten für den Als-ob-Modus, dass widersprüchliche Überzeugungen gleichzeitig aufrechterhalten werden können. Die Affekte stimmen oft mit dem Inhalt der Gedanken nicht überein. In diesem Fall schienen die Beziehung zu ihrer Mutter bzw. die Repräsentanz ihrer Mutter als „gute Mutter“ und die erlittenen Traumata der Zurückweisung durch sie, unverbunden zu sein. In diesem Modus war sie durch sich gleichzeitig aufrechterhaltende widersprüchliche Überzeugungen gefangen.Damit ging die Schwierigkeit einher, dass ihre Affekte oft mit dem Inhalt der Gedanken nicht übereinstimmten. So zeigte sie eine Dissoziation des Denkens, ein deutliches Pseudo-Mentalisieren, um das Bild der „guten Mutter“ aufrechterhalten zu können. Ihr Mentalisieren wurde durch einen impliziten, inadäquaten Fokus auf das Innere bestimmt: den Wunsch, aus der überforderten Mutter mit 12 Kindern eine gute, liebevoll-zugewandte Mutter für sie zu machen. Dieses Abstürzen im Alltag, dieses Verstummen im Miteinander war ein Thema für dieses Paar, das sich durch die ganze Beziehung zog, das aber bisher explizit noch nicht benannt werden konnte und das sie irgendwie beide bisher „selbstverständlich“ unveränderlich fanden. Nach einer ganzen Weile des therapeutischen Prozesses spürten beide, dass sie dieses destruktive Miteinander verstehen und verändern wollten. So wurde an dieser Stelle eine Übung des Anfangs: Wie bin ich der Mensch geworden, der ich bin, erneut aufgegriffen. So konnten beide durch die mittlerweile deutlich verbesserte persönliche Stabilität zu einem neuen Blick auf die Ursachen der Regression in der Interaktion gelangen.Im Vergleich zu einem ersten Bild, einer ersten Symbolisierung, das diese vor etwa 18 Monaten gezeichnet hatte, konnte die Klientin jetzt diese frühe Situation der Ablehnung im Bild deutlicher symbolisieren. In einer Stuhlarbeit gelang es, der Mutter gegenüber auszudrücken, was sie sich konkret als Kind gewünscht hätte. Aus der Perspektive als erwachsene Frau war es dann möglich, Verständnis dafür aufzubringen, dass ihre Mutter mit den vielen Kindern heillos überfordert war. So gelang es der Klientin zu verzeihen, dass die Mutter ihr nicht das an Zuwendung gegeben hatte, was sie als Kind notwendig gehabt hätte. Danach, durch Einbezug des Partners in die therapeutische Sequenz mit ihr, wurde für sie jetzt nachvollziehbar, dass dieser ihr auf der Augenhöhe einer partnerschaftlichen Beziehung gerne Zuwendung und Aufmerksamkeit schenkt, aber nicht das als Partner ersetzen kann, was sie als Kind von der Mutter nicht bekommen hatte.Dieser Prozess ist laut Barwinski (S. 259) die Grundlage der Veränderung. Sie geht davon aus, dass auf allen Entwicklungsstufen Antinomien Entwicklungsschübe auslösen können. Eine Antinomie weist immer eine Selbstbeziehung und deren Negation auf. Sie entsteht durch Vermischung verschiedener Ebenen. Um eine Antinomie aufzulösen, müssen dementsprechend die in ihr enthaltenen verschiedenen Ebenen differenziert und der ihr zugrundeliegende Widerspruch aufgelöst werden. So eröffnete diese Erfahrung noch einmal die Möglichkeit, sich dem Geworden-Sein, der Kindheitsgeschichte jetzt mit einem ganz anderen Mentalisierungsniveau zu nähern.Da hinter Interaktions- und Kommunikationsstörungen, die sich in nahen Beziehungen wie die einer Ehe und Familie aktualisieren, nicht im Rahmen einer psychotherapeutischen krankheitsorientierten Behandlung einen Ort finden, suchen Menschen die Hilfe an Ehe-, Partnerschafts- und Familienberatungsstellen. Angesichts der Tatsache, dass sich die Auslöser vieler dieser Störungen in frühen Bindungstraumatisierungen einer oder beider Partner verorten lassen sich (Riggs 2017, Klees 2018) besteht die zentrale therapeutische Herausforderung darin, wie äußeres Geschehen, also im Außen erlebte Verletzungen, etwa wie im obigen Beispiel „Nichtbeachtung durch den Partner“, innerseelisch präsentiert werden. Das heißt, es geht um Prozesse der Repräsentation und Symbolisierung, der Bild- und Sprachfindung. So wird Traumaintegration ein Verinnerlichungsprozess der unterschiedlichen Ausdrucksformen traumatischer Erfahrung. Dieser durchläuft einen Prozess etwa über Flash-Backs hin zu Wiederholungen von traumatischem Geschehen in der Zwischenleiblichkeit bis zu einem Narrativ der eigenen Traumageschichte.Um diesen komplexen Prozess der Traumabehandlung zu verstehen, bietet der vorliegende Ansatz, wie ich an obigem Beispiel aus der Paartherapie verdeutlicht habe, eine hervorragende Orientierung.Klees, K. (2018). Traumasensible Paartherapie: Mit dem Traum(a)-Haus-Konzept aus der Beziehungskrise. Paderborn: JunfermannRiggs S.A. (2017). Der Zyklus des emotionalen Missbrauchs im Bindungsnetzwerk. In: Brisch (Hrsg.) Bindung und emotionale Gewalt. Stuttgart: Klett-Cotta.Dr. Rudolf Sanders, beratung-aktuell.de
Faulhaber Karl 20.04.2024 amazon.de
Als Untertitel wäre auch möglich gewesen: Die menschliche Fähigkeit zur Selbstregulation, zur Repräsentation, zur Symbolisierung und zur Reflexion.Frau Barwinski zeigt sehr aufschlussreich, wie Traumaintegration in einen haltenden und entwicklungsfördernden therapeutischen Rahmen eingebunden werden kann. Mit dieser Methode ist es möglich, sowohl Traumazustände, wie Persönlichkeitsstrukturen und Konfliktdynamiken in einem Therapieprozess zu bearbeiten. Bei komplex oder kumulativ traumatisierten Patienten werden diese Behandlungskompetenzen größtenteils herausgefordert, falls man tiefgreifend behandeln möchte.Sehr knapp, aber profund schildert Sie die wesentlichen Forschungsergebnisse aus der Neurowissenschaft erhellend in Hinblick auf die Traumaverarbeitung. Beeindruckend und neu fand ich die verbindende Verknüpfung von Theorie und Praxis, sowie von kognitiver Entwicklung mit emotionaler Bezogenheit. Die gegenseitig verbindende Wechselwirkung von Gefühl und Kognition, von Ichstärke und Selbstgefühl, von Innenleben und Umweltverbundenheit eröffnen ganz neue Möglichkeiten der Prozessgestaltung und Transformation von traumatischen Leid und seelischen Unvermögen. Die sehr detailliert dargestellte Therapiemethode ist einerseits in sich stimmig und stringent und andererseits schulenübergreifend und methodisch offen für sinnvolle Ergänzungen und Erweiterungen. Die einzelnen therapeutischen Veränderungsprozesse sind sehr präzise und überzeugend dargestellt und werden durch ein einzigartiges Veränderungsmodell fundiert.Frau Barwinski erläutert die unterschiedlichen Expositionstechniken wertschätzend kritisch und verantwortungsbewusst thematisiert Sie die Stärken, Grenzen und auch die Tabuisierung von gewissen Aspekten bei den jeweiligen Techniken.Ein sehr nützliches und sinnvolles Buch für Interessierte, Therapeuten und Pädagogen.
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