Das Menschenbild bei Marx: Mit den wichtigsten Teilen der Frühschriften von Karl Marx (Erich Fromm psychosozial)
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EAN 9783837928259

Das Menschenbild bei Marx: Mit den wichtigsten Teilen der Frühschriften von Karl Marx (Erich Fromm psychosozial)

Hersteller: Karl Marx  ·  MPN: 1200351
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Produktbeschreibung

Das Menschenbild bei Marx | Mit den wichtigsten Teilen der Frühschriften von Karl Marx | Taschenbuch

Bewertungen & Erfahrungen

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Christoph Resch 26.04.2024 amazon.de
Durchdachte, konsequente Analyse des vom kapitalistischen Systems zur Unkenntlichkeit karikierten Karl Marx. Wen sie verdammen, den fürchten sie am meisten und das mit gutem Grund. Ein bereicherndes Buch für jene, die einen anderen Horizont suchen.
J. Re 26.04.2024 amazon.de
Beeindruckendes Buch und ein Plädoyer für ein anderes Menschenbild.Es wird mit der oftmals kompetenzlosen, da lesefaulen Verteufelung von Karl Marx aufgeräumt.Das Menschenbild von Marx hatte mit der politischen Auslegung Stalins nichts zu tun.Daher sollte auch der bedeutende Unterschied zwischen Kommunismus, den es vollumfänglich nochnie gegeben hat, und Stalinismus, bedacht werden.(Marx war z.B. aus leidlich eigener Erfahrung heraus Befürworter der Pressefreiheit)Marx trat ein für die vollumfängliche Befreiung des Menschen aus der Entfremdung, die durchden Kapitalismus produziert wird. Die Arbeit wird dem Menschen im Kapitalismus zunehmend etwas äußerliches,etwas entferntes, das nicht seinem inneren, schöpferischen Potential entspricht.Alles wird zu Konsum, Geld zum Selbstzweck, Bedürfnisse suggeriert und vom Markt inSzene gesetzt. Das alles durchdringt unser gesellschaftliches Sein und sorgt dafür, dasssich die Beziehungen zwischen Menschen, zwischen Menschen und Produkten und in Bezug zurNatur verändern und das nicht zum Positiven.Fromm schreibt, dass es Marx im Ideal des Sozialismus um die Indivdualität des Menschen ging,die sich nur entfalten kann, wenn die wahren Bedürfnisse des Menschen befriedigt werden und dieallgemeine Produktion dem Menschen dient, statt ihn zu versklaven.Das humanistische Menschenbild Karl Marx entspricht nach Lektüre dieses Buches einem Glauben andie natürliche Fähigkeit des Menschen zu Liebe und Solidarität, die sich in einem "Sein-Zustand"statt in einem "Haben-Zustand" äußert.Fromm interpretiert die ökonomische und soziologische Konzeption in den Schriften desDenkers und beschreibt Marx auch als Mensch.Ein überragendes Buch für Jeden, der sich für Gesellschaft, Politik und Historie interessiert.
Paul Polter 26.04.2024 amazon.de
Erich Fromms Buch „Das Menschenbild bei Marx. Mit den wichtigsten Teilen der Frühschriften von Karl Marx“ ist zwar schon etwas älter, aber immer noch lesenswert. Fromm versucht aus dem durchaus widersprüchlichen und nicht unbedingt einheitlichen Werk von Karl Marx die kritischen und durchaus bis heute tauglichen Stellen hauptsächlich aus dem Frühwerk aufzubereiten.Marx‘ Denken ist „ein Protest gegen die Entfremdung des Menschen, gegen den Verlust seiner selbst und seine Verwandlung in ein Ding. (...) Die volle Verwirklichung des Menschen und seine Befreiung von den gesellschaftlichen Kräften, die ihn gefangenhalten.“ (S. 7) „Ferner, das wirkliche Ziel von Marx ist die Befreiung des Menschen vom Druck der ökonomischen Bedürfnisse, damit er sich (...) in seiner vollen Menschlichkeit entfalten kann.“ (S. 18) Das (Über)Leben der meisten ist angefüllt von Lohnarbeit, Prekarität und menschlichem Elend, Gefangene der ökonomischen Verhältnisse, zu wenig oder gar kein Raum für Entfaltung und Leben. Gefangene der Verhältnisse. Verhalten erzeugt Verhältnisse erzeugen Verhalten.Marx antwortete seiner Tochter auf einen ihrer Fragebögen nach Vorlieben und Sichtweisen einiges und u.a. Folgendes: „Als Elend galt ihm Unterwerfung; das Laster, das er am meisten verabscheute, war Servilität; und seine Lieblingsmaximen waren: ‚Nichts Menschliches ist mir fremd‘ und ‚Man muß an allem zweifeln‘.“ (S. 79)Das Marxsche Menschenbild ist in der Tat nicht „verträglich“ mit den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen wie es auch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen des historischen Privat- und Staatskapitalismus nie jemals „vereinbar“ war. Das Marxsche Menschenbild war und ist nicht vereinbar mit östlicher Staatssklaverei a la DDR, Sowjetunion, China oder Kuba ebenso wenig war und ist es mit westlicher Lohnsklaverei je „vereinbar“. So soll das Buch von Fromm in der DDR auf dem Index gestanden haben, war also quasi „verboten“. Nicht ohne Grund: eignet sich doch das kritische Denken von Marx auch zur Kritik des Partei-und Staats“kommunismus“.Fromm schreibt: „Das Ziel von Marx war die geistige Emanzipation des Menschen, seine Befreiung von den Fesseln der wirtschaftlichen Bestimmtheit, die Wiederherstellung seiner menschlichen Ganzheit, um ihn zu befähigen, zur Einheit und Harmonie mit seinem Mitmenschen und der Natur zu finden.“ (S. 16/ 17)Fromm verfügt über ein gutes Quellenwissen und führt viele interessante und erhellende Zitate von Marx an: „Die Weise, in der die Menschen ihre Lebensmittel produzieren, hängt zunächst von der Beschaffenheit der vorgefundenen und zu reproduzierenden Lebensmittel ab. Diese Weise der Produktion ist nicht bloß nach der Seite hin zu betrachten, daß sie die Reproduktion der physischen Existenz der Individuen ist. Sie ist vielmehr schon eine bestimmte Art der Tätigkeit dieser Individuen, eine bestimmte Art, ihr Leben zu äußern, eine bestimmte Lebensweise derselben. Wie die Individuen ihr Leben äußern, so sind sie. Was sie sind, fällt also zusammen mit ihrer Produktion, sowohl damit, was sie produzieren, als auch damit, wie sie produzieren. Was die Individuen also sind, das hängt ab von den materiellen Bedingungen ihrer Produktion.“ (S. 22/ 23)An Fromms über siebzigseitigen Text schließt sich ein Anhang mit Auszügen aus Frühschriften von Karl Marx an: es finden sich etwa Auszüge aus den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ und aus der Einleitung von „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, aber auch Auszüge aus Briefen sowie persönliche Erinnerungen von Paul Lafargue oder Eleanor Marx.Mit dem kritischen und radikalen Gehalt eines Teil seiner Frühschriften läßt sich auch heute noch einiges anfangen. Und für eine Kritik des mit dem „Kommunismus“ verwechselten östlichen Staatskapitalismus sind bei Marx ebenfalls gute und brauchbare Ansätze zu finden. Hierauf hat u.a. bereits Maximilien Rubel in seinem Beitrag „Marx als Theoretiker des Anarchismus“ hingewiesen. Dort weist Rubel auf interessante Stellen in einigen Schriften von Marx hin, so u.a. Stellen in „ Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen“ oder in den „Pariser Manuskripten“ (der Text von Rubel ist übrigens im Internet abrufbar).Mittels der Lohnarbeit (re)produzieren die ProduzentInnen bzw. LohnarbeiterInnen die Macht der Mächtigen und zugleich ihre eigene Ohnmacht. Hier liegt der „Schlüssel“ zur Aufhebung der Entfremdung.Elmar Treptow bringt es in seinem Buch „Die Entfremdungstheorie bei Karl Marx. Eine dialektische Konkretisierung“ auf den Punkt: „Nicht zurück zu den Sachen, sondern zurück zu den Menschen ist ihr Ziel. (...) Marx‘ Form-Inhalt-Analyse ließe sich unter das Motto stellen: sprengt die überlebten Formen, zerstört den lebensfeindlichen Formalismus, bringt die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen, befreit die schöpferische menschliche Produktivkraft. Entzaubert ‚die verzauberte, verkehrte und auf den Kopf gestellte Welt‘. Entdeckt und erlöst wie im Märchen unter der hässlichen Hülle des Froschs den verwandelten Prinz in euch.“ (S. 49) Treptow weist darauf hin, daß die Entfremdung „dadurch überwunden (wird), dass die Individuen ihre eigenen Arbeits- und Lebensumstände praktisch beherrschen“ (S. 36).Die Umsetzung von Marx‘ Imperativ, dass alle Verhältnisse umgeworfen werden sollen, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (S. 188) ist bis heute ausstehend.Fromm und Marx haben hier die menschliche Entfremdung auf den Punkt gebracht, aber auch den Ausweg aufgezeigt. Lesenswert und anregend.
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