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EAN 9783868276176
Paulus - Jude mit Mission: Alter Glaube in einer veränderten Kultur
Paulus - Jude mit Mission | Alter Glaube in einer veränderten Kultur | Guido Baltes | Buch | 334 S.
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★3
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion30.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das die Geschichte von Paulus und seinem Verhältnis zum Judentum auf eine sehr spannende Weise beleuchtet. Die Darstellung ist sehr anschaulich und lässt den Leser tief über die komplexen Zusammenhänge nachdenken.
War wert dieses Buch zu lesen, es wird mir helfen einige Bibelstellen und -abschnitte noch einmal zu überdenken und gegebenenfalls anders zu sehen. Das Buch hat mir auch bischen geholfen zu verstehen, wie Theologie funktioniert, auch durch vorgefasste Meinungen und kulturelle Prägungen gemacht wird, insgesamt kam sehr viel Licht in die Frage nach der Bedeutung und Eindordnung der Thora ins christliche Sein und Leben, der Person des Paulus und vieles andere mehr....
Ich bin evang.christ und ich finde es ist auch sehr interessant wie die juden den paulus sehen und definieren! Hab das jesus buch gelesen und das ist ne fortsetzung klasse geschrieben! Zur Lieferrung und verpackung und service perfekt! Vielen lieben Dank!
Dieses Buch ist sehr gut lesbar und die Argumentation durchaus tiefgründig. Der Autor sieht – wohl im Gegensatz zu vielen anderen – Paulus als getreuen Juden, dem es nur daran gelegen sei, auch Heiden die Möglichkeit zum Eintritt ins Judentum zu verschaffen. Wer dieses Buch liest, sollte jedoch auch unbedingt das Buch von Hyam Maccoby, Paulus der Mythenschmied lesen, der nicht minder eloquent genau die gegenteilige Ansicht vertritt. Paulus sei eben kein Pharisäer oder im Judentum verankerter Jude, sondern eben mit dem Einbau hellenistischer Mythen der Erfinder des Christentums. Beide Autoren, Baltes als Christ und Maccoby als Jude, haben für ihre Sicht sehr gute Argumente. Baltes setzt einen stärkeren Akzent auf theologische Aspekte, Maccoby mehr auf logische und traditionelle Aspekte. Beide sind jedoch absolut lesenswert, dabei beide auf überdurchschnittlichem Niveau (im Vergleich zu sonstiger "Paulus-Lektüre"), und sollten auch beide als Gegenpole gelesen werden. Ihre Lektüre stößt die Tür zu weiteren Fragen auf.Vielleicht ist genau ein Mittelweg der richtige: Dass es eben gar keinen historischen Paulus gab, sondern nur eine literarische und fiktive Gestalt, die mit unterschiedlichen Akzenten versehen wurde, so dass sich im Ergebnis tatsächlich die Sichtweisen beider Autoren vertreten lassen; zur Historizität eines Paulus z.B. Hermann Detering, Paulusbriefe ohne Paulus und Der gefälschte Paulus. Die gesamte Paulus-Datierungen und Quellen sind schließlich ein gut gehütetes Tabu. Genau dies könnte dadurch geschehen sein, dass der Verfasser der Apostelgeschichte mit seinem Paulus zu seiner Zeit andere Motive und Interessen hatte als der Verfasser der Paulus-Briefe in späterer Zeit. Sowohl das Verhältnis des Paulus der Apostelgeschichte zum Verfasser der Briefe als auch die Briefe und theologischen Aussagen innerhalb der Paulus-Briefe sind oft widersprüchlich und in der Forschung werden deshalb auch die Hälfte der Briefe nicht einem Paulus zugeordnet. Baltes geht davon aus, dass Paulus daran gelegen wäre, Juden als Juden zu belassen, mit ihrer Beschneidung, ihrem Sabbat, den Reinhaltungsvorschriften etc., und den Heiden ein gleichwertiges Judentum ohne diese Einschränkungen zu predigen. Er stützt seine Argumentation dabei deutlich auf den Römerbrief. Doch die Vorstellung, zwei vollkommen unterschiedliche Gruppen als Einheit auftreten zu lassen, erscheint schwer vorstellbar. Zudem kommt er dann unausgesprochen zu dem Ergebnis, dass sowohl Jesus unbestreitbar Jude war und geblieben ist, und auch nach ihm eben auch Paulus stets Jude geblieben ist. Damit stellt sich dann die Frage, wem dann die Abspaltung und die Verbreitung des Christentums zuzurechnen ist. Nach Baltes hätten Juden mit Christen durchaus gemeinsam speisen dürfen, wenn jeder seine Vorschriften einhalten könnte (Juden nur koscheres Essen). Bei vielen Autoren wird dies jedoch vehement bestritten und gerade darin eine der Ursachen für die (beabsichtigte) Spaltung zwischen Juden bzw. Judenchristen und Christen gesehen.
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 14:19 Uhr.