Auch erfahrene Reisende überlegen erstmal ein bisschen. Feldberg – okay, Freiburg im Breisgau oder Taunus. Aber Seenlandschaft - gibt’s weder hier noch da. Wo soll das denn nun wieder sein? Kürzen wir es ab: Die Feldberger Seenlandschaft ist eine Region nördlich von Berlin, südlich von Neubrandenburg, im Westen begrenzt durch Neustrelitz, das östliche Ende markiert Prenzlau.Das Besondere an dieser Region ist nicht nur ihre Verschwiegenheit, sondern das Paradoxon, dass man selbst ohne störende Hügel nicht immer weit schauen kann. Das liegt daran, dass man hier eine Landschaft vorfindet, die das Prädikat „ursprünglich“ wie selbstverständlich sich selbst umhängt. Urwald gibt es also nicht nur in fernen Ländern, sondern auch um die Ecke – je nachdem woher man kommt (die Freiburger Feldberger werden sicher nicht von „um die Ecke“ sprechen…). Doch egal wie lange die Anfahrt ist, jede Minute der sehnsuchtsvollen ist kostbar und nicht verschwendet.Luzin – dieses fremd klingende Wort wird jedem in Erinnerung bleiben, der sich hier einmal – und sei es nur für Minuten – niedergelassen hat. Schmaler Luzin, um genau zu sein. Ein kleiner See, der durch den Bäk mit dem Carwitzer See verbunden ist. Wer gern paddelt, hat vielleicht schon davon gehört. Wer’s noch nicht kennt, will unbedingt dorthin. Und vielleicht auch paddeln. Für sie und alle anderen hat sich Mutter Natur eine Besonderheit ausgedacht. Auf kleinstem Raum kann man ungestört herumstromern, eine flügellahme Mühle besichtigen, bei Hans Fallada in die Küche schauen, auf Findlingen herumklettern, eine über 300 Jahre alte Kirche besuchen und himmlische Ruhe genießen. Wer es schneller mag, schafft das alles in ein paar Stunden – doch dann wäre der letzte Punkt, die Ruhe, futsch. Sich Zeit nehmen, alle Sinne öffnen – so erlebt man die Feldberger Seenlandschaft!Immer wieder staunt man beim Lesen über die Fülle an Highlights, die man in dieser – für die meisten unbekannten – Gegend erleben kann. Immer wieder stolpert man auch schon beim Blättern über Anekdoten, frische Hintergrundinformationen und detailreiche Karten. Schlossgeschichten und Gartenlatein geben sich die Klinke in die Hand. Kulinarische Wegweiser und Gedenkorte sind hier so selbstverständlich wie der Drang dem Umblättern das Herumtreiben anzufügen.
Die Feldberger Seenlandschaft galt vor der Wende noch als ein Geheimtipp, besonders wegen des Schmalen Luzin und Fallada. Als im DDR-Fernsehen 1967 "Kleiner Mann was nun?" lief , wollten viele Zuschauer dieses Feldberg persönlich kennenlernen, aber es gab so gut wie keine Hotels, dabei entdeckten sie aber die wunderbar klaren Seen und die Landschaft als Wanderregion. Eine richtige Reisedestination wurde es aber nicht, vor allem wegen der Staatsjagd im Nationalpark, den großen gesperrten Bereichen. Nach der Wende wußte man nicht so recht, wo man die Gegend hinstecken sollte: Mecklenburg? Brandenburg? Müritz-Nationalpark? Darum gab es sehr lange keine Reiseführer. Das Buch von Kristina Jaath ist insofern interessant, weil sie alles in einen Topf haut und diese Lücke (jetzt schon in 2. Aufl.) schließt. Einfach ein Reiseführer ist für Menschen, die in dieser wunderschönen Region Ferien machen möchten, egal wo man sie einordnet. Seit ein paar Jahren zieht es immer mehr Menschen an die Feldberger Seen. Hier haben sie einen gut gemachten Begleiter zum Wandern mit vielen nützlichen Tipps und Informationen, auch für Ausflüge in einem Umkreis von 50 km. Hier gibt es tatsächlich noch unberührte Natur. Schön, dass es diesen Reiseführer gibt.