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EAN 9783958297142
Heidtmann, Andreas: Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde
Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde | Andreas Heidtmann | Buch | 346 S.
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★3
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1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion16.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein interessantes und gut recherchiertes Buch über die Zeit um den Eurovision Song Contest von ABBA, das die Geschichte dieser Zeit spannend darstellt. Es ist eine schöne Lektüre für alle Fans der Popkultur.
Ich kenne die Siebziger nur aus Berichten, aber in dem Buch geht es eigentlich um das, worum es immer im Leben geht: Um Freiheit, Anerkennung, Liebe und um Musik. Das Ganze könnte auch heute spielen, nur dann mit Smartphone und Billie Eilish. Aber es spielt in den Siebzigern, wo man sich an einem Dorfteich trifft und Deep Purple hört – oder eben ABBA. Was sehr genau beschrieben ist, das sind die Gefühl, das Verliebtsein, die Zwänge im Familien und Schulalltag. Die Sprache ist ziemlich anschaulich und präzis. Hut ab dafür. Natürlich ist über alles schon geschrieben worden, aber nie so wie hier, finde ich. Man lebt mit den Figuren. Indem ich das Buch las, habe ich selbst vieles besser bei mir verstanden. Das Ganze ist eine Allegorie. Eine Suche nach Freiheit. Eigentlich geht es gar nicht um die Siebziger.
Ben Schneider, die Hauptfigur von Andreas Heidtmanns Debütroman „Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde“, fühlt sich verraten. Und zwar in dem Sinne, dass ABBA den Eurovision Song Contest gewonnen hat und nun der aufstrebende Star am Himmel der Musik ist. Bens musikalische Helden sind Bob Dylan, John Lennon, Charlie Parker und Ludwig van Beethoven.Ben leidet darunter, dass er in einem kleinen Provinznest lebt. Der Rausch ist für ihn der einzige Ausweg aus der Tristes des Kleinstadtlebens, der Rausch des Alkohols, der Zigaretten und der Musik. So begleiten wir Ben durch seinen Alltag, durch die Schule, durch Partys und bei der Zweisamkeit mit seiner Freundin. Alles mit den Gedanken im Hinterkopf, dass es mehr gibt als diesen kleinen Ort in dem er lebt.Die Figurenzeichnung in „Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde“ ist eher eine flache, ausgenommen natürlich die von Ben, das aber ist für die erzählte Geschichte nicht von Nachteil. Die Kraft der erzählenden Prosa schafft es auch einen mitzureißen, ohne das alle Nebencharakter bis ins kleinste Detail ausgeleuchtet sind.„Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde“ ist eine Zeitreise in das Jahr 1974. Eine Reise durch Musikgeschichte, Poltik und vor allem eine Reise hin zu einem 14-jährigen Jungen, der auf der Suche nach sich Selbst, dem nächsten Rausch und viel wichtiger dem ganz Großen da draußen ist.Andreas Heidtmann hat ein ausgezeichnetes Buch geschrieben, welches vor allem durch seine grandiose Sprache und seinen musikalischen Bezügen brilliert.Beim Lesen schwelgte ich in Erinnerungen an meine Kindheit, hörte Musik die ich schon lange nicht mehr gehört habe und wollte, dass die Geschichte um Ben Schneider nie aufhört. Der Roman ist leicht und frisch, perfekt für laue Sommerabende, die man mit einem guten Buch verbringen möchte.Eine klare Leseempfehlung!
Wie konnte sich die Clubmusik der 70er Jahre so verändern, dass die Clubmusik der 80er dabei rauskam? Dieser launige Roman gibt auf die Frage nicht unbedingt eine Antwort, aber stellt die Frage noch mal so bedrohlich, wie sie für die Blumenkinder von damals im Raum stand. Grad noch Jimmy Hendrix, Tangerine Dream, Grateful Dead aus allen Röhren, und plötzlich: Waterloo. ABBA. Handwaschseife und Rüschchenkragen. Es war ein Kulturschock. Der Autor kann ihn vorzüglich und kurzweilig beschwören. Sogar die Liebe kommt aus dem Tritt, trippelt auf der Stelle, bis sie endlich doch für den ersten Kuss den Mut und die Spucke wieder zusammen hat.Teenies waren zugleich frecher und illusionsloser damals, behauptet das Buch. Zumindest ist der Protagonist Ben so einer. Das proletarische Umfeld und dessen galoppierende Verkleinbürgerung hindern ihn nicht daran, seinen Standpunkt zu beziehen, seine Urteile zu fällen, seine Loyalitäten zu entwickeln quer zu den Erwartungen der Erwachsenen. Auf die Weise setzt er einer ganzen Generation von nordrheinischen Vorstadtkids ein Denkmal. Und oben drauf auf den rotzigen Schneid setzt der Junge eine Schüchternheit, die einfach nur zum Knutschen wäre, wäre da eine Chance für Bens Flamme, zu dem Obekt ihrer etwas verfrüht erwachten Begierde vorzudringen.Liest sich gut und erinnert uns dran, dass wir, bevor wir anfingen zu lesen, mal selber was erlebt haben.
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 18:09 Uhr.