Der Geschmack der Unendlichkeit - Rüdiger Sünner Gebunden
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Der Geschmack der Unendlichkeit - Rüdiger Sünner Gebunden

Hersteller: Rüdiger Sünner  ·  MPN: M0395890436X
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Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Rüdiger Sünner
EAN
9783958904361
Hersteller-Artikelnr.
M0395890436X
Kategorie
Bücher
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Produktbeschreibung

Der Geschmack der Unendlichkeit | Spiritualität im Alltag | Rüdiger Sünner | Buch | 208 S. | Deutsch

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Gunter Friedrich 05.06.2024 amazon.de
Auch dieses Buch von Sünner ist ein Kunstwerk, die Darstellung eines Stadiums des Erwachens des Geistigen im Menschen und mit Hilfe des Menschen. Rüdiger Sünner stellt eine Fülle eigener Erfahrungen dar, bei denen er sich vom Transzendenten berührt und durchdrungen fühlte. Der Reichtum seines Lebens als Filmemacher, Forscher und Autor kann dem Leser viele Impulse geben, bei denen manches aus dem eigenen Leben aufleuchten mag. Es ist ein Erwachen hin zum Geistigen, das in der Natur, in der Musik, Malerei, im täglichen Leben aufscheint. Man kann auch sagen: Geistiges, Transzendentes legt hier mit Hilfe eines Menschen Zeugnis von sich selbst ab, von der Möglichkeit, wie es im heutigen, tief verstofflichten Entwicklungsstadium der Menschheit seine Größe auf neue Weise zeigen kann. Sünners Buch ist wie ein „Protokoll“ einer sich zögernd vollziehenden inneren Geburt, die in sich selbst ein Kunstwerk ist und die der Autor reflektierend und künstlerisch umkreist. Er gibt in flüssiger, leicht lesbarer Sprache viele bereichernde Hinweise darauf, wie sie sich bei anderen Künstlern, Dichtern und Schriftstellern vollzogen hat. Man ahnt etwas von neuen Horizonten, die sich uns eröffnen können.
Orestheus 05.06.2024 amazon.de
Über den unermüdlich schaffenden Rüdiger Sünner kann man ohne Übertreibung mit einem Wort Martin Bubers sagen, daß er "ewig neues Feuer heranbringt (…), daß die Glut auf dem Altar seiner Seele nicht verlösche".Wer nun Sünners neustes Buch liest, das fraglos sein bisher intimstes und persönlichstes geworden ist, der kann sehr eindringlich mitverfolgen, was diesen kreativen Geist seit den frühesten Jugendzeiten antreibt, was ihn inspiriert und woher er die Kraft schöpft der Glut "auf dem Altar seiner Seele" unentwegt frisches Brennmaterial zu liefern. Insofern legt Sünner nicht nur ein Buch über die "Spiritualität des Alltags" vor, sondern zugleich ein offenherziges Selbstbekenntnis, das zwischen den Zeilen seine Fühler immer wieder nach Antworten ausstreckt, wie dieser Feuer-erhaltende Kreislauf genährt werden kann. Am deutlichsten wird dies vielleicht an der Offenheit und Unvoreingenommenheit Sünners, dessen Such- und Denkbewegungen sich nie in einem abgeschlossenen Vorstellungsraum einigeln. Er verzichtet ganz bewußt auf einen klar definierten religiösen Glauben oder sonst irgendeine spirituelle Weltanschauung, aber er zieht sich genauso wenig auf einen festen wissenschaftlichen Standpunkt zurück. Stattdessen versucht er alles aus eigener Anschauung zu durchdringen, mit allen Unsicherheiten und Zweifeln, die das mit sich bringt. Er läßt nur gelten, was einem "erfahrungsbasierten Nachdenken" (S.154) standhält und läßt alles andere in der Schwebe, was seiner unmittelbaren Erfahrung unzugänglich ist. Dadurch ringt er sich zu einer eigenen Sprache durch, um die "subtilen Zwischenzonen der Erfahrung" ohne "spirituelles Spezialvokabular" zu erforschen. (S.12) Vieles hat dadurch den Charakter des Tastenden, Unfertigen und Angreifbaren, aber eben deshalb bleibt es beweglich und eben auch empfänglich für immer neue Impulse und Zwischentöne.Noch besser versteht man Sünners Brennen, wenn er im Kapitel über die Große Göttin von der"Erlösung aus dem Bann der einengenden Rationalität, die mich mein Leben lang gequält hatte" spricht. (S.178) Da deutet sich sein eigener Seelenkonflikt an, der ihn stets neuen Ufern und neuen Befreiungsversuchen entgegentreibt. Es geht ihm also immer auch um eine Aufweichung und Umschmelzung eingefahrener patriarchaler Strukturen, genauer gesagt sind es religiös-dogmatische Strukturen, genauso wie akademisch-wissenschaftliche Strukturen, die nur empirische Beweise gelten lassen. Überall, wo es zu eng wird und das freie künstlerische Spiel der Bilder und Metaphern zu ersticken droht, drängt es Sünner zu leidenschaftlichen Ausbrüchen. Ganz praktisch zeigt sich dies bei seiner Arbeit als Filmemacher. Wie Sünner uns erzählt entstehen seine Filme eher aus einem weiblichen Urstoff. Um ein gutes Bild zu komponieren genüge es nicht, einen halbwegs interessanten Filmausschnitt zu wählen, sondern es bedarf "sich in das Innere des zu filmenden Objektes zu versetzen und zu versuchen diesem erspürten Innen ein äußeres Bild zu erschaffen." (S.78) An anderer Stelle sieht er schon ahnend "die Umrisse des fertigen Filmes wie eine ausgearbeitete Form, die auf dem Boden eines Sees liegt und nur noch von mir heraufgeholt werden will."(S.86) Auf einer Reise nach Schottland stellt die mittelalterliche Burg für ihn kein reales Gebäude dar, sondern ein "Poetisches Gehäuse, in dem meine Seele frei umherschweifen konnte." (S.58) Und auch wenn es um das Hören oder Spielen von Musik geht stimmt Sünner ganz ähnliche Töne an: "die herkömmliche Subjekt-Objekt-Trennung ist aufgehoben, denn ich stehe dem Ton nicht wie einem Gegenstand gegenüber, da er mich durchdringt und umhüllt." (S.93) Diese hingebungsvolle Form des Arbeitens und Wahrnehmens, die das innerliche Ahnen und Spüren derart betont, entspricht so gar nicht dem universitären Lernen und Forschen. Zwar schätzt Sünner die wissenschaftliche Forschung und das klare Denken, aber es wird doch überdeutlich, daß dieser klare Verstand sein Brennen durch eine ganz andere Quelle erhält. Sünners Gabe sind die durchlässigen Zwischenwände, die ständig wie die Saiten eines Instruments schwingen. Aus diesem vibrierenden Stoff sind seine Filme und Bücher gewoben. Er lauscht, er schaut, er spürt, er tastet, er schmeckt - und erst auf dieser Grundlage einer geradezu sinnlichen Spiritualität erwärmt sich ihm auch die Logik und das Verstandesdenken, aber eben erst dann, wenn sie von diesem gemüthaften Wärmekeim im Innern bebrütet und getragen sind. Zu dieser empfindungsvollen Dimension fügen sich die wunderschönen Radierungen von Sünners Freundin Christine Klie sehr gut ein, die durch alle Kapitel hindurch das Buch schmücken und immer wieder an die Wirkkraft des bildhaften Elements erinnern.Sünner erzählt noch sehr berührend von vielen weiteren Stationen seines Lebens, vom Tod der Mutter und seinen unkonventionellen Gedanken zu einem Leben nach dem Tod oder auch davon, wie ihm als 15-jährigen das Kino zur Kirche wurde, zum Tempel seiner eigenen Berufung, die ihm erstmals dämmerte bei einem initiatorischen Filmerlebnis mit Kubricks 2001. All diese Erzählungen zeugen von einem empathischen Mann mit bewegtem Seelenleben und so legt Sünner ein beherztes Plädoyer ab "für den Wert vom Emotionen gegenüber dem Diktat einer logischen Rationalität, für eine gewährende Hand gegenüber starrem Zwang, für Fürsorge gegen Egoismus, für fließende Verbindung gegen scharfe Trennung." (S.179)All die schönen Worte bleiben bei Sünner gleichwohl keine erbaulichen Worthülsen, sondern er prüft und hinterfragt sich oft selbstkritisch und ist im Alltag immer wieder darum bemüht die eigenen Ideale in die Tat umzusetzen. Selbst der feinfühligste Mensch ist nicht automatisch in jeder Lebenssituation ein offenstehender. Jeder hat auch mit Verschlossenheiten, Abstumpfungen und Verborkungen zu kämpfen. So will auch die Durchlässigkeit immer wieder neu eingeübt werden. Die "Pforten der Wahrnehmung" (William Blake) wollen gereinigt und sensibilisiert werden. Daran versucht sich Sünner auf all seinen alltäglichen (und manchmal auch weniger alltäglichen) Wegen zu erinnern, wodurch er auch den aufmerksamen Leser daran erinnert die eigenen Wahrnehmungsorgane von allem vernebelnden Ballast zu befreien. Da scheint es fast überflüssig zu erwähnen, daß Sünners Buch viele Leser zu wünschen sind. Wobei es nicht auf die Vielzahl ankommt, sondern vielmehr darauf sich die überspringenden Funken nahe gehen zu lassen....ganz gleich, ob wir Menschen begegnen, unser Frühstücksei essen, auf Reisen gehen, Musik hören, ein Buch lesen oder einfach nur ein paar Schritte vor die Tür machen, wie jeden Tag, doch heute vielleicht mal anders, wie verwandelt, mit den gleichen Sinnen zwar, aber ganz neue Zwischentöne wahrnehmend.
Alfred Bast 05.06.2024 amazon.de
Dieses persönlich nahe Buch habe ich mit großem Interesse gelesen.Die radikale Ehrlichkeit, keine Schmerzgrenze fürchtend, sich hinter keiner heiligen Attrappe versteckend, dürfte einem Gott, der zwar die Basis aller Formen und Riten, aber in keiner zu fassen und zu halten ist, wohl schmecken. Die Erkundungen, entlang der vermeintlichen Alltagsdinge – wie das Frühstücksei – die zum Ariadnefaden im Labyrinth des Seins werden, zeigen das allgemein Gültige, das Verbindende im persönlich Besonderen und Gesonderten auf. Wenn der Alltag in das Blickfeld eines forschenden sehenden Rüdiger Sünner kommt öffnet sich in unscheinbaren Dingen das ALL. Kunst, deren Motivation von der Suche nach Wahrheit bestimmt wird, wird so zur Nahrung für den Geist auf dem Weg zum Ziel, das mit dem Ursprung identisch ist.Dieses Buch hat, begleitet von einfühlsamen Zeichnungen, einen hohen Sinn- und Nährwert, vor allem auch dort wo es in seinen Analysen, Reflexionen und Betrachtungen vorhandene Vereinbarungen, die Welt und sich selber zu deuten, beschreibt und überschreitet. Grenzen überschreiten heißt hier: seine Heimat in der unermesslichen Weite des Nahen zu finden.Alfred Bast, KUNST KLOSTER art research.
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