Bouncer: Gesamtausgabe 2: Teil 3: Die Gerechtigkeit der Schlangen / Teil 4: Die Raches des Einarmigen / Teil 5: Die Beute der Wölfinnen
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EAN 9783965820043

Bouncer: Gesamtausgabe 2: Teil 3: Die Gerechtigkeit der Schlangen / Teil 4: Die Raches des Einarmigen / Teil 5: Die Beute der Wölfinnen

Hersteller: Schreiber + Leser  ·  MPN: 7779627
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Produktbeschreibung

Bouncer. Gesamtausgabe 2 | Jodorowsky | Buch | Bouncer | 200 S. | Deutsch | 2019 | Schreiber + Leser

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 26.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Die Bücher sind sehr spannend und die Geschichte fesselt von Anfang bis Ende. Allerdings fand ich den Übergang zwischen den Teilen etwas abrupt.
Redaktion 26.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
Hans-Jürgen Bader 10.06.2024 amazon.de
Gut gezeichnet, interessante Story.
Kieler Comic Kommando 10.06.2024 amazon.de
Nachdem der frankobelgische Western „Bouncer“, dessen deutsche Erstveröffentlichung bekanntlich im „Ehapa“-Verlag stattfand, kürzlich zu „Schreiber&Leser“ wechselte, nahm der neue Herausgeber nicht nur die Fortsetzung der Serie auf, sondern brachte auch eine Gesamtausgabe auf den Markt. Deren zweiten Band umfasst die Originalalben drei bis fünf, namentlich „Die Gerechtigkeit der Schlangen“ (2003/dt. 2004), „Die Rache des Einarmigen“ (2005) und „Die Beute der Wölfinnen“ (2006/dt. 2007), die inhaltlich aufeinander aufbauen und gemeinsam den sogenannten „Henker-Zyklus“ bilden.Als Appendix sind zudem 20 Seiten mit Illustrationen, einschließlich eines imposanten, beidseitig bedruckten Leporellos, sowie ein kurzes Nachwort von Claude Ecken aus dem Oktober 2014 beigefügt. Darin geht der französische Science-Fiction-Autor („Le Monde“) prägnant auf die Alleinstellungsmerkmale der Serie ein und betont, dass Zeichner Francois Boucq (*1955, „Teufelsmaul“) bei der visuellen Ausgestaltung der Serie „die Nähe zu den großen Filmen“ offensiv vermied. Hätte man diese Behauptung in Bezug auf die ersten beiden Bände „Ein Diamant fürs Jenseits“ und „Die Gnade der Henker“ noch anstandslos unterschrieben, muss man in Bezug auf „Die Gerechtigkeit der Schlangen“ und seine beiden Nachfolger nun entschieden widersprechen.Nicht nur Boucq sondern auch Szenarist Alejandro Jodorowsky (*1929, „John Difool: Der Incal“) orientiert sich darin nämlich deutlich an Sergio Leones „C’era una volta il west“ (1968), der dank einer der ingeniösesten Eindeutschungen eines Filmtitels überhaupt besser als „Spiel mir das Lied vom Tod“ bekannt ist. Wie Leone stellen sie vier sehr unterschiedliche Männer, die sich um eine Frauenfigur gruppieren ins Zentrum (obwohl es sich in „Bouncer“ genau genommen um drei von Album zu Album wechselnde weibliche Charaktere handelt). Und wie der ikonische Italowestern entwerfen sie eine verschlungene, anfangs fragmentarische Geschichte, deren Einzelteile am Ende ein bestechendes Gesamtbild ergeben.„Die Gerechtigkeit der Schlangen“ beginnt damit, dass der alte Indianer White Elk, der mit giftigen Schlangen wie mit einer Waffe hantiert, einer unbekannten Agenda folgend Anschläge auf ranghohe Bewohner der Westernstadt „Barro City“ verübt. In grimmiger Ironie ist es der Henker, der zuerst das Zeitliche segnet. Bei der Suche nach einem Nachfolger zieht ausgerechnet der Bouncer, den kürzesten Strohhalm und kommt so wider Willen zu einem neuen Nebenverdienst. Als Henker von „Barro City“ wird er nun auf der Straße verspottet und angefeindet (wie es Wilden Westen so Art war), während auch im „Inferno Saloon“ die Luft brennt, da der skrupellose Geschäftsmann Clark Cooper (quasi Leones Frank und Morten in einer Person), der eine breit aufgestellte Mörderbande orchestriert, sich in den Kopf gesetzt hat, das Etablissement aufzukaufen.Als Eigentümer Lord Diablo seine Offerte entschieden ausschlägt, hetzt Cooper ihm und seinen Bediensteten erst das eigene Fußvolk und dann ein Trio besonders heimtückischer Auftragsmörder auf den Hals. Zeitgleich macht der afroamerikanische Goldsucher Tom (ein entfernter Verwandter des irischen Einwanderers und Farmers Brett McBain aus „Spiel mir das Lied vom Tod“), den der Bürgerkrieg aus der Sklaverei befreit hat, einen großen Fund, der ihm eine wahrlich goldene Zukunft verspricht. Als er sich auf den Weg nach „Barro City“ macht, um dort seinen Claim zu registrieren, setzt er damit aber Ereignisse im Gang, die nicht nur ihn, sondern auch den Bouncer in einer Abwärtsbewegung zu verschlingen drohen…Während Leone einst von der gewaltsam vorangetriebenen Zivilisierung des ehemals „wilden“ Westens erzählte, sind Jodorowsky und Boucq jedoch bereits einen entscheidenden Schritt weiter: Gesellschaftsform und Rechtswesen wirken zwar noch brüchig, sind aber bereits fest etabliert, „Barro City“ floriert und weist bis ins Detail ausgebildete Strukturen auf. Der „Henker-Zyklus“ erzählt nun vielmehr von der alttestamentarischen Rache eines brutal eroberten Landes, die sich gegen jene richtet, die es jahrelang ausgebeutet und sich skrupellos zu eigen gemacht haben. Vom naiven Fortschrittsglauben zahlloser Western ist in „Bouncer“ nichts mehr zu spüren – stattdessen wird sein Land als auf unvereinbaren Widersprüchen aufgebautes Gebiet charakterisiert, dass daher geradezu gezwungen ist, sich selbst zu zerstören. Parallelen zur gegenwärtigen Situation in den USA dürften nicht intendiert sein, sind aber freilich evident.Die Narration selbst mag anfangs noch überladen wirken, erweist sich am Schluss aber als gekonnt über die drei Alben gespannter Bogen, der alle Handlungsfäden schlüssig zu verknüpfen vermag. Der „Henker-Zyklus“ füllt parallel eine entscheidende Lücke in der Biografie des Bouncers und vertieft die Figur im Finale noch einmal entscheidend, indem er ihr eine signifikante Dimension hinzufügt. Obgleich die „Origin“ des Bouncers bereits im ersten Teil der Gesamtausgabe auserzählt schien, ist die Fortsetzung somit nicht weniger essentiell – somit lassen sich die ersten fünf Bände auch als zusammenhängende Erzählung von bereits recht epischer Dimension lesen.Am Ende von „Die Beute der Wölfinnen“ warten die Überlebenden der Ereignisse dann am Bahnhof von „Barro City“ auf einen ankommenden Zug, ganz wie Snaky, Stony und Knuckles damals in „Cattle Corner“ zu Beginn von „Spiel mir das Lied vom Tod“. Sie wollen den neuen Henker in Empfang nehmen. Er wird nicht kommen. Sein Selbsterhaltungstrieb funktioniert.WEITERLESEN: Frankobelgische Western-KlassikerMorris: LUCKY LUKE (seit 1946): Vornehmlich als humoristischer Schlüsseltext rezipiert, weist die langlebige Reihe aber durchaus Gemeinsamkeiten mit dem nihilistischen „Bouncer“ auf, etwa wenn die zivilisationskritische Perspektive der amerikanischen Ureinwohner eingenommen wird – besonders in den Alben, die „Asterix“-Großmeister Rene Goscinny (1926-77) verfasste. Dass beide Titelhelden beispiellose Meisterschützen sind, die den Colt äußerlich komplett ungerührt ziehen, versteht sich zudem quasi von selbst.Jije: JERRY SPRING (1954-90): Das Musterbeispiel eines guten, sauberen Westerns nach amerikanischem Vorbild steht natürlich im krassen Gegensatz zu dem dekonstruktiven Kalkül, mit dem Jodorowsky und Boucq zu Werke gehen. Gleichsam ist es dieser Kontrast, der die desillusionierte Ausrichtung von „Bouncer“ erst in seiner ganzen Dimension verdeutlicht. Zumindest kleidungstechnisch dürfte der stets sauber ausstaffierte Jerry ein gutes Vorbild für den feinen Stoffen ebenfalls nicht abgeneigten einarmigen Titelhelden gewesen sein.Jean-Michel Charlier/Jean Giraud: LEUTNANT BLUEBERRY (1963-90): Auch „Blueberry“ begann als konventioneller, vergleichsweise stromlinienförmiger Genrebeitrag. Doch mit der Zeit wurde die Titelfigur immer dreckiger und unrasierter, skrupelloser und abgeklärter. Der Mythos bröckelte zunehmend, bis nur noch die faszinierenden exotischen Dekors und die gewaltigen Anmutungen der Dampflokomotiven von ihm übrig blieben. Boucq ging freilich noch weiter und entkleidete auch das Land – mit Ausnahme der indianischen Kultstätten – seiner Attraktivität, bis nur noch lebensfeindliche Wüste und leerer Horizont blieben.
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Eigentlich sollte François Boucq ("Teufelsmaul", "Die Frau des Magiers") eine Comicgeschichte mit dem schon reichlich gealterten Westernhelden Blueberry gestalten. Doch der Sohn von Jean-Michel Charlier, dem bereits verstorbenen Schöpfer dieser erfolgreichen Figur, hatte Bedenken, dass es dabei ein wenig zu esoterisch zugehen könnte. Daher stoppte er das vom Blueberry-Zeichner Jean Giraud alias Moebius angeschobene Projekt. Doch Boucq setzte trotzdem ab 2001 eine Western-Serie in Szene. Als Verbündeten fand er den gebürtigen Chilenen Alexandro Jodorowsky ("El Topo"), der nicht nur als Filmemacher tätig ist. Jodrowsky hat für Moebius schon die durchgeknallten Abenteuer geschrieben, die der Privatdetektiv John Difool gemeinsam mit seinem Betonpapagei Dipo erlebt.Jodrowskys Western "Bouncer" bedient auf den ersten Blick die Klischees des Genres. Dabei kommt die knapp nach dem Ende des Sezessionskrieges angesiedelte Geschichte nicht ohne Härten aus. Der ungewöhnliche Western lebt nicht nur von Jodorowkys deftiger Geschichte, sondern auch von Francois Boucqs Fähigkeit durch verzerrte Gesichter und ungewöhnliche Landschaftsbilder für Stimmung zu sorgen. Der zweite Band der Gesamtausgabe verfügt über einen sehr schön zusammengestellten Anhang mit Einzelillustrationen, teilweise sogar auf Klapptafeln. Mit "Die Gerechtigkeit der Schlangen", "Die Rache des Einarmigen" und "Die Beute der Wölfinnen" sind gleich drei Alben enthalten, die eine durchgehende Geschichte erzählen.Anfangs sieht es gut aus für den Bouncer, denn er heiratet die ehemalige Prostituierte Noémie und arbeitet als Henker in Barro City. Doch obwohl seine Mitbürger darauf bestehen, dass er diese Tätigkeit ausübt, verachten sie ihn dafür. Doch sozialer Aufstieg ist in Sicht, denn der mysteriöse immer eine Maske tragende Lord Diabolo will ihm seinen Saloon vererben. Doch das Glück ist nicht von Dauer, Noémie verlässt ihn und Bouncer flüchtet sich in die Opium-Höhle von Yin Li, die ihn liebt. Seinen Job als Henker wird der einarmige Revolverheld so schnell nicht los und zudem erfährt er auch noch, wer sein Vater ist. Alle Handlungsfäden laufen in einem furiosen Finale zusammen und wecken Vorfreude auf weitere Abenteuer des Bouncers.
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