Die Büchse der Pandora: Geschichte des Ersten Weltkriegs
Bildquelle: amazon.com

Preisverlauf (90 Tage)

Tiefstpreis: 38,00 € Trend
Stabile Preise
Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Browser-Benachrichtigung bei PreissenkungWir melden uns, sobald es günstiger wird als heute (38,00 €) — höchstens einmal am Tag. Ohne E-Mail, ohne Konto, jederzeit abbestellbar. Amazon-Angebote sind ausgenommen. Datenschutz
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
EAN 9783406661914

Die Büchse der Pandora: Geschichte des Ersten Weltkriegs

Hersteller: Beck C. H.  ·  MPN: 1421595
3,7/5,0 (7 Bewertungen)
Günstigster Preis
38,00 €
inkl. MwSt.
Verfügbar bei averdo.com Versand: k.A.
Bei 2 Anbietern im Vergleich
Zuletzt aktualisiert: 28.09.2026 06:17 Uhr
Bei averdo.com kaufen — 38,00 € Verfügbar · inkl. MwSt. · Versand k.A. Alle 2 Angebote vergleichen ↓

Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Beck C. H.
EAN
9783406661914
Hersteller-Artikelnr.
1421595
Ø Bewertung
3,7 / 5,0 (7 Bewertungen)
Günstigster Preis
38,00 € (averdo.com)
Anbieter im Vergleich
2 Shops

Produktbeschreibung

Die Büchse der Pandora | Geschichte des Ersten Weltkrieges | Jörn Leonhard | Buch | 1168 S. | 2014

Bewertungen & Erfahrungen

3,7 von 5,0
7 Bewertungen
5 ★ 3
4 ★ 1
3 ★ 2
2 ★ 0
1 ★ 1

Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.

Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.

Redaktion 08.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine herausragende und vielschichtige Darstellung der Büchse der Pandora und des Ersten Weltkriegs, die mich tief beeindruckt hat. Die Erzählweise ist konkurrenzlos und bietet eine unglaubliche Tiefe in die Geschichte dieser Zeit.
Redaktion 08.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Leonhard und Jörn bieten eine sehr tiefgehende und vielschichtige Darstellung des Ersten Weltkriegs, die mich sehr interessiert hat. Obwohl das Buch umfangreich ist, ist die Erzählweise ausgezeichnet und sehr informativ.
Redaktion 08.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine solide Aufmachung. Das Papier fühlt sich gut an und der Druck ist klar lesbar. Die Bindung hält den Inhalt gut zusammen. Die Größe passt gut in meinen neuen Wohnraum.
Redaktion 07.02.2025 testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat mir gut gefallen. Die Bindung hält auch nach längerem Lesen noch gut. Die Lesbarkeit ist in Ordnung für meine Zeit.
Hans-Dieter Holl 21.07.2023 amazon.de
Dieses Buch Buch hat mir sehr gefallen. Ich arbeite mich jetzt langsam durch.
Lucullus 21.07.2023 amazon.de
Unter den neueren Publikationen zum Ersten Weltkrieg nimmt das Buch Jörn Leonhards eine besondere Stellung ein. Anders als die meisten Darstellungen folgt es einem transnationalen Ansatz, der die am Krieg beteiligten Großmächte annähernd zu gleichen Teilen berücksichtigt. Außerdem ist es gesellschaftsgeschichtlich angelegt: Es widmet den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten des Krieges mehr Raum als den politisch-militärischen. Bei einem so ehrgeizigen Konzept ist es nur zu verständlich, dass die Arbeit fast ausschließlich auf Sekundärliteratur beruht.Leonhard hat sein Buch in zehn chronologisch angeordnete Kapitel gegliedert: zwei gelten der Vorgeschichte des Krieges, fünf den viereinhalb Kriegsjahren, drei der Nachwirkung des Konflikts. Die Kriegskapitel enthalten mehrere Unterkapitel, in denen verschiedene Themen aus der betreffenden Zeitspanne behandelt werden.Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Darstellung kollektiver Erfahrungen und Anpassungsprozesse. Im Hintergrund scheint zumeist die Frage zu stehen, wie ganze Gesellschaften oder innergesellschaftliche Großgruppen auf bestimmte Herausforderungen der Kriegszeit reagierten.Bei der Beantwortung dieser Frage präsentiert Leonhard dem Leser eine erstaunliche Faktenfülle. Man erfährt die Namen und Todesumstände des ersten und des letzten britischen Gefallenen des Weltkriegs (S. 918), wird über das Verhältnis des englischen Generals Sir John French zu seiner pazifistischen Schwester unterrichtet (S. 213), auf den von kriegsunwilligen Soldaten betriebenen Handel mit Tuberkelerregern und Gonorrhö-Eiter aufmerksam gemacht (S. 507) und immer wieder mit den Tagebucheinträgen Thomas Manns und Harry Graf Kesslers konfrontiert. Freunde des historischen Details und der schwer zugänglichen Information kommen auf ihre Kosten.Von einer Gesellschaftsgeschichte des Ersten Weltkriegs ist jedoch mehr zu verlangen als Informationsreichtum. An erster Stelle steht die Erwartung, dass sie ein zusammenhängendes Bild der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in den kriegführenden Gesellschaften zeichnet. Der Aufbau des Buches führt leider dazu, dass der Leser nur die Fragmente eines solchen Bildes zu sehen bekommt. Wird einmal auf die Landwirtschaft eingegangen, so taucht sie in der weiteren Darstellung nicht mehr auf. Wird der Liberalismus in einem Kapitel ausführlich behandelt, so kommt er in den anderen kaum vor. Letztlich sind die 50 Unterkapitel weitgehend selbständige Essays über verschiedene Aspekte des Krieges.Auch konzeptionell wirkt das Buch uneinheitlich. Eine übergreifende Deutung des Themas ist nicht auszumachen. Allenfalls finden sich Thesen kurzer und mittlerer Reichweite, wie etwa die, dass es am Vorabend des Weltkriegs keine Systemkrise in den beteiligten Gesellschaften gab (S. 75), dass die deutsche Führung nicht langfristig auf einen Präventivkrieg ausgegangen ist (S. 116); dass dem deutschen Blankoscheck an Österreich ein französischer an Russland sowie ein russischer an Serbien entsprach (S. 99); dass die deutsche Risikostrategie in der Julikrise auf die russisch-französische Bereitschaft traf, die Balkanfrage zum Anlass für einen großen Konflikt zu machen (S. 119); dass Deutschland eine "besondere Verantwortung", aber keine Alleinschuld am Kriegsausbruch trage (S. 116); dass die Politiker beider Seiten ihre Kriegsziele erst formulierten, nachdem die Kämpfe bereits begonnen hatten (S. 263); dass die multiethnischen Reiche einen stärkeren Zusammenhalt bewiesen, als man lange Zeit annahm (S. 394 ff.; S. 426); dass die Kampfesmotivation der Soldaten vor allem von den Primärgruppen an der Front abhing (S. 343; S. 635); dass der Primat der Politik in Frankreich und England behauptet wurde, nicht jedoch bei den Mittelmächten (S. 262; S. 451); dass gerade die hohen Opfer des Krieges seine vorzeitige Beendigung erschwerten, weil die Politiker glaubten, diese Opfer nur durch einen Sieg rechtfertigen zu können (S. 255; S. 452; S. 610; S. 805); dass sich das Kriegsende zeitlich nicht genau bestimmen lasse (S. 28; S. 938) und vor allem, dass es den Militärs nie wirklich gelang, sich auf die Realitäten des Krieges einzustellen (S. 148 f.; S. 152; S. 831; S. 841). Da diese Thesen unverbunden nebeneinander stehen, fehlt dem Buch der rote Faden.Immerhin würde der Mangel an Struktur nicht ausschließen, dass die größte Stärke des gesellschaftsgeschichtlichen Ansatzes zum Tragen käme: seine Fähigkeit, die Wechselwirkung zwischen militärischen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen herauszuarbeiten und einen Beitrag zur historischen Einordnung des untersuchten Gegenstandes zu leisten. Voraussetzung dafür wäre aber, dass zunächst einmal die gesellschaftlichen Teilbereiche überzeugend abgehandelt würden.Die militärische Seite des Krieges ist jedoch nicht Leonhards Stärke. Über die Strategien der kriegführenden Mächte erfährt man in dem Buch wenig. Auch das Kampfgeschehen nimmt einen untergeordneten Platz ein. Der Schlacht bei Tannenberg ist eine halbe Seite gewidmet (S. 185), der Skagerrakschlacht zwei Sätze (S. 467). Selbst dort, wo Schlachten ausführlicher behandelt werden, findet man kaum Angaben zur Operationsgeschichte. Ebenso dürftig ist die Behandlung der taktischen Veränderungen. Warum die deutsche Frühjahrsoffensive von 1918 erfolgreicher war als die Großangriffe der Alliierten zwischen 1915 und 1917 bleibt unklar.Ähnlich steht es um die Darstellung der politischen Vorgänge. Das Septemberprogramm, die Entscheidung zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg, der Sturz Bethmann-Hollwegs sowie das politische Wirken Clemenceaus und Lloyd Georges werden nur flüchtig gestreift.Auf wirtschaftlichem Gebiet vermisst man eine klare Antwort auf die Frage, welche Großmacht ihre Industrie am effektivsten auf die Anforderungen des Krieges umstellen konnte und warum.Fällt schon die Behandlung der gesellschaftlichen Teilbereiche enttäuschend aus, so erst recht die ihrer Wechselwirkung. Was Leonhard in dieser Hinsicht zu bieten hat, geht nicht über das in der Literatur zum Ersten Weltkrieg Übliche hinaus. Kaum ergiebiger sind seine Bemerkungen zur historischen Einordnung des Großen Krieges. Auch hier trifft man überwiegend auf Bekanntes.Darüber hinaus ist Leonhard den drei typischen Gefahren einer Gesellschaftsgeschichte erlegen: Der Gefahr abstrakt zu schreiben, der Gefahr der Übergeneralisierung sowie der Gefahr, die historische Rolle von Individuen und Zufällen zu unterschätzen.Zwar ist sein Bemühen erkennbar, die analytischen Teile des Buches durch erzählerische Komponenten aufzulockern, zwar hat er viele Zitate von Zeitgenossen aufgenommen, doch bleibt der Erfolg mäßig. Die Menschen, die in diesem Buch auftreten, sind nicht mehr als blasse Schemen. Zum guten Teil liegt dies an der Sprache Leonhards. Innergesellschaftliche Spannungen bezeichnet er als "Tektonik von Loyalität und Anerkennung" (S. 261). Das Osteuropa der Nachkriegszeit ist für ihn ein "Imaginationsraum für Herrschaftskonzepte, Raumdurchdringung und Kolonialisierung" (S. 913). Den Engländern und Russen unterstellt er die Absicht "Raum in Zeit [zu] verwandeln" (S. 1006). Hinzu kommen der inflationäre Gebrauch von Pluralformen ("Taktiken", "Logiken", "Tektoniken") und schwammigen Neologismen ("Gewaltraum", "Tötungsraum", "Erfahrungsraum", "Imaginationsraum", "Möglichkeitsraum"). Lesbarkeit, Anschaulichkeit und Präzision sind mit einem solchen Stil schwer zu vereinbaren. Außerdem fehlt Leonhard das erzählerische Talent. An keiner Stelle wird seine Darstellung lebendig, nie kommt Spannung auf, nirgends stößt man auf eine überzeugende Charakterschilderung. Die Lektüre des trockenen Textes gerät immer wieder zur Willensprobe.Eine schwerwiegende Übergeneralisierung findet sich in Leonhards Annahme, die Idee der "Abnutzung" habe im Kriegsbild der Zeitgenossen keine Rolle gespielt. Der Historiker Hans Delbrück hatte indessen schon Ende des 19. Jahrhunderts die Vorstellung einer Kriegführung entwickelt, in der die Abnutzung des Gegners zentral ist. Anders als Leonhard behauptet (S. 549), betrachtete Delbrück die von ihm so bezeichnete "Ermattungsstrategie" keineswegs als ein Phänomen der Vergangenheit. Vielmehr bemühte er sich zwischen 1914 und 1918 unermüdlich darum, die deutsche Öffentlichkeit und Führung für sie zu gewinnen. Seine Artikel aus den "Preußischen Jahrbüchern", die davon Zeugnis ablegen (gesammelt in: H. Delbrück, Krieg und Politik. Berlin 1918/1919), sind Leonhard offenbar genauso unbekannt wie die entsprechende Sekundärliteratur (Friedrich Carl Scheibe, "Marne und Gorlice: Zur Kriegsdeutung Hans Delbrücks" in: MGM 53 (1994), S. 355-376; Arden Bucholz, Hans Delbrück and the German Military Establishment. Iowa City 1985).Der dritten Gefahr ist Leonhard nur zu Beginn des Buches entgangen, wo er betont, dass der Kriegsausbruch vermeidbar war (S. 66; S. 124). Der Krieg selbst wird dem Leser dann überwiegend als ein Geschehen präsentiert, das sich der Kontrolle der Beteiligten entzog. Der Handlungsspielraum der politischen und militärischen Führer bleibt unklar. Bei keiner wichtigen Entscheidung arbeitet Leonhard heraus, dass und wie sie anders hätte ausfallen können.So weist das Buch die üblichen Schwächen des gesellschaftsgeschichtlichen Ansatzes auf, ohne seine möglichen Stärken zu besitzen. Um eine Fülle von Details auszubreiten, die mangels angemessener Gliederung von den meisten Lesern schnell wieder vergessen werden dürften, hat Leonhard sich damit begnügt, die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Kernthemen des Krieges oberflächlich abzuhandeln. Das Wichtige wurde dem Unwichtigen geopfert.Am Ende einer zeitraubenden Lektüre musste ich enttäuscht feststellen, dass dieses Buch mein Verständnis des Ersten Weltkriegs an keinem Punkt vertieft hat.
Rubinrot 21.07.2023 amazon.de
Das wichtigste Buch, das je über den 1.Weltkrieg geschrieben wurde, ist 80 Seiten kurz, einschließlich des sehr aussagekräftigen Vorworts des britischen Verfassers an die deutschen Leser (und besonders an die deutschen Linken). »Das Gift, das zerstört«, Reprint bei Amazon erhältlich. E.D. Morel war der einzige Mensch, der jemals in der Geschichte allein, bewusst und aktiv viele Millionen Menschen vor der Ermordung gerettet hat! Und damit in einer Epoche voller politischer Massenmörder ein exakter Anti-Hitler war. Sehr übel bezeichnend, dass ihn heute kaum jemand kennt. Und dass Jörn Leonhard ihn in der Büchse der Pandora nicht erwähnt. Und im Überforderten Frieden nur sehr kurz abkanzelt. (E.D. Morel rettete 6 Millionen oder sogar mehr, je nachdem, wie lange Belgien ungestört im Kongo weitergemordet hätte.) Daher wurde er von seinen Landsleuten für den Stolz Britanniens gehalten, genau fünf Jahre lang. Dann wandte er sich mit derselben unbestechlichen moralischen Integrität und kompromisslosen Wahrheitsliebe gegen die Teilnahme Großbritanniens am 1.Weltkrieg auf der Seite der russischen und französischen Aggressoren. Und präsentierte zahlreiche Quellen als unwiderlegliche Beweise für seine Ansicht. Dafür warf man ihn ins Gefängnis. [Anders als Jörn Leonhard auf Seite 904 im Überforderten Frieden schwindelt (pardon), war Morel kein Pazifist, sondern akzeptierte Verteidigungskriege, aber keine Eroberungskriege wie den der Entente im 1.Weltkrieg. Auch die »Union of Democratic Controll« war nicht pazifistisch, wie Leonhard fälschlich behauptet, sondern richtete sich gegen die verheerenden Auswirkungen der Geheimdiplomatie und verlangte demokratische Kontrolle auch für die Außenpolitik, indem die Öffentlichkeit informiert werden müsste. Denn die britischen Wähler hätten niemals erlaubt, dass Großbritannien sich an die verwerflichen Eroberungskriegs-Zwecke Russlands und Frankreichs kettete. Diese beiden Länder lösten den Weltkrieg nur aus, weil sie England an ihrer Seite wussten.] Im Vorwort ermahnte er die deutschen Linken eindringlich, es sei eine Frage von Leben und Tod, die gelogene Schuldzuschreibung von Versailles nicht hinzunehmen. (Wir sehen, E.D. Morel wollte auch die Toten des Zweiten Weltkriegs vorbeugend verhindern. Aber niemand hörte auf ihn.) Morel schrieb 1922, er könne die Gleichgültigkeit der deutschen Linken nicht verstehen, das eigene Land eines Verbrechens beschuldigen zu lassen, das es nicht begangen hatte. Die deutschen Linken sollten nicht leugnen, dass die russischen Zaristen (der Krieg als letzter Rettungsversuch der Zarenfamilie vor drohenden Revolutionen) [und die französischen Revanchards] die Hauptschuld an der Vorbereitung, Auslösung und sturen Fortführung des Ersten Weltkriegs trugen. Während Deutschland nur eine mindere Teilschuld trug. Die deutschen Linken täten dies aus der unbegründeten Furcht, die Anklage gegen das alte Regime könnte durch die Anerkennung der Wahrheit abgeschwächt werden. (Der Wahrheit, dass Deutschland nicht Vorbereiter, nicht Planer, nicht Wünscher, nicht Auslöser, nicht Aggressor und sogar nicht einmal Angreifer des Ersten Weltkriegs gewesen war. Sondern dass Russland und Frankreich massiv aufgerüstet, den Krieg ausgelöst und erobernde Kriegsziele gehabt hatten. Und die britischen Geheimdiplomaten hatten sich für diese Zwecke einspannen lassen, ohne demokratische Kontrolle. Assistiert von desinformierenden Medien.) Das neue Licht auf die russische Generalmobilmachung sei die Achillesferse der Propagandalüge von der deutschen Hauptschuld. Dazu kam eine prägnante Liste weiterer Fakten, vor allem die vergleichsweise geringen Rüstungsanstrengungen Deutschlands. Vordergründig wurde Frankreich von Deutschland angegriffen (wie Wikipedia im Artikel zu E.D. Morel desinformierend beharrt). Das Gesamtbild der Quellen zeigte aber, dass Deutschland von Frankreich und Russland angegriffen wurde. Und die doppelte Übermacht durch Schnelligkeit abzuwehren versuchte. E.D. Morel prophezeite für den Fall, dass der Versailler Vertrag und die gelogene Schuldzuschreibung an Deutschland nicht rückgängig gemacht würden, einen noch viel schlimmeren Krieg zu Lebzeiten der Kinder von 1922. So passierte es. (Als Grund für den Hass der deutschen Linken aufs eigene Land und die eifrige Selbstsabotage des eigenen Landes durch Rechte und Linke vermutete Morel: Weil Deutschland erst vor wenigen Jahrzehnten vereinigt worden war, gab es nicht denselben Instinkt des Zusammenhalts wie in Frankreich, Großbritannien und Russland? In diesen Ländern wird die eigene Schurkenrolle stur geleugnet. Und in Medien und Kunst propagiert, dass man selbst immer der Gute wäre.)E.D. Morel zeigt uns eine Ereigniskette, die äußerste Brisanz hat und von vielen Historikern äußerst ignoriert wird. Den ersten Punkt deutet er bloß an, die anderen enthüllt er mit Schärfe: Zuerst wurden Millionen aus Russland an die französische Presse gegeben, damit Raymond Poincaré den Wahlkampf gewann. [Dazu wurden Politiker, die für Frieden mit Deutschland eintraten, auch persönlich mit Fake News diffamiert – allerdings erschoss die Ehefrau von Ex-Ministerpräsident Caillaux den Chefredakteur eines dieser von Russland gekauften Lügenblätter.] Nach dem Wahlsieg mit russischer Hilfe sorgte Präsident Poincaré – er hatte einmal gesagt, Revanche mit Deutschland sei sein einziger Grund zum Weiterleben – für Millionen-Kredite an Russland, das damit einen beispiellosen, exzessiven Rüstungswahn finanzierte. Seit 1909 bekamen Bulgarien, aber vor allem Serbien mitgeteilt, sie sollten sich zurückhalten, bis Russlands Kriegsvorbereitungen abgeschlossen seien, danach könnten sie mit großer Beute rechnen, denn Österreich und die Türkei würden zerlegt werden. (Da Österreich-Ungarn ein Verteidigungsbündnis mit Deutschland hatte, hieß es in Russland nun: »Der Weg nach Konstantinopel führt über Berlin!«) Auch Deutschland musste zerlegt und vernichtet werden. Frankreich und Russland waren sich mit ihren erobernden Kriegszielen einig und wussten Großbritannien stillschweigend auf ihrer Seite. Auch Italien stand schon bereit und wollte wie seine Komplizen gerne expandieren. 1914 fühlte Russland sich so stark, dass es die Maske fallen ließ: Kriegsminister Suchomlinow lancierte im Juni 1914 einen Zeitungs-Artikel, in dem er zeigte, dass Russland noch nie zuvor solche gewaltigen Rüstungs-Anstrengungen gemacht hatte und nun die größte Armee aller Zeiten besaß, es sei nun vollständig bereit zum Krieg. Besonders erschütternd ist die von E.D. Morel schonungslos offengelegte Rückwirkung auf Frankreich: Dieses hatte Russland zum Rüstungswahn gedrängt, doch nun wurde es von Russland scharf dazu angetrieben, den Dreijährigen Wehrdienst einzuführen. Sonst wäre es als Bündnispartner nutzlos! Bericht des belgischen Botschafters vom 12. Juni 1913 aus Paris: Frankreich wird das Gesetz für den Dreijährigen Wehrdienst nicht lange ertragen können, also steht es vor der Wahl, es wieder abzuschaffen und den Revanchekrieg aufzugeben, was die Regierung Poincaré unerträglich fände, oder sehr bald diesen Krieg anzufangen. Es tickte also bereits der Countdown!Um die Glaubwürdigkeit eines Autors richtig zu beurteilen, müssen wir uns seine moralische Integrität ansehen. (Später vergleichen wir sie mit der des Ex-NSDAP-Mitglieds Fritz Fischer.) E.D. Morel war der moralisch unbestechlichste Mensch seiner Zeit und von kompromissloser Wahrheitsliebe. Der Brite Edmund Morel hatte im Alleingang die Verbrechen Belgiens im Kongo gestoppt, durch die erste Menschenrechtskampagne (6-10 Millionen Ermordete). Zuerst fiel ihm auf, dass für die ungeheure Menge kostbarer Rohstoffe, die aus dem Kongo exportiert wurden (vor allem Kautschuk, heute Koltan für die Herstellung von Smartphones), nichts in den Kongo zurückfloss, außer Waffen. Offenbar bekamen die Menschen im Kongo kein Geld für ihre Arbeitsleistung und konnten keine Waren aus Europa kaufen, sie waren kein gleichberechtigter Teil der Weltwirtschaft. Daher waren sie nicht zur Arbeit motiviert, sondern mussten durch ein mörderisches Sklavenhaltungssystem gezwungen werden. Die Belgier importierten nur Waffen für ihre Söldnertruppe, die auch Kannibalismus betrieb. Die Belgier bezahlten Prämien für die abgeschnittenen Hände der Ermordeten. Bald gingen sie dazu über, Erwachsenen und Kindern, die ihr Arbeitspensum nicht erfüllten, Hände und Beine abzuhacken. 6-10 Millionen Menschen wurden getötet, mindestens 20 Prozent der Bevölkerung. (Die Berliner Konferenz hatte 1884 Belgien einen humanitären Auftrag erteilt.) König Leopold, Eigentümer des Unternehmens, wollte das mörderische Sklavenhaltungssystem zum Raub von Rohstoffen durch bezahlte Pressekampagnen gegen Morel aufrecht erhalten. Aber Morels Beweisführung war unwiderlegbar. (Wie später seine Beweisführung, dass nicht Deutschland Aggressor des 1.Weltkriegs war, sondern Russland und Frankreich.) Zuletzt versuchte Leopold amerikanische Milliardäre als Teilhaber für fünfzig Jahre an Bord zu nehmen. In der Annahme, dass die Regierung der USA ihn beschützen würde, als Komplize, wenn wirtschaftlicher Profit für Amerika heraussprang. E.D. Morel reiste nach New York und verhinderte dies. (Sir Edward Grey versuchte Belgien zu schonen, weil seit 1906 geheime Militärgespräche für einen Krieg gegen Deutschland liefen, aber am Ende musste Belgien das massenmörderische Ausbeutungssystem aufgeben.) Einer der US-Milliardäre war J.P. Morgan, Bevollmächtigter Englands für Kriegskredite, Bankier und Rüstungsfabrikant, der später dafür sorgte, dass die USA auf der Seite der Aggressormächte in den 1.Weltkrieg eintraten und ungeheuren Profit aus dem Tod von Millionen herausschlugen. Während die Briten das Meer völkerrechtswidrig für Lebensmittel- und Waffenlieferungen nach Deutschland sperrten, wodurch der von einer Übermacht angegriffene Verteidiger (Deutschland) für die USA einfach keinen Profit versprach. Man konnte propagandistisch die Rollen von Aggressor und Verteidiger mühelos umdrehen, um der Bevölkerung der USA einzureden, sie stünden zugleich auf der profitablen Seite – UND auf der gerechten Seite. Da traf es sich gut, dass die Zeitungen in der Hand der Profiteure waren. E.D. Morel durchschaute das falsche Spiel, aufgrund seiner Erfahrungen mit Belgien-Kongo und Marokko.Fünf Jahre galt E.D. Morel zu recht als der moralisch bewunderungswürdigste Brite. Fast im Alleingang hatte er Millionen Menschen gerettet. Dann brach der 1.Weltkrieg aus, Morel legte die Kandidatur für die Liberale Partei nieder. Je genauer er sich die Quellen ansah, desto mehr hielt er seine ehemaligen Parteifreunde Grey, Asquith, Haldane für Kriminelle, die das britische Volk zehn Jahre lang belogen hatten. Sie hatten den Wählern verschwiegen, dass England mit Frankreich und Russland einen Krieg gegen Deutschland vorbereitete. Wobei die Entente Eroberungsziele hatte und anders als Deutschland gut auf den Krieg vorbereitet war und mit ungeheurer Übermacht angriff, nicht verteidigte. Der Bevölkerung erzählten sie das Gegenteil. Das führte zu einer Aufhetzung, die in der Mantelnote und im Schuldartikel des Versailler Vertrags endete. Damit wurde nach E.D. Morel alles noch schlimmer, nichts besserte sich. Im Buch "Ein gerechter Engländer über die Schuld am Kriege", Seite 160: »Solange eine bestimmte Nation von den anderen Nationen besonderer, ihr eigentümlicher Laster beschuldigt wird, so lange werden die anderen blind sein gegen die von ihren eigenen Machthabern gespielte Rolle bei Erzeugung der Lage, welcher der Krieg entsprang.« Der 1.Weltkrieg – und auch die Misere bis heute – hatte systemische Ursachen und lag nicht an einzelnen "verbrecherischen" Politikern oder Ländern, die von der Propaganda der Gegenseite nur so dargestellt wurden. E.D. Morel nannte auch ausdrücklich die Politik des Gleichgewichts der Mächte als Ursache von Gefahren, weil sie die Mentalität von Rüstungswettläufen und Feindseligkeit zwischen Machtblöcken hervorrief.________Warum Jörn Leonhards Buch für normale Leser nicht besonders geeignet ist, zeige ich an zwei Beispielen: "sequestrieren" und Suchomlinow.Der russische Kriegsminister Suchomlinow kommt in Leonhards Buch nicht vor, obwohl einer von fünf, die den 1.Weltkrieg direkt ausgelöst haben – Präsident Raymond Poincaré, der ihnen den Blankoscheck aufdrängte, Außenminister Sergej Sasonow und der betrogene Zar Nikolai, Generalstabschef Januschkewitsch, der den Telefonhörer "zertrümmerte", damit der Zar die Generalmobilmachung – laut Vertrag von September 1913 gleichbedeutend mit dem Kriegsbeginn und dem vertraglich festgelegten automatischen Angriffsbeginn Frankreichs und Russlands – nicht wieder rückgängig machen konnte, und Kriegsminister Suchomlinow, der am 13. Juni 1914 den Zeitungsartikel lancierte, in dem Russland prahlte, es besitze nun die größte Armee, die jemals ein Land auf der Erde besessen hatte. (2,3 Millionen Soldaten unter Waffen, also ohne Reservisten und ohne die Rekruten für 1915. Mehr Soldaten, als Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.) Damit gab er das seit 1909 versprochene Signal an Frankreich und Serbien, dass Russland nun bereit zum Krieg sei. [Archi-prêts, erzbereit, überbereit, hatte Marschall Leboeuf über-optimistisch getönt, als das französische Parlament 1870 den Eroberungskrieg gegen Deutschland vom Zaun brach, der bekanntlich nicht in Berlin endete, sondern wie 1914 schiefging.]Kriegsminister Suchomlinow kommt wie der wichtigste Autor zum 1.Weltkrieg E.D. Morel in Jörn Leonhards Büchse der Pandora weder im Personenverzeichnis noch im Text auch nur vor! Leonhard näherte sich dem Thema auf so umfassende Weise, dass er vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sah – und oft das Wichtigste übersah?Lest lieber zuerst Niall Ferguson: Der falsche Krieg, Jörg Friedrich: 14/18. Der Weg nach Versailles, Herfried Münkler: Der große Krieg, Christopher Clark: Die Schlafwandler. Und zur Vertiefung Sean McMeekin: Juli 1914. Countdown in den Krieg, und: Russlands Weg in den Krieg. Später vielleicht Gerd Krumeich: Die unbewältigte Niederlage (Vorsicht bei seinen anderen Büchern). Am wichtigsten wären die zwei kurzen Bücher des Zeitzeugen E.D. Morel: Das Gift, das zerstört, und: Ein gerechter Engländer über die Schuld am Kriege. Morel war der moralisch integerste Mensch seiner Zeit und von unbeirrbarer Wahrheitsliebe. Überprüft mit den heutigen Möglichkeiten, erweisen sich Morels Angaben und Zahlen als wahr.Zum Ansehen bitte auf "Kommentar" klicken: 2. Beispiel "sequestrieren". Und mehr zur bestürzenden Ereigniskette.
Preisvergleich
2 Angebote gefunden
1
averdo.com
Verfügbar Versand: k.A.
Aktualisiert: 28.09.2026 06:11 Uhr
38,00 €
inkl. MwSt.
Zum Angebot
2
preigu.de
Verfügbar Versand: k.A. 1-2 Werktage
Aktualisiert: 28.09.2026 06:17 Uhr
38,00 €
inkl. MwSt.
Zum Shop

* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben. Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet. testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Letzte Aktualisierung: 28.09.2026 06:17 Uhr.

Weitere Produkte von Beck C. H.
Ähnliche Produkte