Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist
keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns
gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Browser-Benachrichtigung bei PreissenkungWir melden uns, sobald es günstiger wird als heute (45,00 €) — höchstens einmal am Tag. Ohne E-Mail, ohne Konto, jederzeit abbestellbar. Amazon-Angebote sind ausgenommen. Datenschutz
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im
Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine
Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
Arno Schmidt | Biografie | Sven Hanuschek | Buch | Mit Lesebändchen | 992 S. | Deutsch | 2022
Bewertungen & Erfahrungen
5,0 von 5,0
3 Bewertungen
5 ★3
4 ★0
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.
Redaktion02.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Diese Biografie von Sven Hanuschek ist eine fantastische Entdeckung und bietet tiefe Einblicke in das Leben und Werk von Arno Schmidt, besonders durch die spannenden Entdeckungen aus seinem Nachlass. Ich kann diese Lektüre wärmstens empfehlen.
Etwa 1985 erster Kontakt zum Werk von AS über die damals erschienene Zürcher Kassette, wobei die Lektüre mit ihr eher einer Beschäftigung als Fan dieser „verrückten“ Sprachgestaltung von Schmidt ähnelte. Durch Hanuscheks exzellent geschriebene Biografie werden jetzt Hintergründe sichtbar, die sich naturgemäß in den schmalen Monografien nicht finden konnten. Unbedingt empfehlenswert (auch trotz des Preises) ist dazu die großformatige, ebenfalls hervorragende Bildbiografie von Esterhazy. Beides auch von Schmidt-‚Laien‘ als vertiefte Beschäftigung mit einem interessanten Schriftsteller lesbar. Faszinierend und verschroben: Unkonventionelle Titel seiner Bücher wie Brand‘s Haide, Trommler beim Zaren oder Kühe in Halbtrauer bleiben auf jeden Fall im Gedächtnis, auch wenn die Inhalte nur z.T. der ganz große Wurf sein mögen. Auf jeden Fall, sowohl bei den Faksimiles/Reprints von Stahlberg u.a. als auch von Haffmans, ein inhaltliches und optisches Fanprojekt, über das sich als „Kunst“ nicht streiten lässt.Trotz Henkels‘ „Bluff“- Abhandlung über Schmidts Werk und Arbeitsweise - die durchaus nachdenken macht- bleibt AS ein Solitär in mehrfacher Hinsicht.
Mit Sekundärliteratur zu Arno Schmidt kann man mittlerweile Wände füllen. Merkwürdigerweise befinden sich unter dieser Flut von Publikationen kaum Biografien. Es gibt die Rowohlt-Monografie von Wolfgang Martynkewicz und einige Chroniken zu Leben und Werk, aber keine umfassende Biografie. Einen ersten, gewichtigen Vorstoss machte die Bildbiographie von Fanny Esterhazy und Bernd Rauschenbach, eine vorbildlich geglückte Publikation, die Bilder mit passenden Texten von Schmidt verknüpft. Und nun folgt, gut 40 Jahre nach Schmidts Tod, die erste gross angelegte Biografie, in einem stattlichen 1000 Seiten Band. Gemessen an Schmidts Diktum "Man muß wohl tatsächlich 2 bis 300 Jahre von einem Dichter entfernt sein, um ihm einigermaßen gerecht werden zu können" (S,1,178), ist dies geradezu ein Schnellschuss!Dass die erste grosse Biografie nicht aus dem "inner circle" kommt, also weder von den Mitarbeitern der Arno Schmidt Stiftung, noch von den Beiträgern des Bargfelder Boten oder der Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser, mag im ersten Moment überraschen. Der schiere Umfang der zu bewältigenden Primär- und Sekundärliteratur mag manche der bekannten Schmidt-Forscher von solch einem Vorhaben abgehalten haben. Arno Schmidt hat mit seinem Buch über Fouqué auch selbst eine hohe Messlatte an das Schreiben einer Biografie gelegt, wo allein die Materialrecherchen viele Jahre in Anspruch nahmen. Bei einer Schmidt Biografie kommt erschwerend hinzu, dass seine Interessensgebiete recht verzweigt sind. Man mag sich in Literatur gut auskennen und sich auch in die von Schmidt wiederentdeckten Autoren eingelesen haben, aber damit hat man nicht zwangsläufig auch einen Bezug zu Logarithmentafeln, Geodäsie oder Astronomie.Keiner hat die Biografie schreiben wollen, einer hat sie schreiben müssen. Aber das Warten hat sich gelohnt. Hanuscheks Biografie bietet nicht nur das biografische Material auf dem aktuellen Stand und stellt, chronologisch eingewoben, die Hauptwerke vor, das Buch ist auch süffig geschrieben und macht Spass zu lesen. Hanuschek hatte die Unterstützung der Arno Schmidt Stiftung und somit auch Zugriff auf den bisher nicht publizierten Teil des Nachlasses. Dies betrifft vor allem unveröffentlichte Briefe und die Tagebücher von Arno Schmidt, die sehr knapp und stichwortartig gehalten sind, aber doch wertvolles Material beinhalten. So etwa der berührende Eintrag vom 26.12.1959: "(1 Augenblick lang – beim Beschauen der Weite + der grauen Wolken – ein Glüxgefühl, wie nur vor 25 Jahren in der Jugend! Rarster Augenblick!)" (620). Die Klammern weisen auf das Intime dieser Notiz.Verarbeitet sind auch Stimmen aus dem persönlichen Umfeld von Schmidt, etwa Aussagen der langjährigen Haushaltshilfe Erika Knop. Sie erwähnt eine Sache, die merkwürdigerweise sonst kaum thematisiert wird: die schöne, warm modulierende Baritonstimme von Arno Schmidt, "die sich lange noch jung angehört habe" (706). Mit dieser Stimme hätte Schmidt auch als Radio- oder Synchronsprecher ein Auskommen gehabt, z.B. als ideale Besetzung der Person A. in seinen Rundfunkdialogen. Der Regisseur hätte vielleicht ein paar mal zu langsamerem Sprechen ermuntert, aber dann wohl irgendwann aufgegeben.In Hanuscheks Ansatz ist die Wertschätzung für Schmidts Lebenswerk jederzeit spürbar, seiner dichterischen Potenz, vor allem auch seinem Humor, was ihn aber nicht hindert, im Detail kritisch zu sein und nichts zu beschönigen. Dies betrifft einerseits Schmidt als "Berufslügner und Trickster mit großem Nachlassbewusstein" (819), aber natürlich auch die sozialen Konflikte und die Krisen in der Ehe. "Es ist nicht leicht, eines Künstlers Weib zu sein!" (726)Die Biografie wird wohl nichts daran ändern, dass Arno Schmidt ein Autor für die "happy few" ist, aber diese haben nun eine verlässliche Biografie auf dem aktuellen Stand der Forschung und, mit Berücksichtigung des unveröffentlichten Nachlasses und eigenen Interviews von Zeitzeugen, sogar darüber hinausgehend. Mesdames et Messieurs, wir erheben uns von den Plätzen: Ein Toast auf diese Tour de Force!
Deine Bewertung *
0/2000
Bewertungen werden nach Prüfung veröffentlicht. Bitte bleibe sachlich und fair.
* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet.
testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Letzte Aktualisierung: 28.09.2026 14:11 Uhr.