Seewald, Michael: Reform - Dieselbe Kirche anders denken
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Seewald, Michael: Reform - Dieselbe Kirche anders denken

Hersteller: Herder  ·  MPN: 1177857
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Produktbeschreibung

Reform - Dieselbe Kirche anders denken | Michael Seewald | Buch | 176 S. | Deutsch | 2019

Bewertungen & Erfahrungen

4,0 von 5,0
7 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 17.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch bietet eine tiefgehende und sehr interessante Perspektive auf die aktuellen Debatten innerhalb der katholischen Kirche und ist äußerst aufschlussreich. Ich habe die Inhalte als eine hervorragende Quelle für das Nachschlagen und Denken empfunden.
Redaktion 17.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch bietet eine interessante Perspektive auf die aktuellen Debatten innerhalb der katholischen Kirche und ist ein guter Ausgangspunkt für weiterführende Recherchen. Allerdings sind einige Themen sehr vielschichtig und erfordern tieferes Verständnis.
Redaktion 17.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Interessant.
Redaktion 27.12.2024 testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine solide Papierqualität und der Druck ist scharf. Die Bindung hält das Buch zusammen und das Format ist angemessen für das Lesen. Die Buchqualität wirkt solide.
Benedikt Bögle 28.04.2024 amazon.de
Der Ruf nach Reformen in der Kirche wird laut, immer lauter. Er betrifft ganz unterschiedliche Bereiche des kirchlichen Lebens: Fragen der Organisation, der Disziplin, der Moral. Hinter diesen Fragen stehen aber immer auch theologische Fragestellungen. Es braucht, so scheint es, zunächst einmal eine Theologie der Reform, eine Methodologie. Eine solche legt der Dogmatiker Michael Seewald bei Herder vor: "Reform. Dieselbe Kirche anders denken". Der Theologe fragt hier nicht nach einzelnen Reformen. "Es geht darum, den Spielraum des Möglichen für Reformen in der katholischen Kirche auszuloten", schreibt Seewald. Was also ist möglich und was nicht? Was kann geändert werden und was nicht? Diese Frage sollte beantwortet sein, bevor man zur Reform einzelner Ordnungen innerhalb der Kirche schreitet. "Kann man dieselbe Kirche anders denken?", fragt Seewald. Und damit gibt er die Richtung vor: Muss ich die Katholische Kirche zwingend so denken, wie wir es tun? Und andersherum gewendet: Was kann geändert werden, um gleichzeitig noch von "dieser Kirche" zu sprechen und nicht von einer neuen Kirche?Seewald bietet im Folgenden historisch-dogmatische Überlegungen, die im Kern vor allem zeigen wollen, dass die Starke Fokussierung der Kirche auf Dogmen eine Folge der Auseinandersetzung mit einer als bedrohlich empfundenen Moderne ist. Dabei zeigt Seewald, dass die Kirche durchaus auch einmal ihre Positionen geändert hat. Er zeigt anhand dreier "Modi", wie das funktionierte. Da ist zunächst der "Autokorrekturmodus". Als Beispiel bietet er Pius XII., der entgegen früherer Festlegungen deutlich machte, dass die Handauflegung bei der Weihe die Materie des Sakraments ist, die Form die begleitenden Worte. Zuvor hatte das Konzil von Basel-Ferrara-Florenz gelehrt, Materie des Sakraments sei die Übergabe der für die Eucharistie erforderlichen Geräte - also von Kelch und Patene. Kirchliche Lehre hatte sich also verändert. Als zweites nennt Seewald den "Obliszivierungsmodus": Bestimmte Lehren - etwa zur Evolution - werden einfach nicht mehr vertreten. Man stellt nicht unbedingt eine Änderung in der Lehre fest, sondern vertritt frühere Ansichten schlich nicht mehr, vergisst sie sozusagen. Schließlich steht da nich der "Innovationsverschleierungsmodus".Man muss Seewald sicherlich nicht in jeder seiner Schlussfolgerungen folgen. Man könnte etwa auch kritisieren, dass er lehramtliche Entwicklung vor allem seit dem 19. Jahrhundert darstellt, es aber durchaus auch ältere Entwicklungslinien gibt, die eine Berücksichtigung verdienten. Seewalds Verdienst ist aber in erster Linie, eindringlich darauf hinzuweisen, dass kirchliche Reform zunächst eine theologische Basis braucht. Was ist theologisch vertretbar? Der Autor schildert dies etwa an der Frage des Frauendiakonats. Unabhängig davon, ob es nun historisch Diakoninnen gab oder nicht, muss die Kirche fragen: Ist es theologisch verantwortbar, Frauen zu Diakonen zu weihen oder nicht? Dieser Band, den der Autor selbst als "einen zu lang gewordenen Essay" bezeichnet, wirft theologisches Licht auf die Frage nach Reformen. Ein lesenswerter Band, der Ausgangspunkt weiterer Überlegungen werden kann.
Hans-Peter Kroll H- P Kr. 28.04.2024 amazon.de
Der Autor des 2019 im Herder-Verlag veröffentlichen Buchs "Reform, Dieselbe Kirche anders denken" ist katholischer Kleriker und seit 2016 Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster. Das Buch enthält außer der Einleitung und dem Ausblick drei Kapitel mit Untergliederungen sowie ein Abkürzungs-, Quellen-, Literatur- und Personenverzeichnis.In der Einleitung steckt Seewald den Rahmen für seine nachfolgenden, auf dem Zeitalter der Aufklärung, insbesondere Kant, basierenden Ausführungen ab, die nicht revolutionär verstanden sein, sondern sich in den lehramtlich festgelegten dogmatischen Grenzen halten sollen und die geistigen Spielräume ausloten wollen. Nach Seewald erfordert die Krise in der katholischen Kirche eine andere Perspektive bzw. eine andere Denkweise. Im Folgenden gibt der Autor einen Überblick über das katholische Lehramt und seine Verrechtlichung sowie die philosophisch-theologischen Strömungen ab dem 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Er stellt drei Verfahrensweisen der dogmatischen Entwicklung vor, den Autokorrekturmodus, den Obliviszierungsmodus und den Innovationsverschleierungsmodus. Als Beispiel einer Autokorrektur nennt Seewald die 2018 erfolgte Änderung des Katechismus von 1992 (deutsche Ausgabe 1993, Nr. 2266), wonach die Todesstrafe für schwere Verbrechen als zulässig erachtet wird, dahingehend, dass die Kirche im Lichte des Evangeliums die Verhängung der Todesstrafe für unzulässig erklärt. Die Begründung für diese der Unfehlbarkeitsdoktrin geschuldete, theologisch verbrämte Korrektur als nicht mehr zeitgemäß (deutsche Ausgabe 2019, Nr. 227) ist befremdlich. Abgesehen davon, dass das absolute Liebesgebot der Evangelien mit der Todesstrafe unvereinbar war und ist, ist die Todesstrafe nach dem deutschen Grundgesetz von 1949 (!) unzulässig. Seewald allerdings bewertet diese Korrektur im Vergleich zu formal-sakralen Korrekturen als "sanft" (S. 85, 120). Der Obliviszierungsmodus ist der des bewussten Vergessens, den die katholische Amtskirche in Deutschland in der Form des Verschleierns und Vertuschens erfolgreich praktizierte bis zur Aufdeckung des klerikalen Missbrauchs ab 2010. Für Seewald ist das deshalb kein Thema, weil dieser Missbrauch kein dogmatisches Lehramtsproblem war und ist. Der Modus der Innovationsverschleierung beinhaltet einen verschleierten lehramtlichen Anpassungsprozess an gesellschaftliche Entwicklungen. Seewald zeigt den historischen Konflikt zwischen den bürgerlichen Freiheitsrechten und dem entgegenstehenden Wahrheitsanspruch des Lehramts seit der Französischen Revolution auf und die allmähliche, schleichende Anpassung der Amtskirche an einige Grund- und Menschenrechte. Schließlich erörtert Seewald, wie man sich eine Reform grundsätzlich vorstellen könnte, ohne jedoch konkrete Vorschläge für eine Umsetzung zu machen.Fazit: Das Buch ist für einen Durchschnittsleser, auch wegen der übermäßigen Häufung von Fremd- und Fachwörtern, teilweise in Latein, keine leichte Kost. Seewald zeigt die Spielräume auf, innerhalb derer sich die katholische Dogmatik bewegen darf, ohne ein Veto Roms mit der Konsequenz des Lehramtsentzugs befürchten zu müssen. Offen bleibt, wie und von wem diese Spielräume ausgefüllt werden sollen. Wegen dieser Beschränkung bleiben wesentliche Fragen außen vor, etwa die, ob die von Dogmen und Kirchenrecht geprägte katholische Kirche noch mit dem Geist der Evangelien zu vereinbaren ist. Schonungsloser ist das Buch des Kirchenrechtlers Norbert Lüdecke, der die katholische Kirche wegen ihrer Fixierung auf Dogmen und Kirchenrecht für nicht reformierbar hält (Die Täuschung, WBG 2021).Wegen des teilweise das Lehramt entlarvenden Informationsgehalts, u. a. der neuzeitlichen Darstellung der historisch gewachsenen, absolutistisch-hierarchischen Kirchenstrukturen, sind gleichwohl drei Sterne angemessen.H.-P. Kroll
Heinz Wilhelm 28.04.2024 amazon.de
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