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EAN 9783492072526
Verfehlungen und Verbrechen: True-Crime-Geschichten. Mit einem Vorwort von Sabine Rückert
Verfehlungen und Verbrechen | True-Crime-Geschichten. Mit einem Vorwort von Sabine Rückert | März
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★4
4 ★1
3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
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Redaktion17.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Diese tiefgründigen True-Crime-Geschichten sind absolut fesselnd und regen zum Nachdenken an. Die Analyse der Hintergründe und psychologischen Aspekte ist hervorragend umgesetzt.
Redaktion17.08.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet faszinierende Einblicke in die Psychologie hinter kriminellen Handlungen und ist sehr fesselnd. Allerdings empfinde ich, dass die Darstellung einiger Fälle etwas zu detailliert ist.
„Verbrechen“ – geschehen aus einer Vielzahl von Gründen und Motiven. Die 7 Sünden gehören ggf. zu den Motivatoren um zu stehlen, betrügen, rauben, oder sogar einem Menschen das Leben zu nehmen. Verbrechen ist kein Ausbildungsberuf, keine Lehrzeit, die einen darauf vorbereitet – ein perfektes Verbrechen zu planen und durchzuführen. Doch jedes Verbrechen schlägt auch Wellen, als würde man einen Stein in einen Teich werfen, und diese gleichen oftmals einem emotionalen Tsunami. „Opfer“ können dann auch die Angehörigen sein, die psychischen Kollateralschäden, über die man zwar spricht – aber die man viel öfters auch schweigt.Ursula März ist eine erfahrene Gerichtsreporterin, sie ist eine Literaturkritikerin, eine hervorragende und prämierte Autorin und Journalistin, die ein besonderes Talent hat, den Menschen hinter dem Verbrechen zu beschreiben. Nicht die Tat – nicht den Ort oder das Motiv. Was fühlen und erzählen die Täter, wenn sie rückblickend betrachten, welche Auswirkungen ihr Verbrechen hat. Manchmal kann es ein verzweifelter Offenbarungseid sein, manchmal eine psychotische Krankheit, und manchmal ist ihre eigene Selbstreflexion ein verzerrter, kranker und abstrakter Kosmos. Im Streubereich zwischen Wahrheit und Lüge spielen sich Schicksale ab, die Ursula März spannend und informativ erzählt.Es sind Kurzgeschichten, die zum Teil auch schon im Podcast – der ZEIT Verbrechen detaillierter von Ursula März und den beiden großartigen Moderatoren Sabine Rückert und Andreas Sentker behandelt wurden.Geschichten aus Gerichtssälen vom Leben am Rande der Legalität und dem entscheidenden Schritt darüber hinaus. Kriminalität in den unterschiedlichsten Kreisen, aus den erstaunlichsten Motiven und mit überraschendem Ausgang. Und eine Topografie des Verbrechens, denn Ursula März hat als Gerichtsreporterin seit den 90er-Jahren Prozesse aus fast allen Bezirken Berlins begleitet. Milieugeschichten, Einzelschicksale, gesellschaftliche Verhältnisse, alles kommt zusammen und ergibt ein faszinierendes Bild unserer Gegenwart. Literarisch verdichtet und packend erzählt, man möchte immer weiterlesen. (Verlagsinfo)Der Titel: „Verfehlungen und Verbrechen“ gehört ins Genre True Crime. Das Buch ist hochklassischer Journalismus. Die geschilderten Schicksale behandeln keine stereotypischen Verbrecher und ordnen sie kategorisch gleich die Einordnung „Böse“ ein. Es gibt Geschichten in diesem Roman, die werfen, Fragen auf, sie animieren zu einem Lächeln und auch zu einem verzweifelten Gedanken über die Dummheit der Täter, als auch der Opfer.Der Leser ist hier kein Statist, sondern hat die Gelegenheit diese Menschen – Täter und Opfer aus der ersten Reihe zu beobachten. Diese meditative Soziologie des Alltags präsentiert dem Leser auch keine Allerweltsmoral. Kein erhobener Zeigefinger, kein Fingerpointing und erst recht wird es nicht eindimensional erzählt. Ursula März gibt uns einen umfassenden Einblick in die Gedankenpaläste der Opfer und der Täter.Und wir sitzen mit der Autorin vor Gericht, uns begegnen Verteidiger, Staatsanwälte und Richter, die auf der Suche nach der Wahrheit auch Tätern begegnen, die ein nachhaltiges Echo wecken. Diese Ausflüge in die Mikrowelten dieser Menschen – egal auf welcher Seite des Gesetzes sie sich positioniert haben, sind großartig erzählt. Konsequente und kompromisslose Berichterstattung die unter die Haut geht. Was ist nur eine Verfehlung und was kann man als ein Verbrechen bezeichnen. Die Grenze ist verschwimmend – und mit einem Bein auf jeder Seite steht ein „Mensch“ mit all seinen Prägungen der Vergangenheit und seiner ganz eigenen Vorstellung von Werten und Idealen.Die Geschichten sind keine Google-Suche entfernt zu finden, dafür sind sie unspektakulär – dennoch aber auch voll voller Dramatik und Tragik. „Verfehlungen und Verbrechen“ sind das emotionale Spiegelbild von Menschen, die jeder von uns kennen könnte.Wer etwas mehr an Informationen über diese „Fälle“ erhalten möchte, dem empfehle ich den Podcast – ZEIT Verbrechen.FazitUnd der Mensch, bleibt Mensch – hochklassiger Journalismus, der nicht nur aufklärt, sondern auch eine erstklassige Unterhaltung bietet. Emotionale Berichterstattung, die ein Echo erzeugt, über das man als Leser nachdenken wird. Absolute Leseempfehlung.Michael Sterzik
Das wahre Leben schreibt immer die besten Geschichten. Dass da etwas dran ist, zeigt Ursula März mit diesem faszinierenden Büchlein mit vierzehn Episoden aus dem Alltag des Gerichts.Sachlich auf den Punkt gebracht, schildert Autorin Ursula März, welche selbst Gerichtsreporterin ist, ganz unterschiedliche Mordprozesse und Tathergänge. Mit feinem Spürsinn sieht sie hinter die Fassade der Menschen im Saal, ergründet deren Motive, sucht Auslöser und Ziele einer jeden Missetat. Da gibt es überwiegend Menschen wie du und ich, Menschen, die unauffällig in der Nachbarschaft leben, denen man regelmäßig im Supermarkt begegnet und doch sitzen sie eines Tages auf der Anklagebank. Wie ist das passiert? Wie konnte es so weit kommen? Präzise beschreibt März vierzehn Beispiele, wie aus ganz „normalen“ Mitbürgern Straftäter werden, aus Gier, aus Berechnung, bisweilen durch reinen Zufall, der eine Reaktionskette auslöst. Jeder Fall für sich ist spannend und faszinierend, der Schreibstil passt perfekt zu dieser Art von Buch, in dem es um wahre Sachverhalte geht, welche teils informieren, teils verwundern, teils unterhalten.Ein gelungener Mix aus Krimielementen, welchen wahre Begebenheiten zugrunde liegen, einzelne Episoden, die kurz und bündig dargestellt werden und dem Leser ermöglichen, auch einmal die Tätersicht einzunehmen, ohne etwas zu verharmlosen oder zu beschönigen. Wie geht es Anwälten und Richtern, was ist deren täglich Brot, was spielt sich Prozess um Prozess im Gerichtssaal ab? Einen Abriss an Antworten kann dieses Buch liefern und die Menschen hier draußen wahrlich zum Staunen bringen. Ich empfehle „Verfehlungen und Verbrechen“ sehr gerne weiter.
Inhalt:Ursula März ist Gerichtsreporterin und erzählt in diesem Buch die Geschichten von 14 Menschen, die zu Straftätern geworden sind. Die Bandbreite ist groß: Es geht um Sachbeschädigung, um Betrug, Körperverletzung, Mord und Totschlag. Mal liegt der Fokus auf dem Täter, mal auf dem Opfer und manchmal auf einer Person, bei der selbst am Schluss der Verhandlung nicht ganz klar ist, wie genau sie beteiligt war.Die Auswahl der Geschichte:Ein großes Plus ist für mich ein Auswahl der Geschichten und deren Vielseitigkeit. Ich mochte beispielsweise die vorletzte Geschichte sehr gerne. Der Sachverhalt ist eigentlich sehr banal, aber sie zeigt sehr gut, was auch an Prozessen, in denen es scheinbar um sehr wenig geht, spannend sein kann. Die zweite Geschichte hat mir auch gut gefallen. Da geht es um alles und das moralische Dilemma ist groß.Erzählstil:Gut am Erzählstil ist, dass sich das Buch flüssig und schnell lesen lässt. In einigen Geschichten fand ich den Aufbau jedoch etwas umständlich, sodass ich den Faden verloren habe und mir nicht mehr ganz sicher war, um wen es jetzt eigentlich geht. Letztendlich habe ich aber immer zur Story zurückgefunden. Die Tonalität war nicht mein Geschmack. Mir kam es oft verurteilend vor, sodass dem Leser etwas von der Möglichkeit genommen wird, sich eine eigene Meinung zu bilden. Viele der Geschichten scheinen sich darum zu drehen, dass jemand sich in seinem eigenen Leid suhlt (und das fast schon genießt), anstatt sich selbst zu helfen. Aber ich denke, dass ist meine Empfindung und kann auch anders aufgenommen werden.Rechtskenntnisse:Laut dem Vorwort zeichnet die Autorin u.a. aus, dass sie sich für die Feinheiten des Strafprozessrechts interessiert. Daher dachte ich, dass es darum auch hin und wieder im Buch gehen würde. Mir ist klar, dass sich kaum einer, der selbst kein Jurist für die Details interessiert, aber ich hatte auf einzelne interessante und für die Verhandlung wichtige Fakten gehofft. Die haben leider komplett gefehlt.Es gab jedoch Informationen zum materiellen Recht und die waren schlicht falsch: An zwei Stellen führt die Autorin aus, dass der Unterschied zwischen Totschlag und Mord sei, dass ein Mörder mit Vorsatz handele. (Falls es jemanden interessiert: Auch Totschläger handeln mit Vorsatz, ansonsten ist es eine fahrlässige Tötung oder einfach ein Unfall, für den niemand strafrechtlich belangt werden kann. Mörder töten entweder aus einem bestimmten Motiv heraus (z.B. Habgier) oder auf eine bestimmte Art und Weise (z.B. grausam).)Wenn die Autorin nur eine einzige Story über einen Prozess geschrieben hätte, könnte ich den Fehler (den sehr viele Laien machen) verstehen, aber sie ist seit Jahrzehnten Gerichtsreporterin und hat eine gewisse Glaubwürdigkeit. Da finde ich es schade, dass sie nicht den zusätzlichen Aufwand für eine tiefergehende Recherche betrieben hat. Wenn sie sich diesbezüglich nicht sicher war oder sie der Meinung war, das Thema sei zu komplex, hätte sie die falschen Behauptungen einfach weglassen können. In einer der Geschichten ging es entgegen ihrer Behauptung, nicht mal um den Vorsatz.Insgesamt:Das Buch hat mir leider nicht so gut gefallen. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich Juristin bin und eine Vorliebe für Strafrecht habe. Wenn Du Dich nicht so sehr für die rechtlichen Aspekte interessierst, sondern wahre Geschichten über einzigartige Menschen lesen willst, die aus sehr unterschiedlichen Gründen Vergehen oder Verbrechen begangen haben, kann ich das Buch dennoch empfehlen.
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Letzte Aktualisierung: 28.09.2026 14:11 Uhr.