Christian Lehnert, hat Religionswissenschaften und Orientalistik studiert, ist Pfarrer mit einer halben Stelle, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Dresden. Nach seiner persönlichen Aussage schreibt er Gedichte, weil das zu seinem Leben gehört. Nach den in den letzten Jahren publizierten Gedichten, „Der gefesselte Sänger" und der „Augen Aufgang", ist jetzt der letzte Gedichtband „Ich werde schweigen, sehen und hören", erschienen.Der Dichter und der Pfarrer, eigentlich sind das zwei Lebenswelten, die sich ganz wenig überschneiden. Und doch findet man in diesen Gedichten eine Poesie der Genauigkeit, will sagen, die Dinge die Lehnert benennt, beschreibt, sind in der Beobachtung von einer unglaublichen Präzision. Das gelingt anderen Schriftstellern, die einen solchen Beruf nicht im Hintergrund haben, nur sehr selten.In seinen bisherigen Gedichten bestach die sozialkritische Betrachtungsweise, besonders die Tatsache wie Christian Lehnert nicht einfach lyrisch über die Dinge hinwegfährt, sondern präzise ohne Effekthascherei auf die Dinge zugeht. Die jetzt publizierten Gartengedichte sind einfach wunderschön, sie untersteichen die poetische Begabung und belegen die Tatsache, dass das Pfarrhaus oft als die Wiege der deutschen Literatur bezeichnet wurde und wird. Viele deutsche Geistesgrößen kommen aus Pfarrhäusern.Es sind Prosagedichte, die von der Luthersprache und den Choralsprachen geprägt, eine ganz klare und einfache Sprache haben. Die dingliche Präzision besticht. Es wird nicht metaphorisiert. Da der Dichter auf dem Land lebt, hat er möglicherweise eine größere Nähe zu dem „Einfachen „. Die Abstraktion ist ihm fremd. Ein „Triebwerk", ist bei Lehnert eben ein Unkraut, das sich überall breit machen kann, kein Flugzeugantrieb.Ich habe die Gedichte mit einer anhaltenden Faszination gelesen und kann die Lektüre nur mit Nachdruck empfehlen.