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EAN 9783518471630
Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich (suhrkamp nova)
Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich | Nora Hespers | Taschenbuch | 441 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5,0
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr bewegendes und fesselndes Buch über den Widerstand und die Geschichte von Nora Hespers' Opa. Die Darstellung ist sehr eindringlich, auch wenn manche Details etwas weniger ausführlich wären.
Die Jahre, über die erzählt wird, wechseln einander ab: 1923 und 2012, 1995 und 1933, 1943 und 2020. Eine Klammer zwischen den Epochen: die Familiengeschichte und die aktuelle Arbeit der Journalistin, eine andere unsere Nation und ihre Gesinnungen, die sich ‚wie eine ewige Krankheit forterben’. Nora Hespers recherchiert über ihren Opa, den Kämpfer gegen die Nazis, und sie erzählt die spannende Geschichte dieser Recherche. Sie erzählt über ihren Vater, der, von der Ermordung jenes Opas (seines Vaters) traumatisiert, in den Nachkriegsjahren mit seinen Erzählungen auf kein breites Interesse stieß, denn als Widerstandskämpfer erschienen damals eher hoch dekorierte Nazi-Offiziere. Sie erzählt, wie ihr (traumatisierter) Vater auch sie mit seinen Geschichten eher nervte, wie er es durch autoritäres und egozentrisches Verhalten dazu brachte, dass seine Tochter sich 15 Jahre lang von ihm zurückzog, ehe sie zur Chronistin des heldenhaften Opas und zur hellwachen Zeitkritikerin wurde.Eine Geschichte aus drei Generationen für eine junge Generation.
Alle Bücher, die uns erzählen, was in der Nazizeit passiert ist, sind wichtig. Dieses Buch geht aber noch deutlich darüber hinaus. Man könnte meinen, dass Nora Hespers uns die Geschichte ihres Opas erzählt, aber es ist viel mehr. Es ist nicht nur eine Meta-Reise, die während der Erzählung berichtet, wie die Recherche zum Buch passiert ist, sondern es setzt auch das damals geschehene zu den heutigen Geschehnissen immer wieder in den Kontext. Das Buch hat mich sehr ergriffen, vor allem in den letzten Kapiteln, weil es sehr, sehr persönlich ist, die Nazi-Verbrechen direkt spürbar macht und eine äußerst klare, deutliche Sprache zu den rechtsradikalen Geschehnissen der heutigen Zeit findet. Es ist wunderbar zu sehen, dass wir so wunderbar aufrechte Menschen haben. Danke!
Einen Großvater zu haben, der sich im II. Weltkrieg gegen das Hitler Regime auflehnt und schließlich hingerichtet wird, ist eine schwere Last. So erlebte es Nora Hespers, geboren im Wohlstand der alten Bundesrepublik 1978. Ihr Vater, geboren 1931, nimmt die Zeit des Faschismus und die Jahre der Flucht seiner Eltern bis zum Tod des Vaters mit in sein späteres Leben. Seine Tochter Nora hört immer wieder die Geschichten von ihrem Opa, dem Widerstandskämpfer Theo Hespers. Als sie gerade erwachsen wird, verlässt der Vater die Familie. Erst Jahre später als Nora Hespers inzwischen als freie Journalistin für Hörfunk und TV arbeitet, tritt die Geschichte um ihren Großvater wieder in ihr Leben. Es ist Zeit, sich der Vergangenheit zu stellen, damit zu leben. Seit 2014 veröffentlicht Hespers in einem Blog mit der Podcastserie ‚Die Anachronistin‘ die Biografie von Theo Hespers. Eine umfangreiche Recherche u.a. im Bundesarchiv füllt nun ihr Leben aus. Auf drei Ebenen begegnen sich die Enkelin und ihr unerreichbarer Großvater Theo Hespers: Es ist der Mensch und Familienvater, aber auch der Widerstandskämpfer. Zum anderen der Sohn Dietrich, der Vater von Nora. Und schließlich das, was die Autorin heute umgibt, der gesellschaftliche Alltag. Als Autorin und Journalistin sucht sie nach etwas Authentischen. In zahlreichen Interviews mit ihrem Vater, aufgenommen auf Tonband, lässt sie sich die Geschichte des Widerstandskämpfers Theo Hespers erzählen. Alles ergänzt mit Dokumenten aus Akten. Das Buch „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“ ist der konsequente Abschluss. Die Autorin verknüpft den Einsatz ihres Opas für ein Leben in Freiheit, Frieden und Demokratie mit den politischen Ereignissen seit 2014 bis 2020. In Kapiteln, die zwischen dem Heute und der Zeit des Nationalsozialismus wechseln, geht Nora Hespers immer wieder der Frage nach, wo stehen wir heute, wie gehen wir mit dem Erbe um? So ist das Buch gleichsam ein Appell an jeden Menschen, sich tagtäglich für die demokratischen Freiheitsrechte einzusetzen und gegen Angriffe von rechts zu verteidigen. Der Sprachstil ist sehr locker gehalten, eher, wie am Tisch in gemütlicher Runde erzählt. Aber leider schweift die Autorin immer mal etwas ab, geht zu sehr in das persönliche wie z.B. die Geschichte um den Verlust ihres Geldes und der EC-Karte. Allzu menschlich, aber lässt das Gelesene dann langatmig wirken.„Wir sind das, was vor uns war.“ gibt die Autorin ihren LerserInnen mit auf den Weg und trägt ein Stück bei, dass die Widerstandskämpfer der NS-Diktatur nicht vergessen werden.
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 18:09 Uhr.