Ich habe diese Buch im Vorbeigehen gefunden. Eigentlich suchte ich im Buchhandel nach einem anderen Titel, doch dann sah ich den ungarischen Namen, öffnete das Buch, und las: "Die Toten sind nie Tod, sie gehören in die ersten Sätze einer Begegnung, eines Gesprächs, sie sitzen in den Gärten, an den Tischen, vor den Suppenschüsseln, in den Körben mit den aufgeschnittenen Brot, und befehlen, so, nun redet von mir, lasst nicht nach, hört nicht auf, von mir zu reden."Nun, einige Tage später, sitze ich an meinem Schreibtisch und versuche über dieses Buch der Trauer eine Rezension zu schreiben.Vielleicht beginne ich damit, dass ich selbst aus Ungarn komme. Diese Tatsache wiederum ermöglicht es mir, eine weitere Ebene, die anderen vielleicht verborgen bleibt, zu hören. Es ist die unverwechselbare Tiefe der ungarischen Sprache, die mit der Klarheit der deutschen Sprache vereint diesem, und wahrscheinlich all ihren anderen Büchern, diese Stärke und Besonderheit gibt.Es ist ein Buch der Trauer, des Abschieds, der schmerzlichen Erinnerungen. Dieses Buch muss man aushalten können, denn es ist ein Buch in Moll geschrieben. Es meidet alle hellen Töne, es umgeht das Plätschern des Alltags. Kurz: es lässt uns die andere Seite des Lebens erfühlen. Die Seite, die wir meiden, doch die zum Leben gehört, wenn nicht sogar bedingt. Es ist der Tod. Es ist unsere Endlichkeit. Es ist unser aller Motor. Bewusst aber bei den meisten unbewusst.
Wie immer malt die Autorin mit ihrer Sprache starke Bilder. Von allen ihren Bücher ist dieses für mich leider das schwächste. Noch nie habe ich mir bei ihr gewünscht, dass das Buch bald zu Ende ist. Hier leider schon.Ich hoffe auf ihr nächstes Werk und darauf, dass es mich wieder so in seinen Bann zieht wie ihre vorherigen Werke.