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EAN 9783702241032
Ich hab ein Rad in Kathmandu: Mein Leben mit den Achttausendern. Bergsteigen im Himalaya und Alltag in den Krisengebieten unserer Welt. Mit einem Vorwort von Gerlinde Kaltenbrunner.
Ich hab ein Rad in Kathmandu | Billi Bierling (u. a.) | Buch | 240 S. | Deutsch | 2023
Bewertungen & Erfahrungen
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5 Bewertungen
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Redaktion26.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein absolut faszinierendes und inspirierendes Werk, das die unglaubliche Reise und den engagierten Einsatz der Himalaya-Expertin wunderbar darstellt. Ich habe die Geschichte mit großem Interesse gelesen und bin tief beeindruckt von der Botschaft.
Jedem, der sich mit dem Bergsteigen im Himalaya beschäftigt oder gar selbst schon einmal einen höheren Gipfel bestiegen hat, ist Miss Hawley ein Begriff – und niemand hat Elizabeth Hawley und ihre Arbeit besser gekannt als Billi Bierling. In ihrem Buch erfährt man viele Details und Hintergründe zu der von Miss Hawley aufgebauten Himalayan Database, die man sonst nirgends nachlesen kann.Aber es geht auch um die Entwicklung des Expeditionsbergsteigens in jüngster Zeit, die ja anlässlich des Everest-Jubiläums 2023 vielfältig diskutiert wird. Billi Bierling sieht offensichtlich manches dabei kritisch, sie wird aber nie polemisch und plädiert mit ihrer sympathischen Art für den Ansatz “Jeder nach seiner Vorliebe“. Ihre eigenen 8000er-Erfolge machen sie dabei besonders glaubwürdig.Das vielleicht spannendste Kapitel ihres Buches beschäftigt sich mit der Perspektive der „Sherpa“ und ihrer Rolle im 21. Jahrhundert, wo aktuelle Spitzenleistungen im Himalaya längst nicht mehr nur von westlichen Bergsteigern erbracht werden. Eine junge Generation in Nepal hat trotz aller ökonomischen Schwierigkeiten damit begonnen, sich „ihre“ Berge zurückzuholen. Auch hier kennt Billi Bierling aufgrund ihrer Arbeit für die Himalayan Database so gut wie alle Akteure persönlich und kann viele Hintergründe und Zusammenhänge erläutern.Insgesamt ist diese Autobiographie erfrischend persönlich gehalten mit vielen privaten Details und einem Hang zum Understatement. Ihr humanitäres Engagement führte Billi Bierling auch mitten hinein in fast alle großen Katastrophen der vergangenen Jahre – und erinnert sehr deutlich daran, dass sich die Welt nicht nur um das Bergsteigen im Himalaya dreht.
Wer im Himalaya Höhenbergsteigen möchte, kommt seit nahezu 20 Jahren an Billi Bierling nicht vorbei. Die Journalistin unterstützt seit 2004 die Himalayan Database, das Archiv der legendären Chronistin Liz Hawley, in Tibet. Zunächst war sie als deren Assistentin tätig, was laut ihren Schilderungen nicht immer ganz einfach war. Mit fortschreitendem Alter von Frau Hawley übernahm Billi zunehmend mehr an Arbeit, bis sie 2016 schließlich das Lebenswerk der legendären Frau zur Gänze übernahm.In ihrem autobiographischen Werk erzählt die gebürtige Bayerin von diesen Jahren, in welchen sie zahlreiche, namhafte Bergsteiger interviewte und dabei viele schöne, manchmal aber auch schmerzhafte Begegnungen erlebte. Insbesondere bei Todesfällen am Berg, bei Menschen, die zu Freunden geworden waren und nicht mehr wiederkehrten, fiel es ihr oft schwer, in ihrer Routine fortzufahren. Über all dies schreibt Billi Bierling in ihrem Buch und gibt dem Leser dadurch Einblick in eine völlig fremde, aber spannende Welt.Neben dem Job als Leiterin der Database war Billi selbst auch immer wieder selbst am Berg unterwegs, unter anderem bestieg sie den Mount Everest sowie sechs weitere Achttausender.Dem nicht genug, arbeitet die Expertin für Höhenbergsteigen auch noch für die Humanitäre Hilfe der Schweiz und unternahm in deren Namen zahlreiche Einsätze in Krisenregionen, wie etwa nach Pakistan, Griechenland oder die Ukraine. Ein Bild, das mir dabei im Gedächtnis bleibt, sind ihre Laufschuhe, die sie stets bei sich trug. Kaum ein Land, das Billi Bierling nicht laufend erwandert hat, selbst in Pakistan fand man sie trabend, gekleidet in traditionelle Kleidung. Auch ihre Liebe zum Trailrunning kommt in ihrer Erzählung nicht zu kurz. So nahm sie an zahlreichen Marathons teil, aber auch an einem Ultra-Trail-Run und gibt ganz offen zu, ohne Laufen nicht gut leben zu können. Daher hätte mir persönlich der Titel „Ich trage Laufschuhe in Kathmandu“ besser gefallen.Insgesamt spiegelt das Buch das vielschichtige und farbenfrohe Leben einer abenteuerlustigen Frau wider, die immer in Bewegung zu sein scheint. Allerdings fehlt es mir in diesem Buch ein wenig an emotionalem Tiefgang. Es gleicht einer Aneinanderreihung von spannenden Momenten und Begegnungen, wobei der Fokus stets auf das Gegenüber gerichtet ist. Dabei kommt mir die Frau Billi zu kurz, bleibt schwer greifbar und fahl. Wie kommt es, dass sich eine junge Frau der offenbar damals noch recht zähen und nicht leichten Fittiche von Elizabeth Hawley unterordnete?, ist eine der Fragen, die sich mir beim Lesen stellte. Und wie verarbeitete sie Todesfälle von Freunden am Berg? Wie steht es mit der Liebe?Diese und ähnliche Fragen werden, wenn überhaupt, nur angeschnitten, bleiben aber unbeantwortet und hätten doch auch die Frau hinter der Geschichte deutlicher werden lassen.Fazit: Ein interessantes und abwechslungsreiches Buch zum Thema Begegnungen mit spannenden Menschen bzw. humanitäre Hilfe im Ausland, das für mich aber zu wenig von der Autorin und deren Motivation und Sehnsüchten selbst preisgibt.
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Letzte Aktualisierung: 28.09.2026 10:14 Uhr.