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Boulevard der Helden | 30 moderne Legenden | Michael Köhlmeier | Buch | 224 S. | Deutsch | 2023
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★5
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wahre Bereicherung und fasziniert mit den außergewöhnlichen Lebensgeschichten der dargestellten Ikonen. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!
Redaktion13.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wahre Bereicherung; die Lebensgeschichten der dargestellten Ikonen sind unglaublich inspirierend und fesselnd. Ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!
Der 1949 geborene österreichische Schriftsteller Michael Köhler lebte lange Jahre weitaus besser von seinen Auftritten als Musiker als von Lesungen aus seinen Büchern. Das änderte sich schlagartig, als er in den 1990er Jahren seine Berufung als Nacherzähler entdeckte. Seine freien Wiedergaben der Sagen des klassischen Altertums wurden zu Longsellern. Und erst als er sich an Shakespeare vergriff, wurde Köhlmeiers Mixtur aus Fiktion und Realität einigen Literaturwissenschaftlern zu viel. Kritik heimste Köhlmeier auch ein, als er in «Zwei Herren am Strand» Winston Churchill und Charlie Chaplin neu porträtierte.Bei diesem Buch wird schon im Titel darauf hingewiesen, dass Köhlmeier nicht die Absicht hat, überprüfbare Lebensläufe in Worte zu fassen. Die Doppeldeutigkeit von «Legende» bringt es wunderbar auf den Punkt. Als Legenden bezeichnen wir Berühmtheiten aus allen Sparten und denken meist nicht mehr daran, dass Heiligenlegenden auch eine literarische Tradition sind. Mit anderen Worten: Nicht alles hat sich im Leben der dreissig, von Köhlmeier porträtierten Legenden so ereignet, wie uns der Autor erzählt. Mich stört das nicht, solange ein Schriftsteller die entstehenden Freiräume nutzt, um sein Publikum zu unterhalten. Und genau das macht Köhlmeier überaus gekonnt, ohne die Fakten völlig zu vergessen.Wer wissen möchte, wer für Köhlmeier ein Held oder eine Heldin ist, klickt am besten die Leseprobe an. Beim Inhaltsverzeichnis angekommen, werden wohl die wenigsten alle Namen kennen. Eine nicht repräsentative Umfrage bei den unter Vierzigjährigen hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der aufgeführten Legenden nur noch Stirnrunzeln hervorruft. Doch das spricht nicht gegen, sondern für das Buch. Denn viele der Porträtierten verdienen es, in unserem kulturellen Gedächtnis eine Spur zu hinterlassen. Auch weil sie meist aus anderen Motiven handelten, als die heutige Aufmerksamkeitsökonomie verlangt.Mein Fazit: Viele der von Köhlmeier porträtierten dreissig Menschen haben in heutigen Heldengalerien keinen Platz. Und das liegt auch daran, dass die sozialen Medien ein anderes Verständnis von Helden und Legenden durchgesetzt haben. Mir gefallen die Auswahlkriterien von Köhlmeier besser. Denn angetrieben wurden die dreissig Frauen und Männer häufig von Zielen, die über individualistische Bedürfnisbefriedigung hinausgehen. Die Mixtur aus Phantasie und Realität sorgt für beste Unterhaltung. Ob Bob Dylan tatsächlich dreimal gegen den Schachweltmeister Bobby Fischer gewann, ist für das Verständnis der Geschichte nicht relevant.
Michael Köhlmeier stellt in diesem Buch dreißig Menschen vor, die auf die eine oder andere Art einen bleibenden Eindruck für die Nachwelt hinterlassen haben. Statt lexikonartiger Einträge mit Geburts- und Sterbedaten erinnert er anekdotenhaft an diese Persönlichkeiten und lässt sie anhand von Geschichten aus ihrem Leben lebendig werden. Das Buch konzentriert sich – im Gegensatz zu vielen Geschichtsbüchern – nicht auf Männer, sondern porträtiert ebenso viele Frauen wie Männer, die obendrein aus allen möglichen Bereichen stammen. Hier finden sich der Musiker neben der Naturforscherin, der Schauspieler neben der Übersetzerin und die Spionin neben dem Mann, der eine eigene Schriftsprache für sein Volk entwarf. Nicht alle Namen sind weitläufig bekannt; hätten Sie zum Beispiel gewusst, wer Sequoyah oder Truganini waren? Doch gerade das macht auch den Reiz dieser Sammlung aus. Wie vom Autor gewohnt sind die Porträts kurzweilig geschrieben und angenehm zu lesen. Schade nur, dass das Buch nach nur dreißig Beiträgen schon endet.
Max Schmeling, Toni Innauer, Juliette Greco oder Rudi Dutschke … wer kennt sie nicht. Persönlichkeiten (meist) des letzten Jahrhunderts. Der bekannte Autor Michael Köhlmeier hat dreißig dieser herausragenden Ikonen und Legenden ausgesucht und beschreibt kurz ihre Biografie und ihre Leistung. Es ist ein buntes Panoptikum, denn die Auswahl reicht von Wilma Rudolph, der „schwarzen Gazelle“, die bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 drei Goldmedaillen im Sprint gewann, bis zu Alice Augusta Ball, der amerikanischen Chemikerin, die als erste eine Leprabehandlung entwickelte und die bereits mit 25 Jahren verstarb.Die Auswahl berücksichtigt zahlreiche Themen – von Sport (z.B. Abebe Bikila, den äthiopischen Marathonläufer) über Wissenschaft (Lise Meitner, die österreichische Kernphysikerin), Film (Humphrey Bogart oder Marilyn Monroe), Medizin (Ignaz Semmelweis), Litera-tur (Michail Scholochow) oder Musik (Django Reinhardt) bis hin zur Erotik (Beate Uhse). Also vom Spitzensportler bis zur Nobelpreisträgerin ist alles vertreten.Die Texte sind meist sieben Seiten lang, aber dennoch äußerst informativ. Besonders erwähnt werden muss die leichte Erzählweise Köhlmeiers, die die dreißig Lebensgeschichten zu einer unterhaltsamen Lektüre macht.
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2026 18:09 Uhr.