Lichtspiel: Roman
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EAN 9783839820827

Lichtspiel: Roman

Hersteller: Argon Verlag Gmbh  ·  MPN: 6111506
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Lichtspiel | Roman | Daniel Kehlmann | MP3 | 2 Audio-CDs | Deutsch | 2023 | Argon Verlag GmbH

Bewertungen & Erfahrungen

4,7 von 5,0
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 03.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ich habe das zweite Exemplar bestellt, weil die Qualität der Wiedergabe übertragbar war. Die Aufmachung der Audio-CDs ist in Ordnung und die Lieferung erfolgte ohne Probleme.
Redaktion 27.06.2025 testmonster.de · Redaktion
Ich habe das für einen Besuch verschenkt. Die Art, wie es präsentiert wurde, ist gewöhnungsbedürftig. Die CD-Aufmachung wirkt für eine literarische Arbeit etwas ungewöhnlich. Der Empfänger hat die Audiomaterialien aufgenommen, aber die Gesamtpräsentation ist nicht besonders auffällig.
Redaktion 31.05.2025 testmonster.de · Redaktion
Das Paket kam ohne Beschädigungen an. Der Umschlag war intakt und die Verpackung war in Ordnung. Der Buchblock war sauber und die Seiten sahen unbeschädigt aus. Die Lieferung war zügig.
Tobias Fabian-Krause 27.04.2024 amazon.de
Daniel Kehlmanns neuer Roman "Lichtspiel" erzählt die Geschichte des deutschen Regisseurs Georg Wilhelm Pabst, der als hocherfolgreicher Stummfilmregisseur in Hollywood zur Zeit des beginnenden Tonfilms versucht Fuß zu fassen, dort erfolglos blieb, ein Angebot aus Deutschland für einen Film bekommt, mit seiner Familie vermeintlich um nach der alten und kranken Mutter zu sehen nach Österreich reist, notgedrungen, da die Grenzen nach dem Anschluss geschlossen bleiben auf dem Territorium des Deutschen Reichs bleiben muss, schließlich die Repressionen der Machthaber zunächst in Form vom eigenen sozialen Abstieg zu spüren bekommt, um dann dann ein Angebot/eine Aufforderung für einen Film zu bekommen, bei dessen Annahme sein Leben sofort spürbar angenehmer werden könnte. Im Propagandaministerium schließlich trifft er Goebbels persönlich und wird von diesem bedroht und zum Drehen des Films genötigt. Er fügt sich und beginnt nach und nach die Möglichkeiten der beruflichen Betätigung zu genießen und ignoriert dabei/nimmt billigend in Kauf/fordert es am Ende doch gar ein, dass Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in seinen Filmen als Statisten eingesetzt werden. Er ist durchaus erfolgreich ohne in irgend einer Form zum echten Star im NS-Staat zu werden. Sein Sohn wird mehr und mehr zum überzeugten Nationalsozialisten. Seine Frau lebt in innerer Emigration und Depression. Ein zentrales Filmprojekt des Regisseurs scheitert, da die Filmrollen verloren gehen, worunter Pabst nach dem Krieg mehr zu leiden scheint als unter seiner Rolle im NS-Regime.Die Frage, die den Roman durchzieht, ist natürlich die nach dem Warum. Warum verlässt Pabst Hollywood? Ist der Misserfolg in Hollywood es tatsächlich wert, Frau und Kind in Gefahr zu bringen. Ist das Interesse an der kranken Mutter, die ihn in Hollywood kaum tangierte wirklich so groß, dass sich der Besuch lohnt oder ist das nur vorgeschoben. Reizt ihn in Wahrheit nicht einfach die Chance an alte Erfolge in Deutschland anzuknüpfen. Erhofft er sich nicht vielleicht vom NS-Regime eine besondere Förderung? Warum nimmt er schlussendlich in Kauf, dass sein Sohn vom Regime vereinnahmt wird und warum nimmt er trotz zu Beginn vorhandener Irritation schlussendlich desinteressiert in Kauf, dass Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge als Statisten eingesetzt werden.Gibt der Roman Antworten? Kann er das? Will er das? Der Protagonist dieses Romans bleibt auf der einen Seite ziemlich konturlos und beliebig und doch erfährt man als Leser aus den unterschiedlichsten Quellen nach und nach sehr viel, dass man für "Er gezwungen, konnte kaum anders handeln" bis hin zu "Er war ein skrupelloser Karrierist und Opportunist, dem der Rest egal war" und für viele Zwischenstufen findet man Argumente. Vieles wird subtil und indirekt geschildert. Ja, eine Pflegeeinrichtung für die Mutter ist etwas wertvolles. Goebbels hat schon ziemlich unverhohlen gedroht. Die Grenzen waren zu, da kam niemand raus. Den Häftlingen hätte es nichts geholfen, wenn sie nicht in dem Film hätten mitwirken dürfen. Diese Antworten gibt Pabst oder legt sie durch nichtssagen nahe. Hätte es wirklich keine anderen Möglichkeiten gegeben? Einfache Antworten gibt Kehlmann nicht und das ist auch gut so.Kritische Punkte: ob nun wirklich negativ kritikwürdig oder dem Stoff besonders gut angemessen oder schlichtweg ein rein subjektives Thema, das nur ich so empfinde: es ist der erste Kehlmann-Roman (ich gestehe, "Tyll" noch nicht gelesen zu haben), den ich als langatmig und zwischendurch regelrecht langweilig empfunden habe. Sich auf 400 Seiten zu beschränken, hätte es aus meiner Sicht auch getan. Ist die Geschichte des G.W. Pabst, der mal ein paar ordentliche Stummfilme gedreht und danach an seine Erfolge nicht anknüpfen konnte, wirklich so erzählenswert? Ich kannte weder den Mann noch auch nur einen seiner Filme - Bildungslücke meinethalben. Hat er wirklich so viel zur Stabilisierung des Systems beigetragen, dass die Frage nach dem Warum so interessant ist, dass sich ein Kehlmann-Roman dafür lohnt? Letztlich ist wohl trotz kleiner Fragezeichen ein spannender Beitrag zur längst noch nicht vollständigen Aufarbeitung der Frage nach den Kulturschaffenden im NS-Regime. Hätte es dafür nicht spannendere gegeben? Zum Beispiel solche, die im Nachkriegsdeutschland tatsächlich noch eine nennenswerte Karriere gemacht haben? Rühmann und Ilse Werner werden immerhin kurz erwähnt. Ebenso Leni Riefenstahl. Ohnehin die Frage, ob über sie schon alles erzählenswerte gesagt wurde und dieses Bild nicht noch nennenswerte hätte ergänzt werden können. In "Lichtspiel" wird sie als besserwisserische, untalentierte Egomanin dargestellt.Die Erlebnisse, Reflexionen und die Entwicklung des Sohns Jakob (interessante Namensgebung, der erste Sohn Pabsts, zum dem sie Lebensdaten passen könnten, hieß Peter) gehören sicherlich zu den Stärken dieses Romans. War die Figur wirklich auserzählt, so dass hundert Seiten über sie geschwiegen werden konnte?Nach meiner Wahrnehmung herrscht in Kehlmann-Romanen immer die gleiche Atmosphäre, die Figuren, ihre Dialoge und inneren Monologe klingen irgendwie immer gleich, egal ob zu Zeiten von Humboldt und Gauß, im frühen 20. oder 21. Jahrhundert. Eine Qualität als Darstellung der Conditio Humana oder zumindest eine Stütze um uns ihnen näher zu fühlen? Vielleicht und insofern auch eine Qualität, aber irgendwie auch befremdlich.Ist der signature move Kehlmanns, zentrale Stellen aus der Erinnerung der Beteiligten als eine Mischung aus adäquater Wahrnehmung, surrealer Überzeichnung bis hin zum Albtraum- und oder Flashbackhaften darzustellen für eine Begegnung mit Goebbels tatsächlich sinnvoll. Schlussendlich bleiben doch nur die Drohungen hängen und damit eigentlich schon das Motiv zur Kooperation. War es so klar? War Pabst einfach gezwungen und getrieben? Ich vermag es nicht letztgültig zu beurteilen, aber ich frage mich, ob man sich die Schilderung dieser Begegnung mit Goebbels erzählerisch nicht hätte sparen können. Dass Pabst nicht unbegrenzte Freiheiten hatte und es auch Drohungen und Repressionen gab wurde an anderer Stelle hinreichend klar. Wird der Eigenverantwortung Pabsts nicht hier ein zu klares Alibi gegeben? Ich vermag es natürlich weder historisch noch erzählerisch vollends zu beurteilen.Fazit: große Kunst, brillianter Beitrag zur romanhaften Aufarbeitung der NS-Geschichte einerseits und trotzdem auch in Teilen zu viele Fragen mit raunenden Andeutungen offen lassendes Werk, das bei aller Qualität auch einige Längen enthält.
Dieter Breymann 27.04.2024 amazon.de
Daniel Kehlmann, LichstpielWenn ein neuer Kehlmann erscheint, dann ist es so, als brauste der berühmte Donnerhall durch Deutschlands Feuilletons. Viele Neuerscheinungen gehen an einem vorbei, ein Kehlmann jedoch nicht. Jedes Feuilleton, das auf sich hält, widmet ihm Besprechungen. An kritische gar negative Besprechungen eines Kehlmann-Werkes kann ich mich nicht erinnern. Und ja, auch mich juckt es sofort, wenn wieder einer erschienen ist. Ich muss ihn lesen. Das ist schwer zu beschreiben, ich lese die erste Besprechung und lade ihn mir sofort herunter, lege alle anderen Bücher zur Seite und beginne mit dem neuen. So auch diesmal.Wie immer in seinen Büchern wählt der Autor eine historische Figur und entwickelt um deren Erlebnisse herum, seine Geschichte. Diesmal ist es der Filmregisseur Georg Wilhelm Pabst, der einer der größten Regisseure des Kinos der 1920er und 30er Jahre war, der vor den Nazis floh, dann wieder aus Hollywood nach Deutschland zurückkehrte, um dort sein Schaffen für Goebbels wieder aufzunehmen und bis in die Nachkriegszeit hinein tätig zu sein. Diese Geschichte erzählt uns Kehlmann in verschiedenen Episoden, die nicht nur aus der Sicht des Regisseurs sondern auch einiger anderer seiner Familienmitglieder und weiterer Zeitgenossen geschildert wird. Wie kommt jemand, der die Nazis verachtet und vor ihnen floh doch, dazu aus Hollywood zurückzukehren für sie Filme zu drehen? Nun, das hing auch mit dem Rückruf seiner Mutter und dem dann erfolgenden Kriegsausbruch zusammen aber dass er wieder drehte und Regie führte, das war eine eigene Entwicklung der Geschichte, die hier beschrieben wird.Kehlmann entfaltet vor uns Lesern ein Panorama dieser Zeit, die teilweise nach geradezu komisch demaskiert wird. In einem Kapitel beschreibt er aus Sich von Pabst Ehefrau, wie sie zu einem Lesezirkel mit den Frauen einiger mittlerer Regierungsgrößen eingeladen wird. Die dort anwesenden Damen tauschen sich begeistert über den seinerzeit sehr populären Schriftsteller von begrenzter literarischer Qualität Karrasch aus. Dessen berühmtestes Buch war zu jener Zeit „Parteigenosse Schmiedecke“. Nun sollte ein neues Buch von ihm besprochen werden, das von Pabst Ehefrau still reflektiert wird; „man vergass es sofort, die Sprache hatte keine Kraft, die Figuren hatten kein Leben, niemand sagte je etwas interessantes“. Diese ihre Gedanken äußerte sie wohlweislich nicht, ergehen sich doch die anderen Teilnehmerinnen in Lobeshymnen über das schlechte Buch. Einige Zeit später sollte ihr Ehemann dieses Buch verfilmen.In dem Roman tauchen viele berühmte Figuren aus dem Filmmilieu auf. In einem Kapitel ist es Heinz Rühmann, Greta Garbo, berühmte Regisseure der Zeit und auch Josef Goebbels. Dieser Begegnung widmet Kehlmann ein eigenes, sehr entlarvendes Kapitel.Es finden sich Sätze von solcher Eindringlichkeit, dass sie denn Leser benommen zurücklassen, so findet sich auf Seite 96 beispielsweise: „Das Allerbeste an einem verlorenen Weltkrieg: Es gab danach wenige Menschen und viele Möglichkeiten. Wohin man sah, fehlte jemand, und wohin man auch gehen wollte, es war dort Platz.“Das ganze Buch ist voller guter Einfälle, eindringlicher Sprache und plastischer Figuren. Mit der ihm eigenen Klasse schafft er es ganz anders zu schreiben als seine Ehefrau es über den Nazidichter Karrasch auf Seite 223 sagt. Kehlmanns Sprache ist kraftvoll, die Figuren haben Leben, und alle sagen oft interessantes.Lichstpiel ist auch ein Buch über den Film und Drehtechniken, über die wir einiges lernen, es ist aber vor allem ganz großes Literaturkino.
Peggy 27.04.2024 amazon.de
Selten hat mich ein Buch bereits am Anfang so verwirrt wie dieses hier, aber dies ist ja auch kaum verwunderlich, wenn der Erzähler aus einer dementen Figur heraus erzählt. Zum Glück hielt diese Phase nur kurz an.Im eigentlichen Roman ging es um eine Regisseur im Dritten Reich, G. W. Papst. Dieser war bereits in Klauen der Nazis entkommen und in Amerika eigentlich schon in Sicherheit. Auch wenn er dort in Sicherheit war, hatte er dort schlicht und einfach keinerlei Erfolg. Wie er dann durch einen wirklich faulen Trick wieder nach Österreich gelockt wird, tritt er „unter Druck des Propagandaministeriums“ in dessen Dienst.Zum einen sieht man zwar in welcher Zwickmühle die Hauptfigur, aber auch wie Papst doch ein Opportunist ist und das System so nutzt, wie er es braucht. Er nutzt die Gelder um seine Filmprojekte zu verwirklichen. Ob seine Statisten da auch aus eigenen Antrieb freiwillig mitwirken interessiert ihn null. Er lebt in seiner eigenen Welt und blendet alles andere halbwegs aus. Er nimmt den Krieg in dem sich Deutschland befindet als Widrigkeit war. Aber das scheint ihn nicht wirklich zu tangieren solange er nur drehen kann. Was ihn so wirklich aus der Bahn haut ist, wie sein Film verschwindet.Auch wenn das Thema dieses Romans ein recht schwieriger Stoff ist, habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Nur den Hauptprotagonisten habe ich nicht wirklich etwas abringen können. Da er schlicht und einfach ein Egoist und Opportunist vor dem Herrn war.Fazit: Der Roman beleuchtet ein düsteres Thema der Filmbranche zu Nazizeiten. Zeigt unter welchen Bedingen Dreharbeiten erfolgten und auch die Einflussnahme von der Partei. Mit den Figuren bin ich gar nicht warm geworden. Dennoch war es interessant zu lesen.
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