Die KID-Methode sollte einfach jeder kennen - es ist so einfach vorzubeugen, mit einfachen Mitteln, ohne Geld auszugeben (außer natürlich für das Buch). Schade, dass diese Methode noch nicht so bekannt ist. Viele könnten damit Schmerzen erfolgreich bekämpfen.
Myoreflex-Therapie wirkt hervorragend gegen Muskelschmerzen, Verspannungen und bei Erkrankungen des Skelettsystems. Die Therapie hilft gegen Schmerzen aller Art. Das Buch dient allerdings mehr zur Unterstützung und bedarf zusätzlich der Anleitung durch einen qualifizierten Myoreflex-Therapeuten. Am besten von Kurt Mosetter selbst behandeln lassen.
Fehlende oder einseitige Belastungen des Muskel- und Gelenksystems bringen unsere Körperstruktur nach einer gewissen Zeit aus dem natürlichen Gleichgewicht. Da man das selten rechtzeitig merkt, beginnt ein schmerzhafter Teufelskreis: Die Schmerzen führen zu einer Schonhaltung, weil man es anders kaum aushalten kann. Dadurch manifestiert sich nicht nur die Schmerz erzeugende Struktur der Muskeln, sondern es bilden sich auch neue Ungleichgewichte. Wenn es nun nicht gelingt, das natürliche muskuläre Gleichgewicht wieder herzustellen, drohen Dauerschmerz und noch schmerzhaftere Gelenkabnutzungen, weil an den Gelenken falsch gezogen wird. Nur durch ein gezieltes Training und eine Veränderung eingefahrener, aber falscher Bewegungsabläufe kann es also gelingen, in den schmerzlosen Zustand zurückzukehren. Eine solche Methodik wird in diesem Buch vorgestellt. Aus eigener Erfahrung mit einem sehr ähnlichen Konzept weiß ich, dass es funktioniert.Leider enthält dieses Buch neben der eigentlichen Methodik auch sehr viel wenig Konkretes. Das betrifft insbesondere den ersten recht allgemeinen Teil, in dem sich die Autoren mit ihrer Theorie des muskulären Schmerzes befassen. Dieser Teil mündet in der von Kurt Mosetter begründeten Myoreflextherapie. Um in den Genuss dieser Therapie zu gelangen, braucht man mehr als dieses Buch, nämlich einen ausgebildeten Therapeuten. In der Myoreflextherapie wird gezielt auf einen Muskelansatz am Knochen gedrückt. Das ist schmerzhaft, aber auszuhalten. Durch diesen Druck gelangt die Körperintelligenz zu dem Entschluss, den betreffenden Muskel zu entspannen. Auf diese Weise verschwindet der durch die Verspannung ausgelöste Schmerz entweder völlig oder wenigstens für eine Weile.Sich selber auf diese Weise zu helfen, funktioniert in der Regel nicht, weil man erstens nicht richtig drückt, denn schließlich tut es weh. Zweitens kommt man an einige Punkte gar nicht selbst oder nur mit Hilfsmitteln. Wesentlich ist aber drittens, dass man wissen muss, wo man zu drücken hat. Zwar findet man solche Punkte auch selbst, wenn man gezielt nach ihnen sucht, entscheidend ist jedoch, dass man wissen muss, welcher Muskel tatsächlich für welche akuten Schmerzen verantwortlich ist. Dazu braucht man eine gewisse Ausbildung, die dieses Buch nicht liefert.In einem zweiten Teil geht es um die sogenannten KiD-Übungen (Kraft in der Dehnung). Dahinter steckt die Erfahrung, dass Verspannungen und Muskelverkürzungen durch einseitige Belastungen durch Dehnungen (insbesondere gegen Widerstand) zurückgeführt werden können. Die Übungen dazu sind im Buch gut beschrieben. Auf mich wirkten sie allerdings ein wenig zu mild, was sie jedoch insbesondere für den Anfang sehr praktikabel macht. Schulter, Nacken und Rücken stehen dabei im Mittelpunkt.Am Ende des Buches findet man ein abschließendes (zwangsläufig theoretisches) Kapitel zur Physiologie des Schmerzes. Sein Fazit mündet in der bekannten Erkenntnis, dass nur Bewegung und eine vernünftige Ernährung gegen chronische Muskelschmerzen helfen.